…und schon wieder keine Punkte, RWE…

Kerl… Ich bin ja wahrlich niemand, der gleich nach einer Niederlage das Ende der Welt herbeiredet. Heute jedoch fällt es mir schwer, am Spiel unseres Teams irgendetwas zu finden, dass mich für die kommende Saison zuversichtlich stimmen würde. Dabei waren die Voraussetzungen mit „sieben Punkten aus den letzten drei Partien“, wie Walter Ruege vor dem Spiel noch erwähnte, mit Wetter vom Allerfeinsten nun wirklich sowas wie optimal.

Und die ersten zehn, zwölf Minuten gehörten dann auch RWE. Unser Team hatte bereits nach wenigen Sekunden die erste von gefühlt fünfzig Ecken am heutigen Tag, und nach Ballverlusten wurde direkt nachgesetzt und Rödinghausen gar nicht erst ans Spielen gelassen. Nach dieser guten Phase, die jedoch auf keinerlei Torchance sah, flachte die Partie dann jedoch immer mehr ab, Rödinghausen wollte offenbar nicht nach vorne spielen, RWE fand zwar immer wieder die Außenspieler, doch alles, was in den Strafraum ging, waren dankbare Aufgaben für die Abwehr der Gäste. Auch mehrere Freistöße aus dem Halbfeld – meist Sache von Kevin Grund – landeten direkt in den Armen unseres Ex-Keepers Heimann.

Nach etwa 35 Minuten wurde dann der heute wieder sehr aktive Cedric Harenbrock einmal steil geschickt, mit zwei Haken ließ er die halbe Rödinghauser Abwehr stehen und passte flach in die Mitte, wo der Abschluss von Platzek in höchster Not noch geblockt und damit zum Kullerball wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt war Rödinghausen noch nicht ein einziges Mal gefährlich vor dem Essener Kasten in Erscheinung getreten, Robin Heller bis dahin nur bei ein paar Rückpässen am Ball. Umso bitterer, was dann in der 42. Minute geschah. Becker, der bis in die gegnerische Hälfte aufgerückt war, verlor den Ball, ließ sich dann von einer Körpertäuschung verladen und rannte von dort seinem Gegenspieler ca. 2-3m hinterher. Der zur Hilfe eilende Meier konnte nicht verhindern, dass der Ball an ihm vorbeigelegt wurde, schließlich landete die Kugel dann aus ca. 10m für Heller unhaltbar im kurzen Eck. Mit 0:1 ging es somit in die Pause.

Unser (Immer-Noch-)Trainer entschied, dass Baier in der Kabine bleiben sollte und brachte stattdessen Jansen. Mich würde sehr interessieren, was dieser Wechsel bewirken sollte, denn fortan fehlte im Mittelfeld eine wichtige Anspielstation, wobei Baier auch in Halbzeit eins nicht durch besonderen Offensivdrang aufgefallen war. Erneut kam RWE besser in die Partie, aber mit fortschreitender Spieldauer wurden auch die Bemühungen um den Ausgleich weniger sorgfältig gespielt. Nach einem Freistoß von links brachte ein RWE-Spieler (Jansen? Konnte es nicht richtig sehen…) das Kunststück fertig, am langen Pfosten freistehend aus 3m übers Tor zu schießen.

In dieser Phase dachte sich Niclas Heimann dann wohl, dass er seinem Ex-Team etwas zurückgeben müsse: Nach einem Rückpass spielte Heimann – unter Druck durch den anlaufenden Pröger – einen zu schwachen Pass, den Harenbrock erlief. Der Ball landete erneut bei Pröger (gefühlt deutlich im Abseits, vielleicht kam der Ball vom Gegner?), der Heimann umkurvte und den Ball zum Ausgleich einschob.

Der Torjubel war noch nicht ganz verebbt, als Pröger den Ball an der gegnerischen Grundlinie eine Kerze zurückköpfte auf Malura. Dessen Direktschuss strich nur knapp am langen Pfosten und dem heranfliegenden Harenbrock vorbei.

Wer jetzt jedoch dachte, dies brächte neuen Schwung ins Essener Spiel, wurde leider getäuscht. Zwar hatte der Gast es nun wieder etwas eiliger, trotzdem bekam RWE kaum noch Torszenen zustande. Stattdessen kam es, wie es immer kommt… Rödinghausen spielte mit der linken Essener Abwehrseite Katz und Maus, Zeiger versucht noch, den Ball wegzuspitzeln, nimmt sich damit aber selbst aus der Szene, ein schneller Pass nach vorne und ein Schlenzer in den Winkel – hier war Heller in meinen Augen entweder klar falsch postiert oder er hat einfach nicht die Sprungkraft, die ein regionalliga-tauglicher Torhüter benötigt.

Der Rest der Partie bestand aus verzweifelten Versuchen, Jansen oder Platzek hektisch per hohem Ball anzuspielen. Keiner dieser Bälle kam jedoch an. Quasi mit dem Schlusspfiff hatte Rödinghausen noch die Chance aufs 3:1, als Heller nach einem Querpass die Variante „vorlegen“ statt „wegkloppen“ wählte und dann das Laufduell mit dem Rödinghauser vergeigte. Dessen Schuss gegen die Laufrichtung des Keepers, der außerhalb des Sechzehners unterwegs war, strich jedoch knapp am Pfosten vorbei.

