Bemerkenswert

Liveticker: SC Verl – Rot-Weiss Essen

In diesen virenverseuchten Zeiten ist die Liga zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt zum Erliegen gekommen. Das hält mich aber nicht davon ab, das heiß ersehnte Spiel beim SC Verl als Liveticker zu präsentieren.

Dieser Liveticker wird laufend aktualisiert (bitte Seite neu laden)!

0. Herzlich willkommen aus der Verler Sportclub Arena bei kaltem, aber sonnigem Frühlingswetter. Die Partie zwischen dem Tabellenzweiten aus Verl und unserem RWE ist die Partie des Spieltags, vielleicht sogar etwas mehr als ein Sechs-Punkte-Spiel.

0. Beide Mannschaften mussten zuletzt wegen des Corona-Virus pausieren, sodass der Rasen in Ostwestfalen ausnahmsweise mal nicht einem Kartoffelacker gleicht.

0. Im Vorfeld gab es einige Geplänkel zwischen den Vereinen, der SC wollte gar einen Teil der RWE-Fans ausschließen, so sie sich denn auf der Haupttribüne als solche zu erkennen gäben. Dank einer Lücke im Verler Bestellsystem konnten sich die Essener quasi für alle Tribünen komplett eindecken. Wir rechnen mit einem Heimspiel für Rot-Weiss!

0. Wir haben auch schon die Aufstellungen für euch! Der Gastgeber beginnt mit folgender Elf:
Brüseke – Choroba, Lach, Stöckner, Ritzka – Schöppner , Schallenberg, Kurt – Schikowski, Janjic, Yildirim

0. Bei RWE vertraut Christian Titz dem folgenden Team: Golz – Grund, Heber, Hahn, Sauerland – Kehl-Gomez, Conde, Pronichev – Endres, Platzek, Futkeu

0. Die Mannschaften kommen aufs Spielfeld.

1. RWE mit dem Anstoß, die Partie läuft!

3. Erste große Chance für die Gäste. Pronichev hält aus gut 20m einfach mal drauf, der Ball geht knapp am Verler Kasten vorbei. Da konnte Brüseke nur zusehen.

6. Die Gastgeber gehen robust in die Zweikämpfe und haben hier leichte optische Vorteile, ohne die ganz große Gefahr zu entwickeln.

10. Beide Mannschaften stehen sicher im Mittelfeld, man hebt sich derzeit gegenseitig auf. Das wird ein ganz hartes Brett beide Teams!

13. Tor für den SC Verl

13. Aus dem Nichts klingelt es! Yildirim wird von Schikowski angeschossen und fälscht den Ball damit unhaltbar für Golz ab. Ansonsten wäre der Ball weit am Tor vorbeigegangen. RWE mal wieder im Rückstand.

17. Viele Fehler jetzt im Spielaufbau bei RWE. Die Nervosität ist greifbar!

22. RWE brauchte einen Moment, um sich zu schütteln, ist jetzt aber am Drücker. Condé treibt den Ball nach vorne, steckt ihn auf Platzek durch, der scheitert am Pfosten.

25. Wieder ein guter Angriff von RWE, im letzten Moment wird der Schuss von Sauerland zur Ecke abgewehrt. Das hier wird jetzt zum echten Spitzenspiel!

28. Auf den Rängen hört und sieht man ausschließlich RWE. Und der Funke scheint aufs Spielfeld überzuspringen!

31. Nächste Riesenchance für RWE. Sauerland bekommt den Ball auf der rechten Seite, schlägt einen wunderschönen Ball rüber zu Grund, der mit einer seiner unwiderstehlichen Flanken und Kehl-Gomez steht nur Brüseke im Weg, der mit seiner Glanztat den Einschlag verhindert.

35. Wenn Verl gefährlich wird, dann immer wieder über Yildirim. Erst lässt er Heber mit einer Körpertäuschung alt aussehen, dann schlenzt er den Ball aufs lange Eck – aber ein dankbarer Ball für Golz, der kein Problem damit hat, den Ball zur Ecke zu lenken.

