Jetzt ist guter Start teuer.

…so oder so ähnlich musste die Devise zum Auftakt in die Rückrunde lauten, nachdem der Tabellenführer aus Köln mal wieder Punkte hatte liegen lassen und die Stimmung an der Hafenstraße gerade nach der Niederlage gegen Düsseldorf zumindest knapp vor dem Kippen zu sein schien.

Ich muss vor meinen Ausführungen anmerken, dass ich aus privaten Gründen erst etwa zur 30. Minute im Stadion sein konnte. Ich gebe zu, dass ich mit dem Gedanken gespielt habe, mir das Spiel zu klemmen, da klar war, dass ich es niemals pünktlich zum Anstoß schaffen würde. Aber was will man machen, wenn das Wetter auch noch mitspielt.

Angekommen im Stadion sah ich also die Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit, die aber wohl wie der Rest des Durchgangs zwar engagiert, aber auf beiden Seiten ohne zwingende Chancen zu Ende ging.

Halbzeit zwei hatte dann nach rund 60 gespielten Minuten den ersten rot-weißen Höhepunkt zu bieten: Rödinghausen bekommt den Ball nicht geklärt, Pröger schickt rechts Scepanik, der sich an der Torauslinie durchsetzen kann und flach nach innen spielt, wo Wirtz seinen ersten Treffer an der Hafenstraße erzielen konnte.

Das Tor befreite das RWE Spiel zusehends, Rödinghausen musste aufmachen und bot Platz für Läufe über die Flügel. Die Essener Abwehr hatte aber keine nennenswerten Probleme, die Angriffe abzuwehren. Nur fünf Minuten nach der Führung dann ein Freistoß in der eigenen Hälfte, von Kevin Grund hoch in Richtung Wirtz gespielt, der sich für ein Missverständnis der beiden Innenverteidiger mit einem Tunnel gegen Heimann zum 2:0 bedankte.

Damit war die Partie im Grunde entschieden, denn es kam nur noch einmal Gefahr für den Kasten von Raeder auf, aber der Abschluss flog dann deutlich drüber.

Warum einige Vollhorsts meinen, dass man einen eigenen Spieler in der 88. Minute bei seiner Einwechslung auspfeiffen muss – es wird sich mir nicht erschließen. Nico Lucas hingegen zeigte sich unbeeindruckt und sprintete nochmal knappe 50 Meter über außen mit dem Ball, legte zurück auf Urban, der für Pröger auflegte, dessen Schuss aber knapp am Tor vorbeiging.

So blieb es beim 2:0, Mannschaft und die verbliebenen rund 5000 Fans (ganze 10 Rödinghausener anwesend, ganz groß) durften erstmals seit August (!) wieder gemeinsam feiern.

Der Sieg war umso süßer, weil neben dem oben erwähnten Viktoria-Patzer auch der BVB (0:2 in Bonn) und RWO (0:1 in Straelen) verloren. Somit geht (und ich verdamme mich selbst dafür) schon wieder diese elende Rechnerei wieder los. 12 Punkte auf den Platz ganz oben. Viktoria vielleicht jetzt mal mit ner Krise? Nach Wuppertal in gut 14 Tagen kommt wieder die Runde mit den „leichteren“ Gegnern. Wenn da diesmal auch Lippstadt und Straelen besiegt werden, wenn die anderen auch wie zu Saisonbeginn wieder für uns spielen… Wenn, wenn, wenn. Ich mag mich noch nicht geschlagen geben, zumal uns ja auch die Partie bei Viktoria erwartet. Ich hoffe, diese Gedankenspiele sind nach Wuppertal nicht schon wieder irrelevant.

Mission 51 Punkte läuft! #MEGA

Fallhöhe

Eigentlich wollte ich einen „kompletten“ Rückblick auf die Hinrunde schreiben. Angesichts des neuesten Blogposts von Im Schatten der Tribüne möchte ich die Idee aber aufgreifen und den virtuellen Redeball an mich nehmen.

Die typische (schlimm genug) Saison der Rot-Weissen verlief in den vergangenen Jahren so: Erstes Spiel okay, dann meist eine tolle Leistung gegen einen übermächtigen Gegner im Pokal, gefolgt von zwei, drei mauen Vorstellungen in der Liga und schwupps! war man hinter der berühmten Musik. So begannen schon im September die Rechnereien, ob und wie man denn wieder nach oben kommen und den Anschluss finden könne.

