Derbytime an der Hafenstraße

Erneut muss sich RWE mit einem Unentschieden zufrieden geben, erneut war man nicht das schlechtere Team. Doch der Reihe nach.

Im Vorfeld der Partie schickte RWO markige Worte an die Hafenstraße, ein Sieg sei Pflicht, man wolle die Partie zu einem Heimspiel machen etc. Diesen Worten wollte man nun Taten folgen lassen, und so bot sich gleich von Beginn an eine Partie mit offenem Visier ohne viel Geplänkel im Mittelfeld. Mit der ersten (und wie sich herausstellen sollte einzigen) echten Torchance für Oberhausen klingelte es dann auch gleich: Heber ließ nach zehn Minuten seinen Gegenspieler laufen, bemerkte seinen Fehler zu spät und musste mit ansehen, wie der Ball durch die Beine von Raeder den Weg ins Tor fand.

Der erneute Rückstand erschwerte den echten Rot-Weissen das Spiel, da die Gäste nun das taten, was die meisten Mannschaften an der Hafenstraße tun: zurückziehen, einigeln, Räume dicht machen. RWE fand keinen Weg durch das Bollwerk. RWO versuchte zu kontern, wobei heute Becker zunächst zwei, drei Mal unglücklich aussah. Erst kurz vor dem Wechsel gab es eine nennenswerte Chance für RWE, als Zeiger einen Vorstoß wagte und die spätere Flanke nochmal ablegte, in der Mitte aber zwei Essener den Ball knapp verpassten. Doch diese Szene war so etwas wie der Wendepunkt des Spiels, denn wenig später war es Becker, der mal nach vorne zog, den Ball nach außen auf Bichler spielte. Dessen Schuss aus spitzem Winkel konnte der Oberhauser Keeper jedoch parieren. Der Befreiungsschlag landete bei Scepanik, der flach aus gut 18m abzog – Ausgleich!

Zur Pause kam Marcel Platzek für Nico Lucas ins Team. Und er sollte gleich zeigen, wie wichtig er für das Spiel von RWE derzeit ist. Immer wieder war er anspielbar, legte Bälle schnell nach außen ab oder sorgte für Unruhe im Sturmzentrum. Da RWO sich nun auch nicht mehr zurückziehen konnte, wurde das Spiel auch nun wieder etwas offener, die RWE-Defensive stand aber äußerst sicher. In der Offensive konnte sich Heber immer wieder mit einschalten, sodass Pröger und Bichler immer wieder zu Flanken kamen, die aber in gleich mehreren Situationen entweder geklärt wurden oder ohne Druck aufs Tor weitergeleitet wurden. Von Oberhausen war nach der Pause eigentlich nichts mehr zu sehen. Nach ca. 70 Minuten lief ein Spieler der Gäste auf das Essener Tor zu, Philipp Zeiger klärte in letzter Not unter Einsatz seines Körpers – RWO forderte Elfmeter. Im direkten Gegenangriff hatte der gerade eben gelbverwarnte Abwehrriese der Oberhausener seinen Ellenbogen in Platzeks Gesicht – es gab Freistoß für RWE. Der Schiedsrichter zückte außerdem die gelbe Karte erneut und rot gleich hinterher, zu unserer Verwunderung aber nicht für den „Übeltäter“, sondern für Tim Hermes, der sich wohl dazu hatte hinreißen lassen, den Ball wegzuschießen.

Den folgenden Freistoß köpfte Platzek knapp über das Tor – es hätte die verdiente Belohnung für eine engagierte Teamleistung in der zweiten Halbzeit werden können. So blieb es jedoch beim Unentschieden, das keinem der Teams weiterhilft. RWE bleibt im oberen Mittelfeld „hinter der Musik“, RWO konnte die Verfolgung der Kölner Viktoria nicht fortsetzen – es scheint, als sei die Meisterschaft und das Aufstiegsrennen an dieser Stelle bereits vorentschieden.