36. Die Ecke wird gefährlich, Schikowski köpft knapp drüber. Das war aber eigentlich Foul, er hatte gegen Hahn deutlich geschoben.

38. Titz reagiert, Wechsel bei RWE: Kefkir kommt für den eher unauffälligen Endres. Kann RWE hier noch vor der Pause ausgleichen? Es wäre so verdient!

42. Tor für den SC Verl

42. Das gibt es nicht! RWE hat Ecke um Ecke, aber wer macht das Tor? Der SC Verl! Konter über Yildirim, der tanzt die gesamte Essener Hintermannschaft aus und legt quer zu Janjic. Der Ex-Duisburger haut ihn aus ca. 18 Metern unhaltbar für Golz in den rechten Winkel.

45.+1 Der Schiedsrichter legt noch eine Minute drauf, pfeift dann aber überpünktlich zum Pausentee. Es ist leise geworden auf den Tribünen. Fast schon Resignation in rot und weiss.

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase machte Verl das 1:0 mit dem ersten Torschuss. RWE kam immer besser ins Spiel, belohnte sich aber nicht und kassiert nach einem Konter das zweite Tor. Ganz bittere Pille für RWE, der damit einen harten Dämpfer im Aufstiegsrennen einstecken muss. Ob Titz in der Pause ein Mittel findet?

Ich überbrücke die Zeit mit einem kühlen Stauder, bis gleich!

45. Die Mannschaften kommen zurück, keine weiteren Wechsel auf beiden Seiten.

46. Anpfiff zur zweiten Hälfte. RWE muss jetzt alles in die Waagschale werfen.

48. Auf der Tribüne habe ich gerade eine kleine Gruppe mit rot gefärbten Haaren und Hawaiihemd gesehen. Das müssen die User des RWE-Forums sein. Grüße an dieser Stelle!

51. Au weia! RWE läuft mal wieder in einen Konter und Hahn weiß sich nur durch ein Foul im Sechzehner zu helfen. Elfmeter Verl! Hahn kommt mit Glück mit einer (dunkel-)gelben Karte davon. Da hätte er sich nicht über Rot beschweren dürfen.

52. Die Essener Anhänger wollen das natürlich nicht wahrhaben, es fliegen Gegenstände aufs Feld.

54. Tumultartige Szenen, der Elfer ist noch immer nicht ausgeführt. Das Essener Team versucht, die Anhänger zu beruhigen.

55. Wahnsinn in Verl! Der Elfmeter ist eigentlich perfekt geschossen, aber Golz macht sich lang und hält den Ball. Das war eindeutig eine Bewerbung für Jogi Löw.

56. TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOR für RWE!

56. Ich habe noch nicht einmal fertig geschrieben, schon fällt das nächste Tor. Schallenberg spielt einen Pass genau in den Fuß von Condé, der sieht, dass Futkeu rechts viel Platz hat. Und der Youngster hat das Auge für Kefkir, der den Ball aus 11 Metern ins Netz haut. 2:1!

58. Ich glaube die RWE-Fans hört man gerade bis nach Oberhausen, was eine Stimmung hier in Verl.

62. RWE merkt, dass hier noch etwas geht. Das Urgestein Kevin Grund fasst sich einfach mal aus 25 Metern ein Herz. Der Ball klatscht an die Werbebande neben dem Tor. Da fehlte nicht viel!

64. Wechsel bei RWE: Hildebrandt für Hahn, der hier Gefahr läuft, die gelb-rote Karte zu bekommen.

67. Wechsel bei RWE und Verl: Pronichev geht für Dahmani und Haeder kommt für Schikowski.

70. Der Gastgeber lässt sich jetzt bei allen Aktionen viel Zeit und versucht, den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Konditionell sieht das gar nicht gut aus, man verteidigt mit Mann und Maus um den eigenen Sechzehner herum.