Insgesamt war mir das heute viel zu wenig für ein Team, das die Saison noch möglichst positiv zu Ende spielen will. Zwar stimmte phasenweise der Einsatz, keine Frage, aber halt nicht über 90 Minuten. Wo war der unbedingte Wille, die Partie zu gewinnen?

Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich das Ende der Saison herbeisehne. Es sind zwar nur noch ein paar wenige Spiele, und eigentlich kann auch nach unten nichts mehr anbrennen, aber die Art und Weise, wie „mein“ Verein zurzeit auf meinen Nerven herumtrampelt, ist kaum noch zu ertragen. Es bleibt noch die Hoffnung auf den Niederrheinpokal, doch selbigen samt DFB-Pokalspiel würde ich für eine Saison „obendrin“ jederzeit hergeben.

Die „aktive Szene“ übt sich derweil in Schweigen und dem Aufhängen von „Lösungen finden“-Transparenten. Den Sinn dahinter mögen einige wenige verstehen, in meinen Augen leistet man damit der Mannschaft einen Bärendienst, denn ich glaube, mit mehr Feuer auf der Tribüne wäre sicher mehr drin gewesen – so müßig es auch ist, darüber zu spekulieren. Die erste Lösung, nämlich die an der Seitenlinie, könnte morgen präsentiert werden, wenn das stimmt, was heute ein Vöglein gezwitschert hat. Ich bin gespannt.

Mittwoch geht es für die Mannschaft nach Wuppertal, eigentlich ein Höhepunkt der Saison, ich selbst verspüre derzeit aber keinerlei Wunsch, mir das Gebolze dort auch anzutun. Vermutlich wird es also einen Auswärtssieg geben, bevor es kommendes Wochenende zur Viktoria nach Köln geht.

Ich gehe jetzt ne Runde grillen und genieße dann das letzte Heimspiel der Volleyballer vom VV Humann samt Freibier und Grillwurst – die haben immerhin eine erfolgreiche Saison (so gut wie) hinter sich.

In diesem Sinne…

…NUR DER RWE!

Alter Verwalter,…

…meine Nerven! Muss das denn immer so ne enge Kiste sein?

Aber fangen wir vorne an. Bedingt durch einen privaten Termin war ich heute erst gute 10 Minuten nach Anpfiff auf meinem Westkurven-Stammplatz. Vorsichtig gesagt habe ich angesichts des weiteren Spielverlaufs in Halbzeit eins wohl nicht so viel verpasst.

Und weil es wohl nicht genügt, dass wir in der Liga nicht zu null spielen können und die Gegentore zudem zur Unzeit auch in der falschen Menge fallen, kassierten wir heute mal einen Treffer der kuriosen Art: Langer Einwurf in den Essener Strafraum, der Ball springt einmal, zweimal auf, und weil sich keiner der anwesenden Defensivspieler berufen fühlte, den Ball anzunehmen oder auch wegzudreschen, schob ihn ein Gladbacher einfach Lenz durch die Beine.

Sekunden nach Wiederanpfiff – Walter Ruege war gerade dabei, den Treffer zu verkünden, ich war noch nicht fertig damit, das Ergebnis an die Daheimgebliebenen zu tickern – nahm sich Bednarski ein Herz. Nach kurzem Sprint und Haken nach innen schickte er einen tollen Flachschuss auf die Reise, der im langen Eck einschlug. Postwendend der Ausgleich, keine Zeit für die „kleinen Fohlen“ (Hoppla, ein Pleonasmus!), den Schalter auf „mauern“ zu stellen.

Da ansonsten nichts, aber auch wirklich gar nichts außer ein paar seltsamen Schwächeanfällen bei den Gästen passierte, bekam das Spiel von mir zur Halbzeit das Prädikat „lauer Frühlingskick“.

Und so waren die Erwartungen, in der zweiten Halbzeit im „Hexenkessel Hafenstraße“ eine packende Begegnung zu erleben, nicht besonders hoch. Doch besonders RWE schien sich dann doch etwas vorgenommen zu haben. Nur wenige Augenblicke nach Wiederanpfiff setzte sich Pröger über rechts durch, lief parallel zur Grundlinie und versuchte, in der Mitte Platzek zu erreichen, doch der Ball wurde im letzten Moment zur Ecke geklärt. Nur wenige Minuten später hatte Bednarski die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber knapp am Gladbacher Keeper, der sich aus meiner Sicht völlig lächerlich minutenlang behandeln ließ, weil er sich vom Essener Stürmer getroffen fühlte. Ich persönlich halte Bednarski für so fair, dass er sich in dem Fall zumindest entschuldigt hätte, doch da er keine Anstalten machte, dies zu tun, gehe ich davon aus, dass da kein Kontakt gegeben war.