Nicht so dieses Jahr. Nach einem knappen 1:2 in Rödinghausen – 14-Sekunden-KO von Freiberger inklusive – berappelte sich die Mannschaft, blühte gegen Wuppertal geradezu auf und spielte sich danach in so etwas wie einen Rausch. Als Belohnung gab es die Tabellenführung, tolle Stimmung allüberall und der gemeine Fan begann zu träumen. Wer sollte RWE noch stoppen. Die Antwort hieß Lippstadt, doch man verzieh den Ausrutscher gegen einen erstaunlich offensiven Aufsteiger, den verschossenen Elfer kurz vor Schluss. Es sollte jedoch der Auftakt zu sechs sieglosen Spielen werden. Von Platz 1 ging es bis zum Ende der Hinrunde nun auf Platz 8 hinunter – Adieu, Aufstieg.

Der Einsatz stimmte bei mindestens 14 von 17 Partien. Das Spiel beim BVB sieht so mancher Fan zwiegespalten, ich sage, dass man einen Kagawa mit den Fähigkeiten unserer Spieler auch mit gröbster Härte kaum hätte stoppen können. Das Spiel in Verl war von beiden Seiten eher mäh geführt, und Düsseldorf war der bisherige Tiefpunkt der Saison, was das Engagement auf dem Platz angeht (habe ich mir sagen lassen, war selbst verhindert). Dass man gegen einen tiefstehenden Aufsteiger (Straelen) keine Lösung findet und nur unentschieden spielt, so etwas passiert halt. Nein, der Einsatz war ein Faktor, den man den Spielern nur schwerlich absprechen kann. Selbst wenn man einen oder mehrere Spieler kritisieren möchte, so haben selbst diese Spieler für ihre Verhältnisse alles in die Waagschale geworfen. Ob das für die Regionalliga genug ist, mögen andere beurteilen, aber ich war zufrieden mit der Art und Weise, wie RWE aufgetreten ist.

Die Fans haben – wenige Störfeuer in Form von Anfeindungen gegen eigene Spieler mal ausgenommen – auch weitestgehend die Mannschaft mitgetragen. In der Phase der sieglosen Partien gab es trotzdem aufmunternde Worte und Applaus von den Tribünen, weil man sah, dass die Mannschaft will. „Wir halten zusammen, RWE, RWE!“ galt endlich wieder.

Bleibt der Faktor des „Spielglücks“. wie es ja neuerdings im Fußballjargon heißt. Machen wir den verdammten Elfer gegen Lippstadt, oder eine der drei dicken Chancen vor der Gladbacher Führung, geht die Bogenlampe des BVB-Verteidigers in deren eigenen Kasten oder treffen wir dort nicht noch zweimal Alu – wer weiß, wo wir stünden. Natürlich kann man gegen Aachen verlieren, aber wenn man sieht, dass Aachen nur diese eine echte Torchance hat und wir vergeblich gegen deren Tor angelaufen sind, dann ist das schon bitter.

Ich will nicht sagen, dass die Mannschaft keine Schuld trägt. Natürlich darf man gewisse Fehler im Spiel so nicht machen. Einige Gegentore sind zu leicht gefallen. Die rote Karte von Pröger war unnötig, aber wohl einer gewissen Emotionalität geschuldet. Mal ist ein Spieler zu eigensinnig vor dem Kasten, mal zu „blöd“ (man beachte die Anführungszeichen), einen Pass an den Mann zu bringen. So ist dort natürlich auch ein Teil der Schuld anzusetzen. Trainer Neitzel nimmt vieles davon auf seine Kappe, trotzdem hat man das Gefühl, dass er deutlich weniger kritisiert wird wie noch seine letzten drölf bis mümzehn(TM)  Vorgänger. (Auch das tatsächlich ein positiver Aspekt, wie ich finde.)

So jedenfalls stehen wir nun auf Platz 8. Durch diesen freien Fall ist aus der totalen Euphorie nun eine tiefe Enttäuschung geworden, diesmal nicht schon im September, sondern erst ab Mitte Oktober.

Als ich neulich gefragt wurde, wie man als Blogger denn nun damit umgehen solle, antwortete ich in etwa, dass wir ja keine Wahl haben. Wir können nicht aus unserer Haut. Die meisten von uns Fans werden auch gegen Rödinghausen wieder vor Ort sein.

Die Mannschaft ist nun in der Pflicht, so abgedroschen das auch klingen mag. Die Saison in irgendeiner Form abzuschenken, so etwas darf es trotz allem nicht geben. Nach unten hin wird – allen Unkenrufen zum Trotz – nichts mehr passieren, die nötigen Punkte werden wir einfahren, da mache ich mir keinerlei Sorgen. Nach ganz oben muss man sich aber auch wohl nichts mehr vormachen. Trotzdem – in meinen Augen muss sich die Mannschaft an folgenden Punkten messen lassen:

  • weiterhin 1907% Einsatz auf dem Platz
  • einen 2-Punkte-Schnitt in der Rückrunde
  • Platz 5 als Minimum
  • optimalerweise noch vor RWO landen, um denen mal (sorry für die Ausdrucksweise) das Maul zu stopfen
  • Erreichen des Pokalfinales, besser noch Gewinn des Niederrheinpokales, um über den „großen“ Pokal weitere Mittel generieren zu können

Dies meine Gedanken zum Status Quo von RWE zum Ende der Hinrunde. Noch jemand, der sich dazu äußern mag?

Strömungsabriss

Heute bin ich echt bedient. RWE gegen Aachen stellte die erwartet schwere Partie dar, wobei für unsere Mannschaft nach zuletzt vier sieglosen Partien heute verlieren strengstens verboten war. Das Wetter lockte über 10.000 Zuschauer an die Hafenstraße, eine tolle Kulisse.

Im Vergleich zu den letzten Partien musste Nico Lucas auf der Bank Platz nehmen, für ihn spielte Robin Urban, Kevin Grund rückte in die Zentrale. Und RWE war von Beginn an die spielbestimmende Mannschaft, schaffte es jedoch nicht, die gut postierte Aachener Abwehr zu überwinden und Torgefahr zu produzieren. Aachen kam nach 20 Minuten erstmals vor das Essener Tor, und wie: plötzlich stand der Gäste-Stürmer frei vor Raeder und konnte Ball im Tor unterbringen.

Es dauerte bis zur 37. Minute, bis Zeiger nach einer Freistoßflanke erstmals einen Ball aufs Aachener Tor brachte, der jedoch keinerlei Probleme für den Torwart darstellte. So ging es mit einem ereignislosen 0:1 in die Pause.

Nach dem Wechsel dann beinahe der Paukenschlag. Aus Aachener Anstoß gab es zwei Einwürfe für RWE und anschließend einen Freistoß fast an der Eckfahne. Grund flankte und am langen Pfosten kam ein Essener (Urban?) an den Ball, der gerade noch auf der Linie gehalten werden konnte.

Die nächste dicke Chance bot sich, als Bichler außen steil geschickt wurde und in der Mitte auf Urban flankte, unmittelbar vor ihm konnte ein Aachener den Ball Zentimeter übers eigene Tor klären. Die nachfolgende Ecke landete bei Brauer, der aus spitzem Winkel das Tor jedoch knapp verfehlte.

Keine fünf Minuten später war es erneut Bichler, der flanken konnte, doch der Volley von Wirtz klatschte gegen die Fäuste des Torwarts. Zu diesem Zeitpunkt wäre der Ausgleich mehr als verdient gewesen.

Die Alemannia kam nur noch zu einer Doppelchance, als ein Spieler im Eins-gegen-eins an Raeder scheiterte und dieser den folgenden Nachschuss mit einer sehenswerten Parade aus dem Winkel fischte.

Ansonsten spielte nur RWE, Neitzel schickte nun verstärkt auch Zeiger mit nach vorne. Kevin Grund konnte noch einmal über links in den Strafraum ziehen, sein Pass aber vor den einschussbereiten Remmo und Scepanik geblockt werden.

Als in der Nachspielzeit Bichler im Strafraum fiel, forderten viele Elfmeter, aus meiner Perspektive zwar vertretbar, aber auch dankbar gefallen von Bichler.

Diese erneute 0:1-Niederlage bedeutet, dass RWE nicht mehr ohne Unterstützung Platz 1 erreichen kann. In der aktuellen Form ist jeder Gedanke daran aber ohnehin überflüssig. Erneut war zu sehen, dass Pröger von Wirtz nicht ersetzt werden kann. Dieser steht nächste Woche im Pokal wieder zur Verfügung, ich warne jedoch ausdrücklich davor, in ihm den „Heilsbringer“ zu sehen – an ihm alleine entscheiden sich die Spiele nicht alleine. Er wird aber die Abwehrspieler anders binden, was über außen für mehr Gefahr sorgen dürfte.

Faszinierend auch, was sich Gästespieler (der Aachener Keeper konkret) herausnehmen, weil sie sich durch einen Zaun vor den Heimfans geschützt wissen. Provozierender Jubel dieser Art ist höchst unsportlich und gehört bestraft!

Erwähnenswert: das Gegentor fiel ohne Lucas, der erst Mitte der zweiten Halbzeit ins Spiel kam und seine Sache sehr ordentlich machte. Ich bin gespannt, wer in den Netzwerken diesmal der große Sündenbock ist.

Für meinen Teil bin ich ob der hohen Fallhöhe erst mal bedient. Vor einigen Wochen noch ganz oben, jetzt irgendwo zwischen Hoffnung und Niemandsland. Nicht schön.

Im nächsten Ligaspiel treffen wir auf die Viktoria, die nach Stotterstart in die Spur zurückgefunden hat. Mit Sicherheit keine leichte Herausforderung, vielleicht aber zur rechten Zeit ein Gegner, der den Sieg nötiger benötigt als wir.

Lippstadt wird zum Spielverderber

Fünf Siege in der Liga – heute sollte Nummer sechs her. Es gibt nicht viele Serien, die ich lieber sehe. Es waren jedoch nur wenige Minuten gegen Lippstadt gespielt, als sich andeutete, dass das Drehbuch heute für uns so manche Überraschung parat haben sollte: Daniel Heber setzte sich auf den Rasen und zeigte an, dass es für ihn wohl nicht weitergehen würde.

Der für ihn eingewechselte Urban war es dann, der eine Flanke nicht verhindern konnte. Zwar sprangen alle Spieler unter dem Ball durch, doch Raeder konnte nur per Fußabwehr reagieren, den Einschlag des anschließenden Kopfballs aber nicht mehr verhindern – 0:1 für den Aufsteiger.

Lippstadt suchte von Beginn an sein Glück in der Offensive und setzte RWE bereits früh unter Druck. Dabei schafften sie es immer wieder, Pässe in den freien Raum anzubringen.

Einige Minuten nach der Führung wurde Pröger im Mittelfeld abgeräumt, eine Szene, wie wir sie schon im letzten Heimspiel erleben mussten. Der Schiedsrichter – übrigens ein komplettes luxemburger Gespann inkl. viertem Schiri – gab jedoch wie schon zuletzt keinen Freistoß sondern zeigte zum Unverständnis aller „Weiterspielen“ an.

Wer weiß, ob sich die folgende Szene dann auch so abgespielt hätte: Pröger und ein Lippstädter sprinten auf den Ball zu und grätschen beide – der Schiri zögert nicht lange und verweist Pröger des Feldes. Eine Entscheidung, die sogar der Trainer der Gäste für zu hart befand. Im darauffolgenden Trubel sieht zunächst Baier noch gelb, dann muss Neitzel auf die Tribüne.

Nach einigen Minuten Unterbrechung ging es dann mit Fußball weiter. Leider in die falsche Richtung: Eckball Lippstadt, am langen Pfosten trudelt der Ball über die Linie.

Ab da war es ein unangenehmes Spiel für alle, die es mit RWE halten: Lippstadt ließ Ball und Spieler laufen und versuchte nur noch selten, über schnelle Pass-Staffetten nach vorne zu spielen.

Es dauerte bis zur 44. Minute, bis RWE die erste Chance bekam, die aber auch nichts Zählbares brachte. So endete die erste Hälfte mit einem surrealen 0:2, einfach unwirklich, was sich da abspielte.

Nach dem Wechsel zunächst ein weiterer Schreckmoment, als ein Lippstädter frei aufs Essener Tor zulief, Raeder parierte jedoch.

Hoffnung keimte dann auf nach einer Szene, die für mich jetzt schon der Flankenlauf der Saison ist: Zeiger bekommt auf seiner Position den Ball, geht zunächst behutsam, dann mit viel Zug nach vorne, lässt dabei drei, vier Lippstädter Spieler stehen und flankt von der Grundlinie auf den langen Pfosten. Der mitgelaufene Scepanik kommt zum Kopfball, der noch abgefälscht wird, bevor er sich zum Anschluss ins Tor senkt.

Die Hoffnung währte jedoch nur 10 Minuten, bis Lippstadt per 16m-Strahl den alten Abstand wieder herstellen konnte.

Es gab Zeiten, da hätte man nun, knapp 30 Minuten vor Abpfiff getrost nach Hause gehen können, weil sich die Mannschaft nun ergeben würde. Diese Zeiten scheinen aber wohl zunächst Vergangenheit zu sein, dem RWE stemmte sich in Unterzahl weiterhin gegen die drohende Niederlage. Wütende Angriffe auf das Lippstädter Tor, doch immer wieder konnte RWE gestoppt werden. Eine gute Viertelstunde vor Schluss wurde Baier halbrechts gelegt. Den fälligen Freistoß verwandelte Kevin Grund, auch wenn der Ball noch abgefälscht wurde.

Von Lippstadt war nun nichts mehr zu sehen. Nun lief das Essener Spiel endlich, Bälle könnten schnell und aggressiv zurückerobert werden, häufig musste der Gast zum Langholz greifen. In der 88. Minute flankte Urban, der Ball senkte sich über den Innenverteidiger auf den Kopf von Scepanik, der ihn aber zu direkt auf den Torwart spielte. Als wenige Momente später Grund im Sechzehner zu Fall gebracht wurde und der Schiri auf Elfmeter entschied, schien das Happy End zum Greifen nah. Es passt jedoch ins Bild zum heutigen Spiel, dass Baier den Ball zwar hart, aber zu direkt auf den Torwart schoss und somit das Ende der verlustfreien Serie besiegelte.

Während in Halbzeit eins fast nichts zusammenlief, zeigte sich RWE nach dem Wechsel deutlich aggressiver und mit mehr Ballbesitz. Scepanik und Bichler sorgten über außen immer wieder für Gefahr, und hinten muss man neben dem gewohnt starken Zeiger Timo Becker loben, der sich toll weiterentwickelt hat. Dass Urban nicht die Geschwindigkeit von Heber bringen kann, hat man gesehen, dafür hat er seine Seite bis auf das 0:1 dichtgehalten.

Besonders erwähnenswert finde ich heute die West: Nur wenige Zuschauer gingen direkt nach Abpfiff, man honorierte noch den Einsatz und Willen. So und nicht anders muss es sein!

Zwar ist die schöne Serie gerissen, trotzdem bleiben wir dank Ausrutscher der Konkurrenz Tabellenführer. Trotzdem schade, dass diese nicht zum Aufbau eines Polsters genutzt werden konnten. Aber Lippstadt wird mir der heute gezeigten mutigen Spielweise auch für alle anderen Teams keine leichte Aufgabe.

Persönlich finde ich es als wahnwitzig, dass sich in unserer Liga Schiedsrichter austoben dürfen, der Land aus fußballerischer Sicht ein Entwicklungsland ist. Mehr als einmal musste der schwache Schiri seine noch schwächeren Assistenten korrigieren. Ich hatte das Gefühl, dass in Luxemburg dem Anschein nach auch das körperliche Spiel unbekannt ist. Unfassbar, dass dieses Team Gerüchten nach zufolge auch EuroLeague-Quali gepfiffen hat.

Bereits Freitag geht es in Verl weiter. Ein Sieg beim Langzeit-Ligamitbewohner würde die Konkurrenz natürlich unter Druck setzen. Es wäre der richtige Anlass Staffel zwei der Serie „Siege in rot und weiss“ zu starten.

Da isser!

Da hatten die Vöglein gestern tatsächlich Recht: Unser neuer Trainer! Mit Karsten Neitzel kommt ein Mann an die Hafenstraße, der – wenn man seine beiden letzten eher unglücklichen Engagements außen vor lässt – einen durchaus beeindruckenden Lebenslauf vorweisen kann.

Nach seiner aktiven Karriere war er gut zwölf Jahre an der Seite des legendären Volker Finke beim SC Freiburg tätig und ließ sich nach dessen Abgang in die Verantwortung der 2. Mannschaft „zurückversetzen“. Dort führte er Spieler wie Aogo, Toprak oder auch Caligiuri an die Bundesliga heran, bevor er sich wiederum Finke bei dessen Engagement in Japan anschloss.

2013 wechselte er dann als Cheftrainer in die Dritte Liga zu Holstein Kiel, die er zunächst in der Liga hielt und später sogar in die Relegation zur 2. Bundesliga führte, wo man allerdings an 1860 scheiterte. 2016 wurde er dann nach unglücklichem Saisonstart freigestellt. In Kiel wurde die Entscheidung des Vereins jedoch nicht zwingend in der Fanszene mitgetragen.

Es folgte ein Intermezzo beim VfL Bochum, wo er vom Co-Trainer kurzzeitig zum Chef wurde, jedoch auch schnell wieder entlassen wurde. Ähnlich erging es ihm beim SV Elversberg, den er nach Meisterschaft in der Regio Südwest übernahm. im März aber nach einer sieglosen Serie von fünf Spielen auf Rang 5 liegend wurde er auch hier beurlaubt.


Ich selbst würde seiner Entlassung beim VfL nicht zu viel Gewicht beimessen, da sind schon ganz andere Trainer gescheitert. Platz 5 in Essen wäre derzeit ein Traum, weshalb ich auch hier nicht zu kritisch sein möchte.

Was ich bisher über Neitzel als Trainer gelesen habe, stimmt mich aber für den Moment ganz zuversichtlich. Jemand, der sich als Autoritätsperson sieht, der bestimmte Dinge von seinem Team fordert, allerdings auch weniger „Hurra-Fußball“ spielen lässt, dafür gerne mal destruktiv und auf Ergebnis. Ein wenig erinnert mich dies an Marc Fascher, immerhin der letzte Trainer, der uns auf den Platz an der Sonne führen konnte. Sollte Neitzel ohne Faschers Distanz zu den Fans und Hochnäsigkeit in den PKs auszukommen, könnte diese Verpflichtung ein echter Wechsel auf die Zukunft sein.

Daher meine Bitte: Lasst den Mann arbeiten. Es wird sicherlich nicht von heute auf morgen alles besser. Aber ein Konzept braucht Zeit. Neitzel kann noch bei der Kaderplanung ein Wörtchen mitreden und springt hier sicher nicht ins kalte Wasser. Ich denke, er kann sehr gut einschätzen, mit wem er weiterplanen möchte und wo er Verstärkungsbedarf sieht.

Zudem wäre dies der richtige Zeitpunkt, diesen beschissenen Stimmungsboykott aufzuheben und das Team am Mittwoch so richtig nach vorne zu peitschen. Denn nur gemeinsam kann bei RWE endlich Ruhe einkehren und der Blick hoffentlich auf mittelfristigen Erfolg gerichtet werden.

Auf der Suche nach dem „Warum?“

Die heutige Partie gegen Rot-Weiß Ahlen hinterlässt bei mir ein großes Fragezeichen. Wie konnte es passieren, dieses zur Halbzeit in noch so trockenen Tüchern gewähnte Match noch zu einem Unentschieden verkümmern zu lassen?

Das Spiel durfte ich aus ungewohnter Perspektive beobachten. Da meine Tochter als Einlaufkind mit dabei war, nahm ich nach langer Zeit mal wieder auf der Haupttribüne Platz, leider relativ weit unten, so dass man eigentlich von den Spielzügen nicht viel erkennen konnte. Dafür konnte ich die erneut sehr gelungene Choreo bewundern – danke dafür!

Aber das, was ich vom Spiel zu sehen bekam, gefiel mir in der ersten Halbzeit sehr gut.

Der Gegner wurde Großteils hinten reingedrängt, immer wieder wurde über außen das Spiel schnell gemacht und in die Mitte geflankt – leider meist mit minderer Qualität. Ahlen mit ein paar Entlastungsangriffen, die aber meist im Ansatz verpufften. Nach einer guten halben Stunde dann Flanke Malura, in der Mitte wird von einem Ahlener der Ball zu Platzek „geklärt“, dieser legt quer auf Ngankam, der ins leere Tor einschieben konnte. 1:0!

Nachdem ich dies meinen Freunden getickert hatte, die heute nicht im Stadion sein konnten, guckte ich hoch und sah gerade noch, wie ein Ball auf Hellers Kasten verlängert wurde, dieser den Ball im Rückwärtsfallen noch an die Latte lenkte, dann aber zum Ausgleich abgestaubt wurde.

Wenige Augenblicke später gab es dann einen langen Ball – eher ein Befreiungsschlag – etwa auf Höhe der Essener Bank ins lange Eck des Strafraums. Der zuständige Ahlener Verteidiger und Ex-Essener Sascha Kirschstein (übrigens ab der 1. Minute mit Zeitspielambitionen) sprangen unter dem Ball durch, wieder Ngankam – 2:1.

Mit diesem Resultat ging es in die Halbzeitpause, und obwohl ich schon so oft enttäuscht wurde, bin ich auch dieses Mal wieder optimistisch gewesen, dass DIESE Messe gelesen sei. Zu deutlich der Unterschied, zu harmlos die Ahlener. Und da schließt sich der Kreis wieder zu meinem Fragezeichen: Wie konnte es sein, dass das Spiel nun komplett in die andere Richtung lief?

Anstatt weiterer Dominanz plötzlich freche Ahlener, die Konter um Konter auf unser Tor brachten, nur noch ein paar wenige Szenen von RWE. Eine davon die Mega-Chance für Platzek: Malura rechts durch, scharfe Hereingabe nach innen auf Platzek, der aus 5m an einer Blitzreaktion von Kirschstein scheiterte.

Dann jedoch ein Konter von Ahlen. Erst ging Brauer (?) nicht richtig drauf, dann war der Ball plötzlich drin. Ob es nun ein Torwartfehler war oder nicht – ich vermag es nicht zu sagen. Der Treffer lag zwar nicht in der Luft, kam aber auch nicht aus dem Nichts.

Platzek hatte dann noch eine gute Szene, scheiterte aber erneut. Kuriosum am Rande: Ahlen wechselte seinen Co-Trainer (!) ein. Unser Team wurde wieder aktiver, es reichte aber nur noch zu einem Kopfball von Weber in der Nachspielzeit, den erneut Kirsche von der Linie kratzte.

Ja, woran lag es? Dem einsetzenden Regen? Dem frecher werdenden Gegner? Am Zeitspiel der Ahlener (besonders – ich betone es erneut – der Keeper, wieso pfeift ein Schiri in einer Szene zweimal mit der Geste „Gib Gas“, zeigt aber nicht mal ne Karte?)? Gibt eine Führung bzw. erneute Führung nach unglücklichem Ausgleich nicht Aufwind und Moral, den Sack zuzumachen? Ich weiß es nicht. Demandt dürfte nicht zufrieden gewesen sein, so wie er an der Seitenlinie verzweifelt ist.

Da selbst für die kühnsten Optimisten (mich) der Zug sowas von abgefahren ist, erwarte ich einfach, dass nun die letzten Partien dazu genutzt werden, genau zu sichten, wo Handlungsbedarf am „Spielermaterial“ besteht. Schön, dass Obst wieder fit ist, aber war Ngankam wirklich so platt, dass man DIESEN Wechsel vollziehen musste? Er sah nicht wirklich gut aus in den wenigen Szenen, die er hatte.

Zu allem Überfluss wurden ich und mein Sohnemann nach dem Spiel noch von Radio Essen interviewt… Sehr unangenehm, wenn man gerade gefühlt verloren hat.

Ich persönlich freue mich auf die bewegten Bilder vom Spiel, damit ich wenigstens für mich die letzten Fragen beantworten kann.

Freitag geht es für die Mannschaft nach Verl, auch so ein ungeliebtes Pflaster in den letzten Jahren…

Trotzdem: NUR DER RWE!

Das Ende der Winterpause

Die für mein Empfinden mal wieder zu lange Phase, in der das einzig rot-weisse, das man zu sehen bekommt, die Schokoweihnachtsmänner am Gabentisch waren, neigt sich dem Ende zu. Zeit, ein Resumee zu ziehen.

Nach dem heutigen 3:1-Erfolg gegen die TuS Koblenz (derzeit 7. der Regio Südwest) steht zunächst mal fest, dass unser Team ungeschlagen und ohne größere Verletzungen durch die Pause gegangen ist. Nach der beinahe schon traditionellen ETB-Absage musste der ESC Rellinghausen ein 8:0 über sich ergehen lassen, bei der 2. Mannschaft des Bundesligisten FSV Mainz 05 erreichte man ein 1:1, und die Spvg. Schonnebeck, gegen die man im Pokal kürzlich noch einige Probleme hatte, konnte man einen 2:0-Erfolg verbuchen. Sind die Ergebnisse auch positiv, so bin ich doch immer vorsichtig mit der Beurteilung solcher Spiele. Es geht hier sicherlich eher darum, den vielgerühmten Spielrhythmus zu finden und auch mal Dinge zu probieren, für die man im Ligabetrieb keine Gelegenheit hat. Daher steht für mich im Vordergrund, dass alle Akteure ohne schwerwiegende Verletzungen geblieben sind.

Der zweite Schwerpunkt in der Winterpause liegt ganz klar auf den Transfers. Und hier steht natürlich ein Spieler im Fokus: Kontantin Möllering. Dieser hat über zwei (!) Wochen bei RWE mittrainiert, kam in drei Testspielen zum Einsatz und galt quasi schon als Neuzugang. Zumindest war dies mein Eindruck, nachdem sich sowohl der Verein („interessanter Mann“) als auch der Spieler („Ehre, dieses Trikot zu tragen“) entsprechend in der Presse positioniert hatten. Am letzten Tag der Wechselperiode unterschrieb der Ex-Borusse und USA-Rückkehrer dann in Rödinghausen. Muss man nicht verstehen. Ob er nun eine Häcker-Küche zum Sonderpreis bekommt, er hier zu hoch gepokert hat und daraufhin nehmen musste, was übrig bleibt – wir werden es vermutlich nie erfahren. Ich finde es jedoch positiv, dass der Verein nicht „auf-Teufel-komm-raus“ um diesen Spieler mitgeboten hat, denn dadurch sendet man ja auch ein Signal an zukünftige Kandidaten.

Mit dem Nicht-Zugang Möllering stand also fest, dass die restliche Saison mit dem aktuellen Kader zu Ende gespielt werden muss. Verstärkt wird das Team dabei durch drei Spieler aus der A-Jugend – n0ch etwas, das positiv zu bewerten ist. Es gab allerdings auch Abgänge: Ivan (zum WSV) war dabei der einzige Spieler mit nennenswerten Einsätzen für RWE, jedoch weit davon entfernt, Stammspieler oder gar erster Einwechselspieler zu werden. Hier hatte Ngankam meist die Nase vorn. Zudem verließen noch Jesic (Regio Südwest, ebenfalls nur „Notnagel“, was Spielminuten betrifft), Druschky (zurück nach Leipzig, war dauerverletzt), Kwadwo (Gelsenkirchen II), Demircan (Wattenscheid) und Gubini (Kreisliga (!!!) Bottrop) den Verein. Alles keine Namen, mit denen ich in Zukunft gerechnet hätte. Es dürfte aber nichtsdestotrotz im Sommer akuter Bedarf für Neuverpflichtungen auf einigen Positionen bestehen. Grund zur Panik ist aber keineswegs gegeben, denn mit dem bestehenden Kader sollten wir diese Saison noch sehr gut zu Ende spielen können.

Eine Randbemerkung gab es dann noch zum Thema „Transfers“: RWE steht wohl mit einem Spieler in Verhandlungen, der „kein Probetraining braucht“ (J. Lucas im Reviersport). Zudem wäre dieser Spieler wohl im Sommer ablösefrei, hätte aber den Berichten nach auch schon im Winter eine Option sein können. Dass daraus direkt der „Hochkaräter“ wurde, der nun in den Foren und Facebook-Gruppen plattgetreten und zynisch erwähnt wird – geschenkt. Ich bin aber trotzdem sehr gespannt, ob es zu einer Verpflichtung im Sommer kommt, mit der wir alle nicht so richtig rechnen.

Wirtschaftlich rechne ich – allen Unkenrufen zum Trotz – damit, dass wir weiterhin ordentlich aufgestellt sind, wenn auch neulich in einem Interview von Doc Welling zum Ausdruck kam, dass uns der Betrag von Innogy doch zu Gegenmaßnahmen gezwungen hat. Zudem müssen 100.000 Euro aus dem Transfer von Kerim Avci in die Türkei zunächst abgeschrieben werden, da auch die Drohung mit Punktabzug und Zwangsabstieg durch die Fifa dadurch verpufft, dass der türkische Verein ohnehin abgeschlagener Tabellenletzter ist und einem erneuten Abstieg entgegentaumelt. Wir werden sehen, ob auf juristischem Wege da vielleicht noch etwas zu machen ist. Soweit ich das aus kaufmännischer Sicht beurteilen kann, dürfte dieses Geld ohnehin seit dem Transfer nicht in irgendwelche Etats eingeplant worden sein, entsprechende Bilanzierungsvorschriften gibt es ebenfalls, nachdem im Bezug auf den Geldeingang zweifelhafte Forderungen entsprechend zu händeln sind.

Am 01. Februar wurde RWE 110 Jahre alt. Die „aktive Szene“ (wenn ich sie mal so nennen darf) zelebrierte den Anlass mit einer phänomenalen Aktion, wie ich finde. Um es nochmal zu betonen: Pyro im Stadion, wo Leute dicht auf dicht stehen, finde ich gefährlich und fahrlässig. Wenn Bengalos und Co. allerdings wie im Video der Westtribüne eingesetzt werden, bekomme ich Gänsehaut und Tränen der Rührung. Wer behauptet, die Fanszene in Essen sei tot, dem wurde hiermit das Gegenteil bewiesen. DANKE FÜR DIESE AKTION, DIE DEUTSCHLANDWEIT IHRESGLEICHEN SUCHT!

Zu guter letzt hat es unser Verein ja mal wieder geschafft, überregional in die Schlagzeilen zu kommen, indem man in Zusammenarbeit mit Essener Schauspielern eine PK in bestem Trump-Style inszeniert und ein Statement für die Pressefreiheit abgegeben hat. Unter anderem berichtete Sky Sport News, die Sportschau und bild.de (LINK) über die Aktion, die ihr auch hier nochmal sehen könnt:

Nachtrag: Ich habe gesehen, dass wir wohl noch ein Testspiel gegen den 1. FC Saarbrücken „einschieben“. Ich hoffe einfach mal, dass da auch alles gut geht…

Nachtrag 2: Puh, Glück gehabt, Frau Holle sei Dank! Das Saarbrücken-Match fällt aus…

NUR DER RWE!