72. Dahmani setzt sich im Zweikampf zunächst durch und fällt im Sechzehner, RWE fordert Elfer. Für meine Begriffe wurde er klar gehalten, hätte aber vielleicht trotzdem den Abschluss aus guter Position suchen müssen. Dem Schiri war das zu wenig für einen Pfiff. Abstoß!

75. Zuschauerzahl: 4.907, ca. 3.907 Gäste-Fans dürften darunter sein.

76. Kopfballchance Dahmani, aber drüber! So langsam wird’s Zeit, wenn RWE hier noch was mitnehmen will.

79. Letzter Wechsel bei RWE: Adetula kommt für Futkeu. ALLES AUF SIEG!

81. TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOR für RWE!

81. Der pure Wahnsinn! Grund zieht vom Flügel nach innen zum Sechzehner und spielt einen No-Look-Pass auf Adetula, der mit seinem ersten Ballkontakt flach ins kurze Eck zum Ausgleich einnetzt. Verl reklamiert Abseits, aber der Schiri gibt den Treffer. Der RWE ist wieder da!

84. Verl ist jetzt stehend k.o. Kann RWE daraus Kapital schlagen? Zumindest drückt RWE auf die Entscheidung.

87. Golz mit einer Glanztat! Janjic, der nochmal alle Kräfte zu einem Sprint mobilisiert und so einen Befreiungsschlag erläuft, scheitert in einem Eins-gegen-Eins an Golz und seiner überragenden Fußabwehr. Das hätte den Verlauf der zweiten Hälfte auf den Kopf gestellt! Ecke!

88. Golz fängt die Ecke, keine Gefahr.

90. Der Schiedsrichter zeigt fünf Minuten Nachspielzeit an.

90+1 Der Sportclub scheint mit dem Punkt zufrieden zu sein. RWE fällt nicht mehr viel ein, aber nach dem Spielverlauf wären das zwei verlorene Punkte.

90+3 TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOR für RWE!

90+3. Totale Eskalation! Platzek schnappt sich den Ball an der Mittellinie, läuft und wird nicht angegriffen. Er zieht aus ca. 30 Metern einfach ab, trifft den Ball satt. Die Kugel geht unhaltbar in den Winkel. Als hätte er nicht heute schon wieder Meter ohne Ende gemacht, sprintet er in bester Selishta-Manier über den gesamten Platz zur rot-weissen Fankurve. Unfassbarer Jubel! Fürs Klettern auf den Zaun sieht Platzo noch gelb – das wird ihm aber relativ egal sein.

90+5. Nochmal Eckball für Verl. Unnötig – Verl sucht vom Anstoß aus mit einem langen Ball Janjic und Hildebrandt bekommt die Kugel beim Abschirmen ans Schienbein. Keeper Brüseke kommt nach vorne.

90+6. Brüseke kommt mit dem Kopf an den Ball, Golz hat aber kein Problem, den unplatzierten Ball aufzunehmen und sich auf dem Boden abzulegen. Der Schiedsrichter hat genug gesehen.

90+6 Abpfiff!

RWE dreht das Spiel hier in Verl und gewinnt mit 3:2. Damit ist im Kampf um den Relegationsplatz wieder alles offen!

Wir wünschen ein schönes Rest-Wochenende, bleibt gesund und vor allem: ZU HAUSE!

Bemerkenswert

Der Dreikampf für Zahlennerds – Statistik und mein Tipp fürs Restprogramm

UPDATE 06.03.20

Wer mit Spekulatius, Zahlenspielerei und Was-Wäre-Wenn-Überlegungen nichts anfangen kann oder wem das zu doof ist, möge bitte an dieser Stelle nicht weiterlesen! Für alle anderen: Herzlich willkommen in meiner kleinen Zahlenwelt.

So, Leute, jetzt mal zu den nackten Fakten, zu den belegbaren Zahlen. Diese Seite werde ich bis zum Saisonende regelmäßig aktualisieren. Ernst gemeinte Diskussionen gern gesehen!