Bednarski war dann auch der Hauptdarsteller in der nächsten Szene: Flanke Platzek, schöner Kopfball aus vollem Lauf aus knapp 1m (!), doch der Gladbacher Keeper bekommt die Arme noch hoch und rettet zur Ecke. Wenig später schaffte es Zeiger aus noch kürzerer Distanz, eine Ecken-Verlängerung von Platzek am langen Pfosten neben den Kasten zu setzen – die Führung längst hochverdient. Es schien jedoch eines dieser Spiele zu werden, die man auch nach drei Stunden Spielzeit nicht gewinnt. Während die Gladbacher nun jede Chance nutzten, Zeit von der Uhr zu nehmen – jeder noch so kleine Schubser führte zum Aufmarsch der medizinischen Abteilung – fand RWE trotz der mittlerweile deutlichen Kontrolle über das Spiel nur schwerlich die Mittel, um das Tor der Gäste in Gefahr zu bringen. Ein weiterer Kopfball von Zeiger wurde noch mit einer Blitzreaktion über den Kasten gelenkt.

Als der schwache Schiedsrichter einen seiner umstrittenen Freistöße in zentraler Position vor dem rot-weissen Kasten gab, schwante so manch einem im Stadion sicher schon Böses. Der Freistoß senkte sich gefährlich über die Mauer, doch auch Lenz „kann“ Glanzparaden. Es ist müßig, an dieser Stelle zu diskutieren, ob Robin Heller auch so schnell abgetaucht wäre, doch in dieser Szene gehört der Dank ganz klar Lenz, der das Unentschieden zu diesem Zeitpunkt festhielt.

Wir hatten uns in unserem Eckchen in W3 schon mit dem erneuten Unentschieden abgefunden (zu sehr plätscherte das Spiel mittlerweile wieder dahin), als Pröger einen Pass schnell und steil auf Urban spielte, der die Nerven behielt und in der Mitte mit einer butterweichen Flanke Marcel Platzek bediente. Und endlich war der Ball da, wo er hingehört – im Netz des Gegners! Ein Tor, das wie eine Befreiung wirkte, denn ein Punktgewinn für die Gäste wäre heute alles andere als verdient gewesen.

Doch wir sind ja beim RWE, und so warfen die Gäste nun alles nach vorne, wo sie auch noch zwei Freistöße aus gefährlicher Position bekamen, die aber jeweils geklärt werden konnte. Interessant in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass Lenz noch gelb für Zeitspiel bekam, obwohl sein Kollege auf der anderen Seite in mindestens gleichem Umfang zuvor Sekunde um Sekunde bei jedem Abstoß ausgekostet hatte.

Am Ende war es dann aber tatsächlich soweit – erster Liga-Sieg in diesem Kalenderjahr für RWE, gegen einen Gegner, der schon früh deutlich machte, dass er eigentlich keine Lust auf eigene Angriffe hatte und immer wieder das Tempo aus dem Spiel nahm.

Auffälligster Spieler war heute sicherlich Kamil Bednarski, der in den letzten Partien immer besser in Erscheinung treten konnte. Obwohl er sicher nicht der schnellste und technisch versierteste (Ball“annahme“!!!) im Team ist, so ist er mit seiner Statur und Torgefährlichkeit mittlerweile mindestens so wertvoll wie Pröger auf der anderen Seite, der ja mehr durch Tempo und Einsatz sticht. Ich möchte mich gar soweit aus dem Fenster lehnen, dass die beiden bis zum Saisonende sicherlich den Vorzug von Jansen bekommen werden, so sie denn fit bleiben.

Zum Schiedsrichter habe ich ja schon einiges gesagt. Ich möchte trotzdem noch ergänzen, dass ich schon auffällig fand, wie oft winzigste Körperkontakte mit anschließender „Verletzungsunterbrechung“ tatsächlich abgepfiffen wurden. Ich meine, wenn er ein- oder zweimal darauf eingeht – okay. Aber irgendwann muss doch auch dem Schiedsrichter mal auffallen, dass das Verhältnis zwischen Foul und Behandlungsbedarf nicht stimmt. Lernt man sowas nicht in einem Schiri-Kurs? Das haben seine Kollegen in den letzten Spielen deutlich besser im Griff gehabt. Dass diese ständigen Unterbrechungen auch nicht dazu beitrugen, dass ein ordentliches Spiel zustande kommen konnte, ist wohl klar…

Ich jedenfalls war schon lange nicht mehr so nervös nach einer eigenen Führung in den Schlussminuten. Das ging beinahe so weit, dass ich die letzten Freistöße vor unserem Kasten am liebsten gar nicht mit ansehen konnte. Warum immer so spannend? Ich werd‘ zu alt für den Scheiß.

Für die Partie am kommenden Donnerstag wünsche ich mir einmal einen glatten, ungefährdeten 3:0-Sieg unserer Mannschaft. Einfach nur mal für den Blutdruck

Das Imperium schlägt zurück

Niederrheinpokal – Halbfinale gegen den TV Jahn Hiesfeld, der im Viertelfinale immerhin den Wuppertaler SV aus dem Turnier gekickt hat – RWE sollte gewarnt sein. Das Team bestückt mit einigen ehemaligen RWO-Akteuren, die öffentlich mit dem Sieg über RWE geliebäugelt haben. gab sich im Vorfeld kämpferisch. So hat man die berühmte Einleitung der Asterix-Comics umgetextet. Man sei gewillt, dem übermächtigen Gegner (nennen wir es einfach „Essener Imperium“) das Leben schwer zu machen.