Besonders bitter ist der Nachgeschmack, dass sich Bichler bei einer Szene im Strafraum wohl am Sprunggelenk verletzt hat (wobei kein Foul zu erkennen war) und Baier vom Schiedsrichter mit Gelb bedacht wurde, als er beim Erlaufen eines langen Balles seinen Körper einsetzte und der Gegenspieler geradezu daran abprallte. An dieser Stelle gute Besserung an „Bichi“!

Brauer wird in meinen Augen immer mehr zu einem unverzichtbaren Bestandteil im Essener Spiel. Was der heute an Metern abgerissen hat, wie er seine Mitspieler motiviert hat – das hatte echte Leaderqualität. Zeiger noch positiv zu erwähnen wird ihm fast kaum noch gerecht. Er war in der Anfangsphase derjenige, der in den entscheidenden Momenten noch die Übersicht behalten hat und Becker die Nervosität nahm (der von Minute zu Minute abgebrühter wurde).

Der Oberhausener Trainer merkte in der anschließenden PK noch an, „wenn der Schiedsrichter mehr Fingerspitzengefühl zeigt, gibt er uns einen Elfmeter“. Ich lasse die Aussage unabhängig vom Betrachtungswinkel mal so stehen und unkommentiert. Ich fand sie jedoch erwähnenswert. (Interessant, dass beide Trainer einig waren, dass sie Hermes auf dem Platz gelassen hätten. Hier bin ich noch immer gebrandmarkt vom Platzverweis von Tim Erfen in Braunschweig vor Jahren aus demselben Grund – aus einem 1:0 wurde danach noch ein 1:2.)

Zum Oberhausener „Heimspiel“: Ich gebe zu, die erste halbe Stunde ging wohl an RWO. Hier hat die „West“ mit einem eher mauen Singsang eine Chance vergeben, zu zeigen, wer Herr im Hause ist. Mit zunehmendem Druck verstummte aber auch die Gäste – pardon! – „Heim“kurve, bis auf ein, zwei „nur der RWO“s war nicht mehr viel von gegenüber zu vernehmen.

RWE hat nun gleich zwei Auswärtsspiele vor der Brust. Am Wochenende geht es nach Wiedenbrück, den folgenden Dienstag in die Rote Erde nach Dortmund, bevor sich zum Abschluss der Hinrunde die zweite Mannschaft der Düsseldorfer Fortuna an der Hafenstraße vorstellt.

Europapokal – diesmal ohne Essen

Wechselbad der Gefühle. Mir fehlen noch ein wenig die Worte um das zusammenzufassen, was wir alle heute erleben durften mussten.

Ein wunderschöner Tag mit „Da-geht-heute-was“ im Hinterkopf, aus beruflichen Gründen nur im Garten mit Beamer, Grillgut und Freunden, RWE schnell gut im Spiel mit offensivem Pressing. Oberhausen hat exakt eine einzige gute Szene, die leider ausgerechnet durch eine Kombination der Ex-Essener Hermes und Nakowitsch zum 1:0 führte, und das auch noch zum berühmten „psychologisch ungünstigen Zeitpunkt“ kurz vor der Pause. Ärger, Sorge, Anspannung. Das ganze Spektrum.

Davon zeigte sich RWE aber nicht lange beeindruckt. Nach einer Ecke spielt Platzek einen gefühlvollen Ball auf Urban, der Auge beweist und quer auf Bednarski legt – 1:1. BÄMM! Euphorie. Freude. „Jetzt erst recht.“

Es folgte ein irres Anrennen unseres Teams. Pröger alleine hatte mindestens zwei sehr gute Chancen, den Ball im Oberhauser Tor unterzubringen. Einmal blockt ein Abwehrspieler, beim zweiten Mal hat Udegbe die Finger dran. Hoffnung, Verzweiflung.