Die Ausgangslage:
1. Wir gehen davon aus, dass nur noch RWE, der SC Verl und RWO die Relegation erreichen können. Alle anderen sind entweder pleite, wollen nicht oder sportlich (aktuell!) zu weit weg.
2. Jedes dieser Teams kann:
– alle restlichen Spiele gewinnen oder
– eins verlieren, die restlichen gewinnen oder
– ein unentschieden, die restlichen gewinnen oder
– …
(105 Kombinationen für Verl und RWE, 91 für RWO, da ein Spiel mehr gespielt)

Wenn man diese Kombinationen nun miteinander multipliziert, ergibt das insgesamt 1.003.275 Kombinationen.

Daraus ergibt sich aktuell folgendes Gesamtbild:

Ursprungssituation…
…und aktuell (06.03.20)

Jetzt zu meinem Tipp für die restlichen Partien, die diese drei Teams noch austragen müssen. Hier nehme ich mir immer vor, möglichst „objektiv“ zu tippen, mich also eher am Worst Case zu orientieren. Dass das aus gegebenem Anlass nicht ganz einfach ist, versteht sich vermutlich von selbst. Trotzdem bin ich natürlich nicht so vermessen, für unser Team keine Punktverluste mehr einzukalkulieren. Hier also meine drei Tipps:

RWE nach Haltern
RWO (bei WSV ausgefallen, neuer Termin noch offen)
SC Verl (gegen Fortuna Köln ausgefallen, neuer Termin noch offen)

Hier noch der sich daraus ergebende Tabellenverlauf, oder wie ich es nenne: „ein ganz knappes Höschen!“:

Verlauf nach Ursprungstipp…
…und mit den aktuellen Ergebnissen 😦

28. Spieltag – Bonner SC – RWE

Nur wenige Tage nach dem schlimmen Match bei der TuS Haltern musste RWE erneut ran und hatte die Chance, die Leistung vergessen zu lassen.

Christian Titz wirbelte die Startaufstellung ziemlich durcheinander: Grund und Heber waren wieder gesund und konnten auflaufen, ausserdem starteten Dahmani als Mittelstürmer, Futkeu rechts aussen und Pronichev mit Condé auf der “8“. Dorow, Platzek, Erwig-Drüppel, Neuwirt und Kefkir mussten auf die Bank, Zeiger war gar nicht erst im Kader.

Das rot-weisse Team versuchte von Anfang ab, das Spiel an sich zu reißen, was aufgrund der widrigen Platzverhältnisse – irgendwas zwischen Sumpf und gerade noch bespielbar – gar nicht einfach war. Zu häufig sprang der Ball unmittelbar vor dem Pass noch einmal seltsam hoch oder der Pass geriet unerreichbar, weil er nach dem Aussetzen “wegglitschte“. Dadurch spielte sich das Geschehen größtenteils im Mittelfeld ab, wo Condé und auch Pronichev immer wieder versuchten, per Doppelpass oder kurze Dribblings Räume zu schaffen.

Nach gut zwanzig Minuten war dann ein langer Pass aus der Essener Abwehr, der die erste richtige Chance des Spiels einleitete: Missverständnis zwischen Bonner Innenverteidiger und Torwart, Dahmani hatte darauf spekuliert und ist mit der Fußspitze am Ball, kann zurücklegen auf Endres, der wiederum das Auge für den mitgelaufenen Futkeu hat, und der Siebzehnjährige hat kein Problem, den Ball völlig freistehend zu seinem ersten Treffer in der Regionalliga einzuschieben.

Bonn schüttelte sich kurz und kam nur wenige Momente später selbst zur ersten Chance, der ohnehin im Abseits befindliche Stürmer Kino konnte die Flanke auf den langen Pfosten jedoch knapp nicht erreichen. Es sollte die einzige Bonner Chance ersten Hälfte bleiben, zu stabil stand RWE in der Verteidigung. Mit der knappen, aber nicht unverdienten Führung ging es in die Pause.

