Auf Abwegen: Sportstadt Essen im Abseits

Ich muss heute einfach mal etwas fernab des RWE loswerden, weil ich seit Beginn der Volleyball-„Karriere“ meines Sohnes tatsächlich so etwas wie ein Fan der Sportart und lokal natürlich des VV Humann Essen geworden bin.

Nicht viele von euch verfolgen das Los dieses Vereins, daher hier kurz die Eckdaten: entstanden aus einer Art Volleyball-AG des Humann-Gymnasiums in Steele ging es für den Verein bis hoch in die Bundesliga, wo man wegen des winzigen Etats aber als Außenseiter nicht lange verweilen konnte. Allerdings ist der VVH seit vielen Jahren in der Nordstaffel der 2. Bundesliga unterwegs und hat sich dort im oberen Drittel etabliert, ohne auf externe Transfers zurückzugreifen. Stattdessen betreibt der Verein eine extrem engagierte und erfolgreiche Jugendarbeit, aus der so mancher gestandene Spieler hervorgegangen ist.

Weiterhin muss man wissen, dass der VVH seine Heimspiele in der Turnhalle des Gymnasiums an der Wolfskuhle bestreitet. Diese Halle hat jedoch leider immer wieder Probleme: mal muss das Dach geflickt oder dessen Träger erneuert werden, viel häufiger jedoch ist der Boden defekt. Allein in dieser Saison musste aus diesem Grund zunächst der Heimauftakt verlegt werden, vergangene Woche zitterte man, ob die Handwerker es schaffen würden, den Boden nach erneutem Schaden wieder herzurichten. Obwohl die entsprechende Stelle der Stadt (Ich vermute: das Sport- und Bäderamt) den Boden abnahm und freigab, entschied das Schiedsgericht, dass die Verletzungsgefahr zu hoch sei und sagte das Spiel ab.

Mich ärgert ungemein, dass von behördlicher Seite anscheinend der Verletzungsaspekt nicht ausreichend gewürdigt wurde – es muss den Verantwortlichen dort ebenfalls klar sein, dass wir hier von einem Bundesligisten reden, also einem Verein, der die Stadt bundesweit repräsentiert. Zudem – und das ärgert mich noch viel mehr – ist die Stadt anscheinend weder in der Lage, einen Handwerker zu finden, der einen Hallenboden fachgerecht instandgesetzt (wie gesagt: x-te Reparatur innerhalb der letzten passt Jahre). Ich bin außerdem der Meinung, dass für solche Fälle eine Möglichkeit geschaffen werden muss, Spiele an der Haedenkamp-, Raumer- oder Was-weiß-ich-wo-Straße auszuführen. Nochmal: Bundesweite Repräsentanz, nicht Stunden des Sportunterrichtes.

Da es sich beim Volleyball um keinen Sport in finanzieller Reichweite zu Handball oder gar Fußball handelt, wäre sicher auch der Gegner aus Lindow-Gransee (bei Berlin) dankbar gewesen, keine 1100km für nichts und wieder nichts abzureißen. Wobei: die Wertung erfolgte ja mit 0:3 / 0:75 aus Humann-Sicht…

Peinlich, liebe Heimatstadt. Einfach peinlich.

4 Kommentare zu „Auf Abwegen: Sportstadt Essen im Abseits“

  1. Die Stadt Essen sollte sich in Grund und Boden schämen.
    Da spielt der VVH in der zweiten Bundesliga, ja ok in einer „Randsportart“ aber in der zweiten Bundesliga und wird keinerlei von der Stadt unterstützt. Das vermeintliche Zugpferd des publiken Sports Fußball kauert aber klassentechnisch weit unter der zweiten Bundesliga.
    Na??? Merkste , oder??
    Da läuft doch was falsch.

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      1. Es geht nicht darum Spieler zu bezahlen, sondern eine Spielstätte kurzfristig bereitzustellen.
        Denn 0:3 und 0:75 ist ein Schlag ins Gesicht.

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