Knappe 10 Minuten vor Schluss die erste von mehreren dicken Fehlentscheidungen der Partie: Außen wird Pröger geschickt, Nakowitsch haut mit einer groben Sense dazwischen, sieht aber nur gelb. Hier war rot sicher angemessen, denn er hatte weder eine Chance, den Ball noch zu erreichen, noch überhaupt die Absicht dazu. Wut, Unverständnis.

Viel fataler aus Essener Sicht dann die doppelte Fehlentscheidung Sekunden vor dem Abpfiff: Ein Schuss wird zur Bogenlampe, Heller kommt gegen Fleßers zu spät (da hätte man aber schon abpfeifen müssen, da Fleßers – im TV deutlich zu erkennen – im Abseits steht), die erneute Kerze drückt Ben Balla, der in Brauer springt, mit diesem zusammen Richtung Tor. Nächste Fehlentscheidung: Obwohl klar zu erkennen ist, dass Becker den Ball über der Linie klärt, zeigt der Assistent Tor an.

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Schluss, aus, vorbei, die Nachbarn haben den Pokal. Trauer, Enttäuschung, aber auch Stolz.

Ich habe selten unverdientere Niederlagen erlebt. RWE hat deutlich mehr ins Spiel investiert und eigentlich keine Torchancen zugelassen, konnte die Vielzahl der eigenen Chancen gleichzeitig aber nicht nutzen und steht letztenendes mit leeren Händen da.

Dennoch muss ich hier ausdrücklich unserem Trainer ein Kompliment aussprechen: Anstatt im Interview mit der ARD über die zumindest strittigen Szenen zu lamentieren, übt er sich in Selbstkritik, bemängelt die vergebenen Chancen und lässt den Zuschauer doch zwischen den Zeilen wissen, was er von der Schiri-Leistung hält: „Heute ist Finaltag der Amateure, warum sollen da nicht auch Amateure stehen?“.

Was ist diese Niederlage nun „wert“? In den vergangenen Jahren haben wir regelmäßig irgendwo zwischen erstem und dritten Ligaspieltag ein Highlight erlebt, sei es Düsseldorf, Bielefeld oder zuletzt Mönchengladbach. Doch genauso, wie diese Spiele spielerisch und kämpferisch toll anzusehen waren, genauso fiel unser Team nach diesen Höhepunkt in ein tiefes, tiefes Loch, das direkt zu Saisonbeginn den Abstand „nach vorne“ auf fünf, sechs oder mehr Punkte anschwoll und nicht mehr ansatzweise geschlossen werden konnte.

Vielleicht liegt in dieser Niederlage daher auch eine Chance. Die Chance, von Beginn an den Fokus auf die Ligaspiele zu legen und diese auf einem konstant hohen Niveau zu absolvieren. Ich traue Neitzel nach den bisher betreuten Spielen durchaus zu, das Team dementsprechend ein- und aufzustellen. Die nun anstehenden Transfers werden dabei sicher wichtig, aber der Kern der Mannschaft bleibt wohl erhalten – damit sind wir wieder beim Thema Konstanz, zumal wir auch nach der Vorsaison nur punktuell den Kader korrigiert haben.

Mit diesen Worten endet für mich die Saison 2017/18 – leider nicht mit einem Happy-End, dafür aber mit der latenten Hoffnung, dass die kommende Saison mal endlich wieder eine bessere wird.

Ich bedanke mich bei jedem einzelnen Leser, für jeden Klick, jedes „gefällt mir“, jedes teilen und jede Empfehlung im Freundeskreis. Ich hoffe, wir lesen uns in ein paar Wochen wieder.

Bis dahin: NUR DER RWE!

Oberhausen olé

RWE konnte gestern Abend beim Duell mit dem Nachbarn zu fortgeschrittener Zeit den Führungstreffer der Gastgeber mit einem beinahe identischen Tor ausgleichen und bleibt somit im vierten Spiel in Folge ungeschlagen. Sehr schön. Da ich das Niederrhein-Stadion meide wie die Pest, habe ich vom Stream Gebrauch gemacht und das Spiel dort verfolgt.