Es kam, wie es irgendwie auch kommen musste: Obwohl von Bonner Seite kein einziger Schuss gefährlich aufs Tor gebracht wurde, konnte kurz nach dem Wechsel ein Eckball per Bogenlampe ins Tor zum schmeichelhaften Ausgleich verlängert werden. Dieser Treffer gab den Gastgebern etwas Rückenwind. Golz konnte sich nach einem 30m-Strahl mir einer Glanzparade auszeichnen und breites damit einmal mehr, dass er zurecht aktuell die Nummer eins im Essener Kasten ist.

Titz reagierte nun und brachte Kefkir für Futkeu, der für viel Wirbel auf seiner Seite gesorgt hatte. Wie wichtig dieser Wechsel war, sollte sich nur wenige Momente später zeigen.

Kefkir war an der Seitenlinie gefoult worden und brachte den selbst herein. Ob Kehl-Gomez den Kopfball am langen Pfosten nicht richtig getroffen hat oder ob er den Ball Hahn ablegen wollte, kann ich nicht sagen, letzterer traf die Kugel jedoch aus gut sechs Metern satt und stellte damit die Führung wieder her.

Titz brachte nun – zugegebenermaßen zu meiner Überraschung – den vor einigen Wochen als aussortiert geltenden Erwig-Drüppel für Endres. Man sieht, dass Titz seine Aussage, man werde jeden Spieler noch brauchen, genau so auch gemeint hat.

Dann der nächste Auftritt von Kefkir: erneuter Freistoß aus dem Halbfeld, diesmal wirft sich Heber im die Flugbahn und köpft zum vorentscheidenden 3:1 ein.

Damit war die Messe natürlich gelesen. RWE konnte zwar noch ein paar kleinere Chancen herausspielen, konnte diese aber nicht mehr nutzen.

Somit stehen sieben Punkte aus der englischen Woche zu Buche. Eigentlich ordentlich, angesichts des Auftritts in der Lohrheide aber ärgerlich, es hören gut neun Punkte sein können.

In dieser Partie habe ich wie bereits erwähnt Pronichev und Condé sehr stark gesehen, Dahmani strahlt derzeit Selbstvertrauen aus und wirkt körperlich stärker als Platzek, der kurz vor Schluss eingewechselt wurde und beinahe noch einen Treffer erzielt hätte. Man hat zudem gesehen, dass am Verbund Heber, Hahn, Grund kein Weg vorbeiführt. Auch Kehl-Gomez gewohnt aktiv.

Aufgrund der erneuten Absage in Verl ist RWE auf zwei Punkte herangerückt, hat aber auch zwei Spiele mehr absolviert. Positiv jedoch: da das Saisonende immer näher rückt, werden für Verl einige englische Wochen anstehen, beginnend nach dem kommenden Wochenende, wenn man zu Hause erst gegen RWO, dann gegen RWE antreten muss. Es bleibt abzuwarten, ob die Partien bei dem Wetter überhaupt stattfinden können, und ob dann auch Zuschauer dabei sein dürfen, steht auf einem anderen Blatt – Corona lässt grüßen.

RWO hat unter der Woche das Pokalaus hinnehmen müssen und konnte auch gegen Aachen nicht gewinnen. Hier wird sich zeigen, ob die Nachbarn nochmal eingreifen können.

Ob das Spiel gegen Königsblau am kommenden Samstag vielleicht auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden muss, wird wohl ebenfalls bald entschieden. Aber egal, ob mit oder ohne Zuschauer: der Traum lebt weiter!

NIEMALS AUFGEBEN!

Nur der RWE!

19. Spieltag – TuS Haltern – RWE

Es könnte alles so schön sein: RWE spielt gegen einen Gegner im Abstiegskampf, dominiert diesen über 90+x Minuten nach Belieben und fährt einen hochverdienten, ungefährdeten Sieg ein. Aber nein. Stattdessen darf ich immer wieder mich über vergebene Chancen – tabellarisch! – hier auslassen.

