18. Spieltag – RWE – Alemannia Aachen

Neuauflage des Pokalfinals von 1953. RWE gegen Aachen, mehr Tradition geht in der Regio West wohl kaum. Die mehr als 13.000 Zuschauer – darunter ein ordentlicher Haufen aus Aachen – sahen ein tolles Spiel mit dem besseren Ausgang für die gute Seite der Macht.

Es war winterlich kalt an der Hafenstraße, doch immerhin verzichtete Petrus auf eine Dusche und so konnte der Westschlager der Regionalliga erfreulich viele Fans an die frische Luft locken.

Titz entschied sich erneut zu einer Veränderung der Startaufstellung. Krasniqi saß auf der Bank, für ihn durfte Dorow im Mittelfeld walten.

Es war von Anfang an eine gute Partie beider Mannschaften, wobei RWE den deutlich besseren Start erwischte, als besagten Dorow den Ball nach einer schönen Pass-Stafette auf Endres spielte, der frei vor dem Aachener Keeper keine Mühe hatte, den Ball zur frühen Führung im Netz unterzubringen.

Die Alemannia reagierte zunächst etwas geschockt, fing sich jedoch mit fortlaufender Zeit und kam zu einer Handvoll guter Chancen, bei denen Jakob Golz nur in zwei Situationen eingreifen musste, als ein Aachener nach einer kurz gespielten Ecke frei zum Schuss kam, dieser aber dann doch sicher aufgenommen werden konnte, bei der anderen Szene hatte Golz den Ball von Hahn erhalten und ihn sich selbst zu weit vorlegt, ihn dann aber zunächst im Zweikampf verloren, um ihn dann sehenswert aus dem Winkel zu fischen.

RWE bestach durch schnelle Kombinationen und äußerst aggressives Pressing, konnte jedoch die wenigen Offensivaktionen in keine nennenswerten Chancen umsetzen. Lediglich ein Distanzschuss von Kefkir verfehlte das Ziel mit knapp – er hatte den Ball nicht voll getroffen.

Wenige Momente vor dem Wechsel entschied der Unparteiische (der ordentlich pfiff, aber für meinen Geschmack die harte Gangart der Gäste zu oft durchgehen ließ) auf Freistoß für RWE vor der Aachener Trainerbank. Ein Fall für Kevin „Flankengott“ Grund. Die Hereingabe konnte von Marcel Platzek lehrbuchmäßig per Kopf im Aachener Tor zum 2:0 versenkt werden.

RWE kam mit viel Schwung aus der Pause und versuchte, den Deckel auf die Partie zu machen. Endres verpasste die größte Chance dazu, als er von einem Missverständnis der Aachener Hintermannschaft profitierte, einen Querpass erlaufen konnte, um dann den Ball im Duell mit dem Gästekeeper wenige Zentimeter am Tor vorbeizusetzen. Und als nach einem schönen Doppelpass zwischen Platzek und Dorow ebendieser im Sechzehner am Torschuss mehr oder weniger unfair gehindert wurde, forderten viele Anwesende einen Strafstoß – ich hätte ihn auch gegeben, denn der nächste Ballkontakt wäre der Abschluss gewesen und Dorow hat klar einen Tritt abbekommen. Man munkelt, er habe den Ruf, zu oft zu fallen. Na ja…

Auf der anderen Seite hatten die Aachener einen Eckball. Zunächst kann RWE den Ball klären, Aachen kommt aber wieder außen in Ballbesitz und will hinten herum spielen. Das wiederum ahnt der heute bärenstarke Platzek, der den Ball erlaufen kann und so einen Konter einleitet. Dorow. Platzek und Endres kombinieren sich nach vorne, der finale Ball auf Dorow gerät jedoch ein Stück zu lang, der Aachener Keeper kann ihn jedoch nicht festhalten und entscheidet auf Ecke RWE (aber für meine Begriffe war Dorow zuletzt am Ball).

Die Ecke – von Grund – findet erneut Platzek und von dessen Kopf ins Tor. Sack zu!

Zwar warf die Alemannia noch einmal alles nach vorne, doch RWE hatte deshalb die Möglichkeit, über Konter weitere gefährliche Angriffe zu fahren. Die eingewechselten Dahmani (Happy Birthday) und Selishta verpassten es aber, die Tordifferenz weiter zu verbessern, letzterer verletzte sich in einem Laufduell, konnte die Partie aber zu Ende spielen. Ein mit dicker Eisbeutel am Knöchel nach dem Spiel verheißt aber erst einmal nichts Gutes.