Insgesamt geht das Ergebnis aus meiner Sicht in Ordnung. In Halbzeit eins war Oberhausen das, was man wohl „spritziger“ nennt: immer einen Schritt schneller am Ball, präsenter, körperlich leicht überlegen. Je länger das Spiel und vor allem dann die zweite Halbzeit dauerte, umso mehr konnte RWE jedoch ins Spiel zurückfinden und RWO in dessen Hälfte zurückbringen. Nachdem Baier aus kürzester Distanz am Pfosten scheiterte, war der Ausgleich durch RWE-Urgestein Brauer dann irgendwie schon verdient. Und auch wenn ich mich sehr gefreut hätte, wenn Pröger aus 5m freistehend nicht übers sondern ins Tor geköpft hätte – das Unentschieden insgesamt geht schon in Ordnung.

Viel wichtiger jedoch, ob wir nun einen oder drei Punkte vom Kanal entführen (in der Liga ging schon vor dem Spiel nichts mehr…) – in meinen Augen ist der erkämpfte Punkt aus psychologischer Sicht Gold wert. Wir haben gezeigt, dass wir fürs Finale gewappnet sind und uns auch nach einem Rückstand nicht in die Hose machen. Klar, die Kulisse wird am Pfingstmontag nochmal eine ganz andere sein. Ein Großteil der Zuschauer wird unser Team mit Hass und Spott überziehen. Andererseits hört man ja auch immer wieder, dass gerade jene beschimpften Spieler dann eine „Jetzt-erst-recht“-Mentalität entwickeln. Außerdem bin ich mir nicht so sicher, ob die RWO-Spieler nicht selbst am hohen Erwartungsdruck vom Publikum zu Knabbern haben. Fürs Finale sollte aber gelten „Lösungen finden – Stimmungsboykott beenden“! Denn es wird auf alle Parteien ankommen – Spieler, Trainer, Fans.

Eine weitere Entscheidung ist gestern Abend gefallen: die Regio West wird dank Losglücks in der kommenden Saison einen direkten Aufsteiger stellen. Und so unwahrscheinlich es auch erscheinen mag, dass ausgerechnet RWE in den Kampf um den Platz an der Sonne eingreifen kann – es gilt, darauf alle Bemühungen zu fokussieren. Es wäre doch der beste Zeitpunkt, zum Ende von „Hoch 3“ aufzusteigen. Auch die Spiele der kommenden Saison wollen erst einmal gespielt werden.

Man wird doch wohl noch träumen dürfen…

Wir ham den Kanal noch lange nicht voll

RWE gegen die falschen rot-weißen aus dem Nachbardorf. Ein Spiel zweier ewiger Rivalen, die näher beieinander liegen als das Westfalenstadion und die Ost-Gladbecker Turnhalle.

Vor gut gefüllten Tribünen fand RWE besser ins Spiel und hatte nach wenigen Minuten die erste Chance, als Bednarski freistehend den Oberhauser Keeper zu einer Glanzparade zwang. Wenige Zeigerumdrehungen (Wortspiel!) später durfte der Großteil der Zuschauer dann aber jubeln, als Malura eine feine Flanke aus vollem Lauf präzise auf die Birne von Platzek zirkelte und dieser unwiderstehlich vollendete.

Auch danach zeigte unser Team ungewohnt deutlich, wer Herr im Hause ist. Es wurde jegliche Angriffsbemühung der Gäste im Keim erstickt, der Ball lief flüssig durch die eigenen Reihen und im Notfall wurde auch schon mal die grobe Klinge ausgepackt. So würde ich mir unser Team häufiger wünschen. Pröger gewann einige neue „Freunde“, als Oberhausen den Ball trotz Essener Reklamation wegen eines am Boden liegenden Mitspielers nicht ins Aus schoss und er deshalb den ballführenden Spieler schlicht umriss und den Ball auf die Gästebank drosch. Oberhausens einzige Chance in der ersten Hälfte bestand aus einem Freistoß aus aussichtsreicher Position, der aber zu einem laschen Schüsschen mutierte, mit dem Heller keinerlei Probleme hatte. Unter Applaus ging es in die Kabine.