Zum Spiel selbst ist genug geschrieben worden in den letzten Tagen. Daher führe ich hier nicht mehr die einzelnen Szenen auf, die das Spiel geprägt haben.

Was mich aber total wurmt, ist die Frage nach dem WARUM. Warum konnte die Mannschaft nicht mal ansatzweise (na ja, bis auf die letzten 10 Minuten, als Haltern platt war) diese Dominanz aufziehen, die sie gegen Lippstadt noch in der zweiten Hälfte zeigte? Die Gründe dafür sind meiner Meinung nach relativ leicht zu identifizieren.

1. Die Aufstellung

Aufgrund der krankheits- und verletzungsbedingten Ausfälle von Heber, Sauerland und Grund wurde die Abwehr ziemlich durcheinander gewirbelt. Dass Neuwirt für Grund gestartet ist, kann ich angesichts seiner guten Performance bei der gleichzeitig durchwachsenen Leistung von Matuwila gegen Lippstadt noch ziemlich gut nachvollziehen. Warum aber nicht Matuwila statt Zeiger. So sympathisch Philipp Zeiger mir immer war, gegen Haltern konnte man aber sehr gut erkennen, warum er nicht (mehr) zur ersten Reihe gehört: mangelnde Schnelligkeit, Fehler im Stellungsspiel (mindestens zweimal per Defensiv-Kopfball den Ball zum Stürmer verlängert), unpräzises Passspiel nach vorne. Seine Auswechslung zur Pause war dringend notwendig, um hinten wieder stabiler zu werden. Hinzu Erwig-Drüppel, der erstmals diese Saison in der Liga zum Einsatz kam, seine Sache zwar ordentlich, aber nicht mit der Dynamik eines Sauerland erfüllte. Dadurch war die rechte Defensivseite in der ersten Halbzeit immer wieder der Hebel, den Haltern zum Kontern ansetzte.

2. Die Konteranfälligkeit

Auch nach dem Seitenwechsel war RWE immer wieder konteranfällig. In gleich zwei Situationen konnte Haltern bei Freistoß RWE vor dem gegnerischen Sechzehner (sic!) innerhalb weniger Sekunden das Spielfeld komplett überqueren, beide Male war Golz zur Stelle (einmal tropfte dabei der Ball auf die Latte), ein weiterer Pfostentreffer sowie ein zurückgenommener Elfer für Haltern nach schnellen Kontern zeigen, dass hier deutlicher Verbesserungsbedarf besteht. Auch in den vergangenen Spielen konnte der Gegner immer wieder Treffer nach Kontern erzielen.

3. Die mangelhafte Chancenverwertung

Ja, der Gegner steht oft mit acht, neun, zehn Mann im eigenen Sechzehner, wir haben demnach nicht viele Chancen. Aber dann muss die bitteschön auch mal jemand nutzen. Dahmani gehörte zwar in meinen Augen gegen Haltern zu den Lichtblicken, aber aus sechs Metern den Ball ins Seitenaus schießen, ist schon ein Kunststück. Ich erwarte, dass in solchen Positionen wenigstens in höchster Not geklärt werden kann, dass der Keeper sich strecken muss oder sonstwas. Aber so ein Ball MUSS aufs Tor gehen. Pronichev macht in dieser Beziehung gerade vieles richtig, indem er auch mal draufhält und sich so halt auch sein Glück erarbeitet.

4. Der Gegner

Haltern hat sich über die Zeit gerettet. Spätestens ab der 70. Minute ging man auf dem Zahnfleisch und hat mit allen Mitteln (Balljungs dazu anhalten, die Bälle langsamer herauszugeben, Foulspiel unter Inkaufnahme einer gelben Karte bei Gegenstößen) gearbeitet. Kann man gut finden oder auch nicht, ist aber so. Mehrfach gehört: „gegen so nen Dorfverein wie Haltern holen wir nur einen Punkt!“ Ja, stimmt. Aber leider können die auch kicken und haben ein paar Routiniers in ihren Reihen.