Infolge dieser Verletzung kam es noch zu einer Rudelbildung größeren Ausmaßes, es blieb jedoch bei einer Schubserei mit Wortgefecht und einer gelben Karte für jedes Team.

Am Ende fährt RWE mit dem 3:0 einen hochverdienten Sieg in einer überdurchschnittlich guten Partie (für den objektiven Zuschauer) ein und bleibt dem infernalischen Duo aus Ostwestfalen damit auf den Fersen.

Neben Marcel Platzek muss man zwei Spieler hervorheben: Marco Kehl-Gomez und Amara Condé. Während letzterer immer wieder zwei, drei Aachener aussteigen ließ und auch durch versuchte Fouls kaum vom Ball zu trennen war, ist „MKG“ seit Wochen gefühlt überall auf dem Platz zu finden, organisiert die Abwehr aus dem defensiven Mittelfeld heraus und schaltet sich auch offensiv immer wieder mit ein. Er ist im Moment einfach nicht wegzudenken – das habe ich vor Wochen aber auch schon über Dennis Grote gesagt, der erneut auf der Bank Platz nehmen musste.

Für einen perfekten Nachmittag an der Hafenstraße fehlte eigentlich nur der „Schreck vom Niederrhein“. Ich bin mir sicher, dass wir auch diesen noch in dieser Saison erleben dürfen. Die Mannschaft gibt jedenfalls alles dafür.

17. Spieltag – Wuppertaler SV – RWE

Zwei große läuferische Leistungen gab es heute an der Wupper zu beobachten. Die eine vollbrachte der Autor dieser Zeilen höchstselbst, als er samt Sohnemann um 13:55 sein geparktes Auto verließ, zur Hauptkasse „sprintete“ und rechtzeitig zum Anpfiff das Stadion betrat. Die andere… aber dazu kommen wir später.

Bei RWE rückte Neuwirt für den gelbgesperrten Grote in die Startelf, ansonsten vertraute Titz demselben Team, das auch gegen Lotte gestartet war.

Synchronität der Ereignisse, man hat sich beinahe schon dran gewöhnt: Die Rot-Weissen beginnen ordentlich (und hatten in Person von Kehl-Gomez die erste Halbchance), man ist geneigt, sich einigermaßen entspannt zurückzulehnen, da schlägt der Gegner mit der ersten Chance eiskalt zu: Marzullo wird halbrechts nur begleitet, er zieht ab, der Ball schlägt für Golz unhaltbar am langen Pfosten ein. 0:1, der Zoo ein Tollhaus.

Stichwort „Stadion am Zoo“: Ich habe ja mittlerweile auch das eine oder andere Auswärtsspiel unseres Vereins mitverfolgen dürfen, doch nirgendwo habe ich auf der Haupttribüne, also fernab des „gemeinen Pöbels“, so viel blanken Hass uns gegen über wahrgenommen wie dort. Und das seit Jahren. Paradox, dass ausgerechnet das Heimspiel gegen uns ein wichtiger Baustein in der wirtschaftlichen Planung des WSV ist.

Zurück zur Partie, zum gewohnten Bild: Der Gegner in Führung stellt sich hinten rein, RWE irgendwo zwischen „geduldig und ohne Hast“ und „das wirkt planlos“. Viele Ballkontakte von Hahn zu Golz, zu Heber und zurück, wenig Langholz, dafür aber sehr bedächtiger Aufbau, der den nervösen Fan auf der Tribüne gerne auch mal verzweifeln lässt. In dieser Phase waren Kehl-Gomez immer wieder Sauerland und Krasniqi noch die Spieler mit dem größten Zug nach vorne. Dennoch hatte der Coach nach etwas mehr als einer halben Stunde genug gesehen, er nahm Grund vom Feld, stellte Neuwirt auf dessen Position und brachte Endres, der wiederum für Krasniqi nach außen rückte. Zählbares sollte durch diese Maßnahme jedoch in Halbzeit eins nicht herausspringen, lediglich ein Distanzschuss von Kefkir drehte sich auf den Kasten, wurde aber von WSV-Keeper Lübcke (war das nicht der Assistent von Danger Mouse?) mit einer tollen Parade aus dem Winkel geholt.

Nach dem Wechsel verlagerte sich das Spielgeschehen immer mehr vor den Wuppertaler Kasten. Titz brachte Dahmani für Krasniqi, der zwar viel unterwegs, aber meist auch glücklos war. Wenige Umdrehungen auf der Uhr startete Kefkir einen Vorstoß, wurde jedoch zum Eckball abgeblockt. Dieser Eckball landete bei Fußballgott Platzek, der ihn volley im Kasten zum Ausgleich unterbringen konnte. Endlich!

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Zwar kam RWE daraufhin besser ins Spiel, weil Wuppertal sichtlich verunsichert war, doch der WSV hatte auf jeden Angriff eine Lösung parat und kämpfte – zugegebenermaßen – leidenschaftlich gegen die drohende Niederlage und konnte sich auch den einen oder anderen Standard vor dem Essener Tor erarbeiten. Und beinahe wäre es so gekommen, wie man es als RWE-Fan ja fast schon gewohnt ist: Einer der wenigen Angriffe der Wuppertaler kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit, Distanzschuss vom linken Strafraumeck – Außenpfosten. Dorow hatte zu diesem Zeitpunkt Platzek ersetzt, Selishta war für Condé nur Momente zuvor eingewechselt worden.

Der WSV seit zwölf Partien ohne Sieg und im Tabellenkeller, RWE oben dran – ein Unentschieden wirkte da zu wenig. Als der Schiedsrichter eine Nachspielzeit von fünf Minuten anzeigte (es gab u.a. eine längere Verletztungspause des Wuppertaler Keepers), verlagerte sich RWE dann auch auf das berühmte Langholz. Endres und Dahmani hatten den Siegtreffer auf dem Fuß, konnten ihre Chancen aber nicht nutzen. Dann jedoch die 96. Minute: Freistoß von Heber von der Mittelline, der Abpraller landet über Dorow und Kefkir bei Sauerland, der noch einmal durchstarte und von der Torlinie zurücklegte. Dorow traf den Ball nicht richtig, verlängerte dadurch aber unfreiwillig zu Selishta, der ihn nur noch ins leere Tor musste.

Was folgte, war der zweite großartige Sprint des Tages: Das komplette Team inklusive Ersatzspielern rannte angeführt von Selishta einmal quer über den Platz zum Gästeblock, um den Treffer zu feiern – eine schöne Geste für alle, die trotz des Boykotts einiger Teile der „aktiven Szene“ den Weg an die Wupper gefunden hatten.

Die Reklamationen der Wuppertaler auf Abseits wurden nicht gehört – zurecht, wie hier gut zu sehen ist:

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=UDac-vObFJU

Selishta dachte wohl, das Spiel sei vorbei – war es aber nicht. Eine gelbe Karte (wegen „Kletterns auf den Zaun“) und einen letzten, verzweifelten Angriff der Gastgeber später jedoch durften aber die mitgereisten Essener den ersten Sieg seit mehr als 30 Jahren gegen den WSV am Zoo bejubeln.

Es war ein verdammt wichtiger Sieg, wenn man nun mal einen Blick auf die Tabelle wirft. Nach dem Patzer der Verler in Homberg konnte RWE die Distanz auf die Ostwestfalen auf zwei Zähler reduzieren und bleibt in Schlagdistanz zu Rödinghausen, das noch immer ein Spiel mehr (und eine deutlich bessere Tordifferenz) aufzuweisen hat. Wie oft haben wir darauf in der Vergangenheit gehofft, wurden dann aber doch enttäuscht?

Einen Spieler des Tages festzulegen fällt mir heute nicht schwer. Marco Kehl-Gomez ist momentan nicht wegzudenken aus dem Team, er ist einfach überall auf dem Platz zu finden und hat seine Rolle als „6er bis 8er“ so sehr angenommen, dass er in der Innenverteidigung kaum wegzudenken wäre.