Das gelang auch gute 20 Minuten recht ordentlich, zu zerfahren die Aktionen der Hausherren. Viele Stockfehler prägten das Spiel, und RWE hatte kaum Zeit, mal ein paar präzise Pässe am Stück zu spielen, weil Hiesfeld zu Beginn sein Heil in der Offensive suchte. Mit fortschreitender Spielzeit entwickelte sich dann aber doch in Hälfte eins ein Spiel im besten Handball-Stil, immer herum um den Dinslakener Strafraum. Wurde der Ball geklärt, so war umgehend ein rot-weisser Fuß zur Stelle, um den Ball wieder zu sichern. Leider dauerte es trotzdem bis zur 30. Minute, bis Timo Brauer per Geistesblitz Kai Pröger auf die Reise schickte, dieser aber am Keeper im Eins-gegen-Eins scheiterte. Gute 10 Minuten später musste der Hiesfelder Keeper sich strecken, als er vom eigenen Mann auf dem falschen Fuß erwischt wurde, und quasi mit dem Halbzeitpfiff nagelte Platzek einen Kopfball nur knapp neben den Kasten, und so musste man sich mit einem torlosen Unentschieden zum Pausentee (den wollte ich schon IMMER mal bringen) begeben.

Nach dem Seitenwechsel wurden die rot-weissen Angriffe dann deutlich zielstrebiger als zuvor. Wieder und wieder gelang es, hinter die Abwehrkette zu kommen, und immer wieder nutzen Baier und Brauer die sich bietenden Möglichkeiten, Malura / Pröger auf rechts bzw. Bednarski / Grund steil anzuspielen. Während nach knapp 50 Minuten ein Volleyschuss von Pröger aus 11m nach feiner Bednarski-Flanke noch knapp am Kasten vorbeistrich und wenig später ein Angriff wegen äußerst zweifelhaftem Abseits abgepfiffen wurde, war es dann in der 62. Minute endlich soweit: Eckball RWE, Baier spielt den unbeliebten kurzen Pass auf Grund, der sich um seinen Gegenspieler dreht und den Ball von der Grundlinie zurücklegt. Dort lässt Zeiger den Ball passieren und Meier hatte freie Schussbahn – 1:0.

Dieser Treffer belebte das Spiel, denn nun musste Hiesfeld endlich die Deckung öffnen. Nur drei Minuten nach der Führung gab es erneut Eckball, diesmal von der anderen Seite. Flanke Grund, Platzek verlängert, und am langen Pfosten drückt Malura den Ball aus einem knappen Meter flach ins Tor.

RWE nahm eine kurze schöpferische Pause, um die nun intensiver werdenden Bemühungen der Gäste abzufangen und nicht in Konter zu laufen. Stattdessen konnte zehn Minuten vor Schluss nachgelegt werden: Der heute wieder extrem laufstarke Platzek erobert einen hohen Ball an der Mittellinie, läuft über rechts, lässt Pröger kreuzen, zieht dann nach innen und flankt auf den völlig blank stehenden Bednarski, der den Ball annimmt und über den herauseilenden Keeper lupft. Zwar versucht noch ein Verteidiger, den Ball zu klären, kommt dabei aber zu spät 3:0 – Drops gelutscht!

Während ich einige Freunde noch per WhatsApp über den weiteren Treffer informierte, fiel dann nach einem erneuten schnellen Angriff über Pröger das 4:0, mit dem Schlusspfiff bereitete dann Timo Brauer mit einem Zuckerpass per Außenrist auf Bednarski das 5:0 vor.

Bemerkenswert, dass Hiesfeld im kompletten Spiel nicht einen einzigen gefährlichen Schuss aufs rot-weisse Tor abgegeben hat. In den paar Situationen, in denen Lenz Flanken vom Himmel pflücken musste, strahlte er dabei eine ungeheure Souveränität aus.

Erfolgsgaranten heute ganz klar Platzek mit seiner Laufarbeit, Grund mit zwei Vorbereitungen sowie Bednarski mit seinen Treffern. Bei letzterem würde ich mir wünschen, dass er seine körperliche Robustheit öfter einsetzen würde, um Bälle abzusichern und ordentlich anzunehmen, zu oft springen Bälle ungünstig von ihm weg oder werden ihm einfach abgelaufen. Baier versteckte sich für meinen Geschmack in Halbzeit eins zu sehr, nach dem Wechsel war er einfach überall zu finden – warum nicht früher so?

Noch ein Wort zur Stimmung: Während die Gästefans sich auch nach den Toren nicht vom Feiern abhalten ließen, handelte die aktive Szene heute mal wieder nach dem Motto „et is noch immer joot jejange“ und schwieg größtenteils. Ich finde es dennoch traurig, dass ohne besagte Jungs und Mädels einfach keinerlei Stimmung aufkommen wollte. Und ich behaupte, dass heute nur die ganz harten Fans im Stadion waren, mit Event-Erfolgs-Schönwetter-Fans hatte das jedenfalls nichts zu tun. Immerhin bot dies die Gelegenheit, auch dem Schiri / Assistenten mal lautstark mitzuteilen, was man von dessen Entscheidungen hält, und auch die launigen Gesänge der Gäste waren ordentlich zu vernehmen. Ich möchte an dieser Stelle noch kurz die letzte offene Frage („Warum seid ihr H***n so leise?“) beantworten: Für euch Spiel des Jahres, für uns nur ein lästiger Kick in einer Phase, die man durchaus als Krise bezeichnen könnte. Da haben die meisten hier wohl keine Lust zu feiern…

Ich hoffe auf ein packendes Finale mit hoffentlich besserem Ende für uns. Wie ich durchaus scherzhaft bereits bei Twitter/Facebook erwähnte, wäre ich einem Finale an einem neutralen Ort wie beispielsweise dem Niederrheinstadion (verstehste? Neutraler Ort?) nicht abgeneigt. Wenn ich richtig informiert bin, findet der diesjährige „Tag der Amateure“ am Pfingstmontag statt – freihalten, Leute!

Den durchaus tapferen Gästen möchte ich in bester römischer Tradition für die Heimreise in ihr kleines, unbeugsames Dorf mitgeben: „Assindia seu vicit cope!“

Mächtig in die Hose…

Endlich wieder Pflichtspielalltag, kein Pokalgeplänkel, keine unwichtigen Testspielereien, nein: Punktejagd.

Bei kühlem aber winterlich-schönem Wetter lockte also endlich wieder die heimische Hafenstraße, und ein latenter Optimismus lag in der Luft, dass heute gegen die Tabellenkeller-Kinder vom Bonner SC direkt der erste Heimsieg gelingen sollte. Und auch das Team schien sich der Verantwortung bewusst und erarbeitete sich nach nur wenigen Sekunden direkt die erste Ecke, die jedoch wirkungslos verpuffte. Was folgte, vermochte einem die Verwunderung ins Gesicht zu treiben: Um jeden Zentimeter wurde gekämpft und verlorene Bälle noch in der gegnerischen Hälfte zurückerobert. Der Bonner SC kam einfach nicht in die Partie, trotzdem gehörte ihm die erste „Chance“ des Spiels, als Pröger einen Ball in Höhe der Mittellinie nur knapp vor seinem Gegner erwischte und ihn per Pressschlag klären wollte. Damit überlistete er jedoch die eigene Abwehr und schickte einen Bonner auf die Reise, der aber den Ball ungefähr so verzog, wie Baier neulich seinen Elfer in Düsseldorf.

Unbeeindruckt rollte jedoch ein Angriff nach dem anderen auf das Bonner Tor. Gleich zweimal hatte Platzek die Führung auf dem Fuß, Pröger hätte in einer Situation nur noch ablegen müssen, entschied sich aber für den Torschuss, der pariert wurde. Malura flankte einige Male gut in die Mitte, sodass in höchster Not geklärt werden konnte, zudem fehlte es manchmal am Quentchen Glück beim entscheidenden Pass. Auf der anderen Seite musste Heller, der für den kurzfristig verletzten Lenz wieder im Kasten stand, ein einziges Mal nach einer tollen Einzelaktion eines Bonners reagieren, ansonsten brannte hinten dank dem erneut bärenstarken Philipp Zeiger mit seinen Compagneros Meier und Becker nichts an.

Leider jedoch wurde der enorme Einsatz nicht belohnt, und so ging es torlos in die Pause. Nach dem Wechsel bot sich ein ähnliches Bild, aber die Bonner begannen, die Essener Angriffsbemühungen immer wieder frühzeitig zu unterbinden, so dass es kaum noch Torszenen zu sehen gab. Gerade als Giannikis Brauer und Lucas (heute linkes Mittelfeld) gegen Harenbrock und Jansen getauscht hatte, geschah das Unfassbare: Eine eigentlich harmlose Flanke flog in hohem Bogen in den rot-weissen Strafraum, der ansonsten abgeklärte Timo Becker dachte wohl, Heller nähme sich des Balles an und zog den Kopf ein. Hinter ihm jedoch fiel der Ball einem Bonner Spieler vor die Füße, der trotz aller Überraschung die Nerven behielt und den Ball aus zwei Metern fast schon versehentlich im Tor unterbrachte.

Was folgte, waren erneute, mehr oder weniger wütende Angriffe der rot-weissen, doch Bonn tat jetzt das, was man erwartete: Sie igelten sich im eigenen Sechzehner ein und begannen mit einem Zeitspiel der fürchterlichsten Art: Bei gleich zwei Wechseln taten die Auszuwechselnden so, als ob sie gar nicht wüssten, dass sie gemeint seien, bei einer Ecke versuchte einer der Ersatzmänner, Baier an der Ausführung zu hindern und begann eine Diskussion mit dem Schiedsrichter, der ihm sogar schlussendlich die gelbe Karte zeigte. Gleichzeitig schlichen sich bei RWE immer mehr Ungenauigkeiten ins Passspiel ein, so dass ein ordentlicher Aufbau von Druck kaum noch möglich war.

Zu diesem Zeitspiel-Gedöns sei mir eine persönliche Anmerkung gegönnt: Ich bin der Auffassung, dass hier viel öfter und konsequenter von den Unparteiischen durchgegriffen werden müsste. Zeigt ein Spieler nicht deutlich, dass er an dem Wechsel seiner Mannschaft teilnehmen möchte, indem er den Platz zügig verlässt, so sollte der Schiedsrichter den Wechsel für den Moment ablehnen und ihn auf die nächste Unterbrechung verlegen. Für mich sind Szenen wie diese (oder der Eckball, für den sich am Ende niemand mehr zuständig fühlte) ein Plädoyer für das Anhalten der Uhr. By the way: Kann sich irgendwer an ein ähnliches Zeitspiel unserer Mannschaft erinnern – und ich meine nicht „mit dem Ball zur Eckfahne“?

In einer einzigen Szene lag der Torjubel schon den meisten Anwesenden auf der Zunge, aber der Ball wurde wohl tatsächlich vor der Linie geklärt, sodass es auch keinerlei Proteste der Spieler gab. Am Ende griff mal wieder die alte Weisheit „Machste se vorne nicht, kriegste hinten einen.“

Eines der besten Heimspiele seit langem – zumindest in Halbzeit eins – wurde durch einen einzigen individuellen Fehler total ad absurdum geführt. So wurde aus dem Bonnduell ein Abend, der mir persönlich noch schwer im Magen liegt und an dem ich noch ordentlich zu verdauen habe (man möge mir die Wortspielerei verzeihen).

Was mich allerdings positiv stimmt ist, dass der in Düsseldorf noch so schwache Baier heute wieder Präsenz und Einsatz zeigte. Einige wichtige Ballgewinne, Grätschen, ein zwei Haken am Sechzehner und das Auge für den Mitspieler – so wie man ihn sehen will. Pröger hingegen hat heute einen rabenschwarzen Tag erwischt. Nicht nur oben beschriebene Chance für Bonn, auch einige unnötige Ballverluste, der vergebene Torschuss statt dem Querpass zum sicheren 1:0 und ein Lauf auf die linke Seite, an dessen Ende er den Fall wegen des schwachen Fußes nicht mehr sinnvoll abspielen konnte. Nein, bei ihm lief es heute nicht rund.

Spielerisch war die erste Halbzeit toll anzusehen. Immer wieder wurden Pässe mit dem Rücken zum gegnerischen Tor angenommen und direkt auf die Außenspieler abgelegt. Hier gab es zwar auch einige Ausrutscher, aber nichts, woran man nicht arbeiten könnte.

Erwähnenswert auch, dass nicht die leiseste Note in Richtung des scheidenden (hihi, Scheide! *kicher*) Trainers zu hören war. Die Fans haben bislang anscheinend akzeptiert, dass er noch zu uns gehört. So muss das.

Zu den Choreos vor dem Spiel und nach der Halbzeit wird es bestimmt an anderer Stelle zu lesen und sehen geben. Danke an die Organisatoren, das war zweifache Gänsehaut!

Nachdem das Nachholspiel in Wuppertal abgesagt wurde, erwartet uns als nächstes der SC Wiedenbrück, von dem ich mit Schrecken vernommen habe, dass er auf Tabellenplatz 3 rangiert.

Ich hoffe, dass der Frust über die heutige unnötige Niederlage bis dahin aus den Köpfen der Spieler ist. In der aktuellen Situation jedoch reisen wir als Außenseiter an, und das muss ja nicht immer die schlechteste Voraussetzung sein. Vielleicht tut ein bisschen Demut uns auch mal ganz gut.

Ein Pflichtsieg zum Abschluss

So, das war das Fußballjahr 2017. Mit einem Auswärtsdreier bei den kleinen Geißböcken geht RWE in die Winterpause. Im Folgenden meine Eindrücke aufgrund der Stream-Bilder.

Um es kurz zu machen: es war Kern berauschendes Spiel, doch unter dem Strich geht der Sieg wohl in Ordnung.

In Halbzeit eins gab es auf beiden Seiten exakt eine Torchance: die Kölner konnten nach gut 10 Minuten in den Essener Strafraum eindringen, den finalen Querpass konnte sich der meist souveräne Lenz gerade noch so aufnehmen. Mit der einzigen Essener Chance dann die Führung: Harenbrock, der heute Platzek vertrat, erlief einen zu kurz geratenen Rückpass und stocherte den Ball am heraus eilenden Keeper vorbei ins Netz. Ansonsten passierte nichts, aber auch gar nichts Nennenswertes.

In der zweiten Halbzeit versuchten die Kölner alles, um die drohende Niederlage noch abzuwenden. RWE konnte nur wenige Akzente nach vorne setzen, die einzig echte Torszene hatte Pröger mit einem Knaller aus gut 25m an die Latte. Auf einen Dreifachwechsel der Gastgeber reagierte Giannikis, indem er für den insgesamt eher blassen Harenbrock Lucas ins Spiel schickte und so die Macht wieder ins Gleichgewicht brachte.

Der eigentliche Höhepunkt des Spiels gelang dann aber wieder Pröger quasi mit dem Abpfiff. Kurz hinter der Mittellinie auf die Reise geschickt zog er mit seiner Schnelligkeit bis in den gegnerischen Strafraum und schob den Ball kontrolliert ins lange Eck. Sack zu, Schluss, aus, Nikolaus!

Neben Pröger war für mich heute Unzola Spieler es Spieles. Was der heute abgeräumt hat, war schon aller Ehren wert, und auch offensiv hat er sich immer wieder mit eingeschaltet, was ich auf der anderen Seite bei Malura ein wenig vermisst habe.

Mit den letzten Auftritten konnte sich RWE damit auch für die Winterpause etwas Luft verschaffen. Es ist nun an der sportlichen Leitung, die personelle Situation zu durchleuchten und die richtigen Schlüsse, auch schon im Hinblick auf die kommende Saison zu ziehen.

Aber das, lieber Leser, ist genug Stoff für einen eigenen Beitrag.

In diesem Sinne wünsche ich euch schon jetzt ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Nur der RWE!

Es wäre einfach zu schön gewesen…

Nach der kleinen Serie mit 10 Punkten aus 4 Spielen und dem Sieg im Pokal stand vergangenen Freitag für unseren neuen Trainer die Premiere unter Flutlicht gegen die „kleinen Dortmunder“ auf dem Programm. Aus persönlichen Gründen (immer dieser Wochenend-Stress…) komme ich leider erst jetzt dazu, meine Gedanken dazu niederzuschreiben. Ich bitte, Fehler in der Chronologie großzügig zu übersehen.

Mehr oder weniger parallel spielte schon beinahe traditionell die „Erste“ der Gäste, diesmal auswärts in Stuttgart, sodass sich eine ordentliche Meute auf der Gästetribüne versammelt hatte. Für etwas Atmosphäre war also gesorgt.

Leider konnte die Mannschaft den Schwung der letzten Partien zunächst nicht auf den Platz bringen. Viel zu oft war man den berühmten „Schritt zu spät“, immer wieder ließen die Dortmunder den Ball in quälend langen Ballstafetten in der Essener Hälfte laufen. Entlastungsangriffe unserer Mannschaft fanden quasi ebensowenig statt wie gefährliche Szenen für unseren Kasten, trotzdem hatte Fußballgott Platzek die einzige „echte“ Chance der ersten Hälfte: Ein abgewehrter Ball landete bei Baier, der postwendend unseren Stürmer mit einem feinen Außenrist-Pass auf die Reise schickte. Kurzer Haken nach innen – leider stellte der Distanzschuss aus gut 18m den Dortmunder Keeper vor keine größere Herausforderung. So ging es also mit 0:0 in die Pause.

Gute 10 Minuten nach Wiederanpfiff entschied der – vorsichtig gesagt nicht immer ganz glücklich entscheidende – Schiri auf Freistoß für die Borussia. Aus meinem Sichtwinkel von W3 aus möchte ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber ob da wirklich ein Foul vorlag? SICHER bin ich da nicht… Wie dem auch sei, der Freistoß landete im „Mauereck“, und nach Sichtung der Videobilder gehe ich da mit den ersten Meinungen einiger Freunde konform, dass Heller eine gewisse Teilschuld trägt. Auch wenn er den Ball spät sieht, muss er als Keeper – sorry, Robin – zumindest mal versuchen, die Hände hochzunehmen. Ich weiß natürlich nicht, inwiefern die heute bekannt gewordene Schulterverletzung da Einfluss genommen hat. Auf diesem Wege GUTE BESSERUNG an unsere Nummer 33!

Dieses unnötige Tor, es schien jedoch unser Team endlich wachzurütteln. Die Angriffsbemühungen wurden intensiver, das Spiel gleichzeitig ruppiger. Nach einem langen Ball von Baier wurde (diesmal von W3 gut zu sehen) Malura eindeutig am Arm festgehalten und kam zu Fall – der Schiri (ich wiederhole: nicht der beste Mann auf dem Platz) entschied statt auf „mindestens gelb“ auf „weiterspielen“. Hier wurde in meinen Augen mit einer Fehlentscheidung eine dicke Chance für unser Team verhindert.

Eine weitere große Möglichkeit arbeitete der erneut unermüdliche Pröger heraus, sein Querpass in  die Mitte des Strafraums von der Grundlinie wurde aber im letzten Moment geblockt. Zudem konnte noch Baier mit dem schwachen linken Fuß nach schönem Zusammenspiel mit Bednarksi einen Schuss aufs Tor ablassen, ansonsten war es das schon mit den nennenswerten Torraumszenen des Spiels.

Trotz der Niederlage hatte ich diesmal das Gefühl, als wäre das Publikum deutlich weniger enttäuscht nach Hause gegangen als beispielsweise nach dem Unentschieden gegen Wegberg. Man musste einfach anerkennen, dass die Dortmunder an diesem Abend vor allem in Hälfte eins eine Nummer zu groß waren. Über die Ansetzung eines Schiedsrichters, der sich bei den Gästen eine Mitfahrgelegenheit hätte erfragen können, möchte ich an dieser Stelle nicht großartig philosophieren. Ich gehe einfach nicht davon aus, dass er absichtlich pro BVB gepfiffen hat, zumal er in der ersten Halbzeit auch mindestens zwei Eckbälle für die Gäste nicht gegeben hat.

Ein Aufwärtstrend bleibt trotzdem deutlich erkennbar. Das Gegentor hat anders als noch zu Demandt-Zeiten in der Mannschaft keine größere Unruhe ausgelöst, stattdessen merkte man dem Team an, dass es mit allen Mitteln versuchte, die drohende Niederlage noch abzuwenden. Dass dies nicht immer klappen kann (wie noch in Aachen), sollte jeder verstehen können. Und mal ehrlich: Ein erneuter Erfolg wäre irgendwie doch auch unheimlich gewesen, oder?

Wichtig jedoch ist und bleibt, dass die Mannschaft alles dafür tut, dem Publikum zu zeigen, dass es will. Auch in den letzten Minuten der Partie, mit wahrscheinlicher werdender Niederlage, war nichts von „Aufgeben“ zu erkennen.

In der kommenden Woche findet die nächste Pokalrunde im Niederrheinpokal statt. Dieser Wettbewerb ist natürlich wieder enorm wichtig für uns, bevor wir beim Auswärtsspiel in Wuppertal dann wieder von Sport1 „beglückt“ werden. Da an diesem Wochenende wieder Wochenendstress herrschen wird (Stichwort „Nikolaus“), werde ich leider nicht vor Ort sein können.

Rot-Weisse Wohlfühl-Atmosphäre

RWE gegen die 2. Mannschaft der Fortuna, es gibt sicher prestigeträchtigere Spiele. Es gibt bestimmt aber auch Spiele, die einen spannenderen Verlauf haben. Und es gibt Spiele, bei denen es mehr zu meckern gab.

Unmittelbar nach dem Anstoß und dem damit verbundenen, ersten RWE-Angriff zeigte der Gästekeeper, welche Taktik von der Fortuna zu erwarten sein würde: schon nach 30 Sekunden brauchte er für seinen Abstoß etwa genauso lange. Und so überließen sie unserem Team weitestgehend den Ball, igelten sich wie so viele Gegner zuvor hinten ein und versuchten von Beginn an, die Zeit in der Hoffnung auf einen überraschenden eigenen Treffer herunterlaufen zu lassen. Zum Glück hielt diese Taktik nicht allzu lange den rot-weissen Angriffen stand: nach nur 15 Minuten versuchten zwei Düsseldorfer, eine Flanke zu blocken, schossen sich dabei aber so ungünstig an, dass der Ball in den Strafraum trudelte. Pröger reagierte am schnellsten, erlief den Ball und schob ihn zum 1:0 ins Netz.

Zu diesem Zeitpunkt hätte es schon ein- oder zweimal klingeln können, doch ein Verteidiger konnte jeweils vor Platzek per Kopf klären. Und auch nach der Führung lief das Spiel nur in eine einzige Richtung: auf das Tor der Düsseldorfer. So kam mit der x-ten Ecke die verdiente Belohnung. Die schon mehrmals gesehene Variante „Ecke Grund, verlängert von Zeiger“ brachte den Ball auf den Kopf von Platzek – 2:0.

Wenig später hatte Bednarski das 3:0 auf dem Fuß, als er sich in einem Laufduell durchsetzte, der Gästekeeper konnte aber gerade noch rechtzeitig abtauchen und den Ball sichern. Hier wäre vielleicht der Querpass auf Pröger die bessere Option gewesen, doch als Stürmer darf man den Egoismus in dieser Situation (zumal bei diesem Spielstand) wohl haben.

Ein Baier-Schuss führte zu einer weiteren Ecke (hat eigentlich mal einer mitgezählt, wie unfassbar viele das heute waren!?), und der heute wieder bärenstarke Pröger lief einen tollen Sololauf bis zur Grundlinie in den Strafraum hinein, konnte aber in letzter Sekunde noch am Querpass gehindert werden.

Erwähnenswert in der ersten Hälfte noch die letzten Sekunden, der Ball von Baier per Grätsche erkämpft und unter „Hey“-Rufen in den eigenen Reihen gehalten wurde. Sofort war das Publikum „da“, etwas altes Hafenstraßen-Flair lag in der Luft.

Nach dem Wechsel identisches Bild: Düsseldorf arbeitete sich am starken Essener Mittelfeld ab (Brauer und Baier überall!), scheiterte dann kläglich an der Essener Defensive (Zeiger, der „Hummels von Essen“ gewohnt mit tollem Stellungsspiel und Becker an seiner Seite vollkommen fehlerfrei) und konnte froh sein, nicht nach den diversen Chancen weitere Tore kassiert zu haben. Allein in einer einzigen Situation scheiterten Bednarski, Baier und schließlich Platzek, aber auch Pröger und Malura hatten gute Möglichkeiten, auf 3:0 zu erhöhen. Auch hier wieder Ecke um Ecke, wobei mir persönlich die von Grund geschossenen Bälle besser gefielen als die von Baier, der nach der Auswechselung (verletzungsbedingt?) diese übernahm. Vielleicht beim nächsten mal Pröger?

Ein völlig ungefährdetes 2:0, vorerst Platz 8, 10 Punkte aus den letzten vier Spielen – der rot-weissen Fanseele könnte es echt schlechter gehen. Einzig die Chancenverwertung wäre vielleicht zu bemängeln (siehe Ecken), aber man muss ja nicht immer ein Haar in der Suppe suchen. Wenn nun die Stimmung auf den Tribünen mal wieder in einen besseren Bereich käme – ich könnte glatt Fan von diesem Verein werden. 5700 Zuschauer sind ziemlich enttäuschend, aber vielleicht auch dem Herbstwetter geschuldet. Ich würde mir auch für die Mannschaft wünschen, dass es kommenden Freitag wieder deutlich mehr sind.

Trainer Giannikis scheint derzeit die richtigen Worte zu finden. Es ist ihm zu wünschen, dass dies noch sehr, sehr lange so sein wird. Die Hinrunde endet für RWE mit der heutigen Partie, dazu in einem späteren Beitrag sicher mehr.