5. Die eigene Nervosität

Nach dem Rückstand ging bei unserer Mannschaft nicht mehr viel. Viele Fehlpässe oder Zuspiele, die aufgrund ihrer Schärfe einige Meter vom Empfänger abprallten, Missverständnisse in Laufwegen (vermutlich teils der Aufstellung geschuldet)… In der ersten Stunde konnte man nur Golz, Hahn und Kehl-Gomez so etwas wie Normalform attestieren, das war ansonsten zu wenig für ein Team mit Ambitionen nach oben.

Den Schiri kann man diesmal wirklich nicht kritisieren. Hat er zu Beginn noch einiges durchgehen lassen, so griff er im weiteren Spielverlauf ordentlich durch, zeigte Gelb für eine Schwalbe eines Halterners im Sechzehner, Gelb für zwei, drei Mal Zeitspiel und war sich nicht zu fein, sich bei seiner Elfmeter-Entscheidung vom Assistenten überstimmen zu lassen – letzteres gibt es nicht allzu oft.

Was bleibt nun an positiven Dingen mitzunehmen? Wir haben nicht verloren und uns den Punkt (hart) erarbeitet. Futkeu ein absoluter Lichtblick vorne rechts, war nach seiner Einwechslung einer der stärksten Essener, vielleicht etwas unglücklich mit dem letzten Pass. Dahmani hat endlich Präsenz auf dem Platz, vielleicht tat ihm der Treffer gegen Lippstadt wirklich gut. Viel mehr fällt mir momentan leider nicht ein.

Abschließen möchte ich meine kurze Analyse mit einer Bemerkung zur Organisation: Die Kommunikation mit der Mitarbeiterin der TuS war wirklich sehr angenehm und unbürokratisch, daher hat mich überrascht, welches Sicherheitsaufgebot und welche Maßnahmen vor Ort getroffen wurden. Dass mir – trotz Presseakkreditierung und Mail mit deren Bestätigung nicht gestattet wurde, von der Haupttribüne zum Pressebereich zu gehen („Wo ist denn dein Presseausweis?“ – „Hab ich nicht, ich bin als Blogger akkreditiert!“ – „Dann gibt es hier kein Durchkommen, dann musst du aus dem Stadion raus und außen rum!“), empfinde ich als eine Frechheit – für die der Verein freilich nichts kann. Die Spitzen der Offiziellen (nach der beinahe „verunglückten“ Auswechslung drehte sich der junge Mann mit der Auswechslungs-Anzeigetafel auffällig deutlich Richtung Essener Block, Durchsage nach dem Spiel, man habe eine großartige Partie beider Mannschaften gesehen) hätte man sich aber sparen können. Da nützt auch „Adiole“ vor dem Spiel nichts, sorry. Ich denke aber, die TuS Haltern kann auch organisatorisch hier noch einiges lernen.

Leider sind hier zwei Punkte meiner Prognose ausgeblieben. Der Puffer wird kleiner, die Spiele weniger. Es bleibt zu hoffen, dass der SC Verl tatsächlich noch eine Schwächeperiode hinlegt, die wir dann nutzen können. Das Spiel gegen die Kölner Fortuna heute Abend ist abgesagt, vermutlich damit eine weitere englische Woche für die Ostwestfalen. Wir müssen (!!!) in Bonn gewinnen, alles andere kann man wohl nicht mehr verkaufen. In Oberhausen rechnet man schon wieder, ob man wie immer vor RWE landen wird – wenn man sonst nichts (z.B. die nächste Pokalrunde) hat…

Für uns zählt noch immer dasselbe Motto wie zu Saisonbeginn:

NIEMALS AUFGEBEN!

Hier noch ein paar Fotos, aus technischen Gründen ist die Ausbeute etwas mager ausgefallen: