Make Essen Great Again!

Durchhalten! Noch knapp eine Woche müssen wir diese unsägliche, in vielerlei Hinsicht historische Fußball-WM ertragen. Während ich diese Zeilen schreibe, gammeln sich die Franzosen ins Halbfinale, wo sie entweder auf Dauer-„Geheimfavorit“ Belgien oder auf die Brasilianer rund um Schwalbenkönig Neymar, den ersten seines Namens, Zuckerpüppchen vor dem Herrn, treffen, der seit seiner schweren Verletzung (jetzt echt mal…) im Netz unter dem Hashtag #PrayForNeymar zu allerlei Spott und Häme, vor allem aber zu kreativen Ergüssen und lustigen Videoclips aller Art von sich reden macht.

Ich weiß nicht, wie es euch geht – mir geht die WM gerade nur noch auf den Sack! Die einen bejubeln irgendwelche Isländer, nur weil die bei der letzten EM ja mit ihrem ach so tollen „HU!“ (das international absolut identisch, nur mit „Hey!“-Rufen vorher schon mehr als bekannt war) begeistert haben, die nächsten freuen sich über das Aus von Deutschland (über die Umstände will ich hier nicht philosophieren, es tat aber weh!), und auch die Teams wissen nicht zu überzeugen. Russland – noch immer unter Dopingverdacht kämpft sich gegen enttäuschende Spanier ins Viertelfinale, die Schweden ermauern sich einen Sieg nach dem anderen, bei Portugal und Argentinien kommt nach Ronaldo und Messi auch nicht mehr viel, und die Engländer gewinnen sogar ein Elferschießen (gegen Kolumbien, hurra!). Griezmann kann sich zwar gegen Australien mit einem verkappten „Loser Dance“ zu Verhöhnung des Gegners herniederlassen, gegen Uruguay fängt er nach seinem Treffer beinahe an zu weinen… Über Über Brasilien habe ich mich ja oben schon ausgelassen.

Nein, dieses Mal stellte sich das „große Kribbeln“ bei mir nicht ein. Vielleicht noch am ehesten vor dem ersten Gruppenspiel unserer Mannschaft, vielleicht ein wenig nach dem Last-Minute-Sieg gegen Schweden, aber ansonsten? Mir ist es fast Latte, wer gewinnt. am ehesten hätte ich es vielleicht den Schweizern oder (jaja…) den Belgiern gegönnt. Hauptsache nicht England, Frankreich, Brasilien oder gar Russland. (Hach, so viele Wünsche auf einmal…)

Wie gesagt: Eine Woche noch, dann richtet sich der Fokus allüberall wieder auf den nationalen Fußball, sei es Bundesliga, Oberliga oder Kreisliga. Oder, ja oder Regionalliga!

Und hier, muss ich gestehen, werde ich schon wieder ein wenig euphorisch. Die Verstärkungen, die wir bislang an Land gezogen haben, lesen sich auf dem Papier als ebensolche. Keine aussortierten Talente aus irgendwelchen Zweitteams von Bundesligisten, sondern erfahrene Leute. Leute, die der Trainer sich für sein Konzept gewünscht hat. Der Trainer, der seinem Team den ultimativen Willen dem Vernehmen nach vorlebt, der diesen Willen tagtäglich im Training fordert. Der Trainer, der in Kiel beinahe als Legende gilt, weil ein Großteil seines Kaders die Störche beinahe in die Bundesliga geführt hätte. Der Trainer, der sich trotz alldem fannah gibt. Mir gefällt das.

Die Saison wird damit enden, dass der Westmeister in jedem Falle aufsteigt. In dieses Rennen mit einzugreifen, muss nicht nur unser Ziel, sondern unser natürlicher Anspruch als Rot-Weiss Essen sein.

Damit dies gelingt, hat RWE in Person von Marcus Uhlig auf der Jahreshauptversammlung angekündigt, etwas mehr ins Risiko zu gehen und den Etat für die 1. Mannschaft etwas anzuheben. Ich hatte das Vergnügen, ihn vor Kurzem auch persönlich kennenzulernen, und ich habe das Gefühl, dass uns hier ein weiterer Glücksfall beschert ist. Er bringt zu dem Wissen um wirtschaftliche Zusammenhänge zusätzlich Erfahrung auf dem sportlichen Sektor mit, kann einen Sportverein im Sinne eines solchen führen und gesetzte Ziele mit entsprechenden Maßnahmen untermauern.

Damit dies gelingt, muss aber auch der oft beschworene Schulterschluss her. Wir Fans müssen wieder als der zwölfte Mann hinter dem Team stehen. Schluss mit Stimmungsboykotts, Eitelkeiten und Grabenkämpfen. „Alles für den gemeinsamen Sieg“, nur so kann das Motto auf den Rängen lauten!

In diesem Sinne: #MEGA – Make Essen Great Again!