Nach dem Wechsel würde Oberhausen von Minute zu Minute stärker, unsere Defensive scheint aber langsam wieder zu alter Form zurückzufinden. Kaum eine Szene endete in Torgefahr, nach vorne hin konnte das druckvolle Spiel mit dem dauerhaften Pressing leider nur noch etwa bis zur 65. Minute aufrecht gehalten werden. Besonders Platzek rieb sich immer wieder beim Anlaufen auf. Je länger die Partie dauerte, umso mehr verlagerte sich RWE aufs Kontern. Bednarski und Pröger kamen dabei noch zu sehr guten Chancen. Weitere Szenen wurden leider zu hektisch verschenkt oder scheiterten am berühmten „Haken zuviel“. Als Heller gute 10 Minuten vor Schluss einen semi-gefährlichen Kopfball festhielt, war ich mir schon sicher, dass wir das Spiel diesmal über die Zeit bringen würden.

Oh Fußballgott, ich verdamme dich! Ich hätte es eigentlich besser wissen müssen. Ecke Oberhausen, zu kurze Abwehr, Vollspann – drin, mal wieder 90. Minute! Trotz Brechstange gelang die erneute Führung leider nicht, und so müssen wir uns auch hier wieder einmal mit einem Unentschieden begnügen.

Im Gegensatz zu früheren Remis gibt die Partie jedoch aus gleich mehreren Gründen Grund (noch ein Wortspiel!) zur Hoffnung:

Die Körpersprache stimmte endlich wieder. Es wurde sich gegenseitig gepusht, applaudiert, neu gewonnenes Selbstbewusstsein brachte den nötigen Mut, um auch mal etwas zu versuchen, beispielsweise Direktpässe in die Spitze. Die Zweikämpfe wurden wieder angenommen, statt planlos dem Ball hinterherzulaufen. Dazu ein Trainer, der von außen immer wieder auf das Team Einfluss nahm und mit selbigem kommunizierte. Der „sein“ System nach nur 3 Spielen der Mannschaft bereits soweit eingeimpft hat, dass diese es schon beinahe fehlerfrei umsetzen kann. Die Demandt’schen Lücken, die zuletzt in Mittelfeld und Abwehr (Stichwort Konter) klafften, sie scheinen geschlossen. Ein Benjamin Baier, der zu alter Stärke zurückgefunden hat, Timo Brauer, der überall auf dem Platz zu finden ist und sich nicht zu schade ist, auch mal per Trikotzupfer eine gelbe Karte einzufahren. So kann es meinetwegen weitergehen. Noch dazu hätte ich noch vor der Aachen-Partie 4 Punkten aus den beiden Spielen blind zugestimmt.

Dass die Oberhausener den Ausleich bzw. Punkt wie die Meisterschaft bejubelt haben, macht deutlich, wie schwer wir es ihnen gemacht haben (auch wenn sie uns „in Bestbesetzung natürlich weggesemmelt“ (Zitat) hätten).

Ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind. Die meisten Gespräche, die ich auf dem Weg zum Auto mithören durfte, deuteten ebenfalls auf Zufriedenheit trotz des erneuten Unentschiedens hin.

In der kommenden Woche findet sich RWE in Erndtebrück wieder. Da man dort wohl eher auf ein Team trifft, das sich einigeln wird, könnte das Spiel ungleich schwerer werden. Falls die heute gezeigten Tugenden aber erneut gezeigt werden, wird es dort aber einen Sieg zu bejubeln geben.

Nachtrag: der Support war quasi nicht vorhanden. Über 90% des Spieles waren auf der Haupt nur die Gäste zu hören. Klassisches Eigentor, es von der Rahn zu versuchen.