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Einen ganz besonderen Dank muss ich aber noch loswerden, dazu hole ich ein bisschen weiter aus: Mein Sohn hatte das große Glück, für das heutige Spiel eine Foto-Akkreditierung zu erhalten, sodass er mit seiner Kamera an den Spielfeldrand durfte. Doch wenige Momente, nachdem er mich auf meinem Tribünenplatz abgeliefert hatte, stand er völlig niedergeschlagen vor mir – er hatte seine Speicherkarte nicht in die Kamera eingelegt. Hier war Markus Endberg – seines Zeichens Profi-Fotograf und u.a. für jawattdenn im Einsatz – so freundlich, ihm eine Ersatzkarte zu leihen. Du hast einem Jungen den Tag gerettet, auch hier nochmal vielen Dank dafür! So stelle ich mir rot-weissen Zusammenhalt vor! Einen Auszug der Ergebnisse könnt ihr hier im Blog sehen. (Man munkelt, er sei beim Siegtreffer der Mannschaft hinterhergesprintet… Ich gönn’s ihm!)

Kommende Woche stellt sich die Aachener Alemannia an der Hafenstraße vor, noch so ein unangenehmer Gegner. Aber ich bin sicher: wenn die Alemannia in Führung geht, gewinnen wir die Partie! Ansonsten auch!

16. Spieltag – RWE – Sportfreunde Lotte

Es war die Rückkehr von Timo Brauer und Kevin Freiberger an „ihre“ Hafenstraße. Doch nur einer von beiden konnte sich nennenswert in Szene setzen. Am Ende siegte RWE deutlich.

Ich kann es langsam nicht mehr sehen: Teams, die – wie vor einigen Wochen die Kölner Fortuna – sich eine Führung an der Hafenstraße „erknickern“ und dann nur noch an Schwächeanfällen leiden, auf Zeit spielen und jede verdammte Entscheidung mit dem Schiedsrichtergespann diskutieren. Und überhaupt: Seit wann ist beim Fußball Körperkontakt dermaßen verboten, dass bei JEDER Berührung gepfiffen wird?

Dabei begann das Spiel gar nicht so schlecht aus rot-weisser Sicht: RWE hatte mehr Ballbesitz, biss sich jedoch an der dicht gestaffelten Lotter Abwehr sämtliche Zähne aus. Als jedoch nach gerade mal zehn Minuten ein Befreiungsschlag hinter die eigene Abwehr abprallt, reagiert ausgerechnet Freiberger am Schnellsten, dringt in den Strafraum ein und vollendet satt ins lange Eck. 0:1!

Es dauerte etwa fünf Minuten, bis RWE sich wieder gefangen hatte und damit begann, an einer Wiedergutmachung zu arbeiten. Besonders über den wieder von Beginn spielenden Grote wurde mehrfach versucht, das Spiel nach vorne anzukurbeln, doch wie einleitend schon erwähnt verlagerte sich Lotte nun auf ein destruktives Spiel, das – unterstützt vom Assistenten in der Lotter Spielfeldhälfte – immer wieder unterbrochen wurde. Die erste Schusschance hatte Kefkir, der Ball verkam aber zur Rückgabe. Unmittelbar zuvor hatte Freiberger die dicke Chance, auf 0:2 zu erhöhen, als er im Sprint Hahn und Heber stehenließ und den Ball artistisch per Fallrückzieher über Golz, aber auch an den Außenpfosten beförderte.

RWE erarbeitete sich nun einige Ecken, von Lotte war fortan nach vorne nicht mehr viel zu sehen. Zwar musste das Essener Publikum geduldig mit ansehen, wie der Ball wiederholt über die Achse Hahn-Golz-Heber (in beliebiger Reihenfolge) gespielt wurde, doch immer wieder wurde das Spiel nach vorne anzuschieben versucht. Und so war es dann auch durchaus verdient, als Kehl-Gomez sich kurz vor der Pause den Ball nach einem Fehler in der Lotter Abwehr erarbeitete und seine scharfe Hereingabe vom Lotter Rahn in die eigene Kiste zum Ausgleich weitergeleitet wurde. Dieser Treffer, er war nicht nur für den weiteren Spielverlauf wichtig, er fiel auch zum sprichwörtlich wichtigen Zeitpunkt – statt (zu erwartendem) Pfeifkonzert gab es motivierenden Applaus zum Pausentee.

Die zweite Hälfte begann dann mit einem weiteren Paukenschlag: RWE erspielte sich eine Ecke, und in einem Anflug von Genialität bemerkten Krasniqi und Grund, dass die Gäste sich noch nicht sortiert hatten. Ecke schnell ausgeführt, Grund hat alle Zeit der Welt, seine Flanke findet Platzek, der den Ball per Kopf am langen Pfosten ins Tor versenkt. Ausgerechnet Platzek, der von einigen schon abgeschrieben wurde, der auf Platz eins der Winterschlussverkaufsliste notiert schien, der „bei Titz keine Chance bekommt“.

Ab diesem Moment hatten es die Gäste naturgemäß sehr eilig, was dem Fluss des Spiels sehr gut tat. Nach etwa einer Stunde verließ Krasniqi das Spielfeld, der bis dahin mit Grund auf der linken Seite einen ordentlichen Job gemacht hatte, für ihn am Endres ins Spiel. Wenig später musste der gelb-rot-gefährdete Grote für Dahmani Platz machen – Wechsel mit Folgen, wie sich herausstellen sollte.

Zwar konnte sich Lotte noch einmal per Kopfball am Essener Lattenkreuz verewigen, doch spätestens, als der ehemalige Essener Langlitz mit einer völlig unnötigen Grätsche Hahn aushebelte und dafür Gelb-Rot sah, schwenkte RWE auf die Siegerstraße ein. Langlitz ließ es sich nicht nehmen, wenige Zentimeter vor dem Gesicht des Schiris höhnisch zu applaudieren – hier könnte ihm also weiteres Ungemach ins Haus stehen.

Unmittelbar nach dieser Szene eroberte sich Dahmani den Ball an der Mittellinie, doch anstatt in einem 4-gegen-3-Konter auf Endres oder Platzek zu spielen, trat er bei seinem Schlenz-Versuch so unglücklich unter den Ball, dass dieser das Tor weit verfehlte. Und erneut war es Dahmani, der nach schöner Direktpass-Kombi von Kefkir angespielt frei vor Torwart Peitzmeier den Ball knapp übers Tor schoss.

Dann war jedoch endlich „Joker-Time“. Nach einem Missverständnis im Lotter Mittelfeld schaltete der für Condé eingeschaltete Neuwirt am Schnellsten und spielte einen präzisen Ball zwischen die Lotter Innenverteidiger, Endres war auf und davon und konnte zum vorentscheidenden 3:1 vollenden. Man schrieb bereits die 90. Minute.

Eine beinahe identische Szene hätte Endres dann beinahe zum 4:1 genutzt. Diesmal entschied er sich für den Lupfer, der ihm aber misslang, sodass der Keeper den Ball problemlos fangen konnte.

Dennoch war hier noch nicht Schluss. Grund spielte einen Freistoß vor der Lotter Trainerbank kurz auf Kefkir, der im Doppelpass mit Endres den Ball erneut in die Mitte spielte, wo Dahmani sich auch endlich in die Statistik eintragen konnte. Mit dem 4:1 endete die Partie, es gab keinen Wiederanstoß.

Als starke Spieler sind mir heute Kehl-Gomez (wo der überall zu finden war!) und Krasniqi (fügt sich hervorragend ins Team ein und wirkt nicht wie ein Lückenfüller) in Erinnerung. Auch Platzek konnte heute mit einem großen Laufpensum überzeugen, ich hoffe, sein Treffer hat den berühmten Knoten zum Platzen gebracht – selbes gilt auch für Dahmani. Zudem ist es äußerst positiv, dass wir mit Endres für die Spitze und auch mit Neuwirt im offensiven Mittelfeld qualitativ ordentlich nachlegen konnten, ohne auf die wohl angeschlagenen Selishta, Wirtz und Dorow zurückgreifen zu müssen.

„All that glitters ain’t gold“, wie schon Prince zum Besten gab: Natürlich ist es nicht schön anzusehen, wie sich das Team im Spiel gegen tief stehende Gegner mit destruktiver Taktik schwer tun. Auch die Chancenverwertung, gerade in der zweiten Halbzeit, hätte sicher besser sein können. Doch am Ende zählt das Ergebnis, und mit einem 4:1 gegen eine Mannschaft mit vielen gestandenen Spielern kann man doch mehr als zufrieden sein. Und: Lotte hatte über 90 Minuten gerade einmal drei ernsthafte Angriffe. Ich finde es äußerst bemerkenswert, wie sich die Mannschaft wieder und wieder nach Rückständen ins Spiel zurückarbeitetet (ja, an den Rückständen müssen wir noch arbeiten).

In der kommenden Woche trifft RWE auf den Wuppertaler SV. Dort haben wir in den vergangenen Spielzeiten auch nie sonderlich gut ausgesehen – Zeit, eine weitere Scharte auszuwetzen.