Hinaus mit Applaus

Als letzter Gegner in der Liga durften sich die Nachbarn vom Kanal im Stadion Essen präsentieren. Die Voraussetzungen für die Partie waren quasi perfekt: strahlender Sonnenschein, mehr als 13.000 Zuschauer, nur sportlich ging es für beide Teams wohl nur darum, sich nicht zu verletzen. 

Und so plätscherte die Partie dann auch gute 15 Minuten vor sich hin, ohne dass ein Team eine Torchance herausspielen konnte. Dann schickte zunächst Baier mit einem feinen Pass auf die Reise, dieser versuchte jedoch, mit seinem schwachen Fuß quer zu spielen, was leider gründlich misslang. Wenig später machte es der Kapitän dann selbst vor: Er zog aus zentraler Position rechts in den Strafraum und vollendete zur Führung.

Der Jubel sollte aber nur von kurzer Dauer sein. Ecke RWO, Kopfball – Ausgleich. Wettkönig Kaya hatte wohl noch die Fußspitze dran, so dass Heller nicht mehr reagieren konnte. 

Der Rest der ersten Halbzeit plätscherte vor sich hin, wobei Oberhausen wohl etwas mehr Spielanteile hatte. 

Dafür sollte die zweite Hälfte mit einem Paukenschlag beginnen: feine Direktpass-Kombination über Windmüller, Bednarski, Malura und Platzek zum 2:1. Es schien nicht nur, als ob RWO nur den Start verpennt hätte, von da an gehörte das Spiel unserem Team. RWO schien plötzlich nervös, wieder und wieder landeten Pässe in den Füßen unserer Spieler. So auch, als sich der eingewechselte Rabihic mit Grund und Platzek in einer 3 gegen 2-Überzahl wiederfand und statt dem von allen erwarteten Pass nach außen selbst abzog, den Ball aber nicht ganz traf, damit jedoch den Keeper für einen Moment auf dem falschen Fuß erwischte – 3:1.

Wenig später gelang den Kleeblättern mit einem sehenswerten 18m-Schlenzer zwar noch der Anschluss, dann vergab Rabihic aus guter Position (er hatte wohl zu viel Zeit zum Nachdenken) das 4:2. Kurz vor Schluss geriet unser Kasten noch einmal unter arge Bedrängnis, mit vereinten Kräften konnte der erneute Ausgleich jedoch verhindert werden. Letztendlich durften die Hausherren aber zum Abschluss noch einmal einen Heimsieg bejubeln, der nach der zweiten Halbzeit wohl auch so in Ordnung ging. 

Auffällig war, dass die ordnende Hand von Baier nach dem 3:2 und dem resultierenden Oberhausener Druck fehlte. Dies war nicht zum ersten Mal diese Saison der Fall. Hier scheint also Handlungsbedarf zu herrschen. Bednarski zentral zu stellen, dafür Platzek nach außen, macht optisch auf mich einen besseren, weil gefährlicheren Eindruck. 

Eine kleine Anmerkung zum traditionellen Integrationstag: so schön es auch ist, das Stadion vollzumachen und Leute ins Stadion einzuladen, die sonst aus verschiedensten Gründen keine Möglichkeit zu einem Besuch haben – ob Spiele der Marke „Goldene Ananas“ mit entsprechender Stimmung dazu förderlich sind, Neulinge mit RWE-Fieber anzustecken – ich weiß nicht… vielleicht könnte man darüber nachdenken, dass ganze Richtung Saisonstart, vielleicht 2. Heimspiel oder so zu legen. 

Dieser Sieg gibt jedoch noch mal Selbstvertrauen, denn ein Team von „da oben“ konnte im Zaum gehalten und besiegt werden. Und das ist nicht ganz unwichtig, schliesslich gibt es abseits der Liga noch ein weiteres Heimspiel in dieser Saison. Und gegen diesen Gegner würden wir ja gerne besser aussehen als die Jungs vom Canale Grande im Halbfinale.