Think positive!

Die Empörung über die Fehlentscheidung bei den TV-Ansetzungen der DFB-Pokalspiele überlasse ich einfach mal den Kollegen. Die beiden haben dazu eigentlich alles gesagt, was gesagt werden musste. Ich möchte auf ein paar tolle Dinge aufmerksam machen, die ich gestern bzw. heute in Verbindung mit RWE wahrgenommen habe.

Da wäre zum einen mal wieder Sandy, der an dieser Stelle sicher nur stellvertretend zu nennen ist für eine ganze Reihe von Leuten, die sich persönlich darum kümmern, dem allseits bekannten Glockenhorst im täglichen Leben unter die Arme zu greifen! Einfach toll, war mir so nicht bewusst, bestätigt aber das Bild, dass ich von Sandy habe! Einfach ein geiler Kerl! Zu sehen hier im aktuellsten „No Sports“ der Sportschau (im Übrigen auch äußerst sehenswert, weil hier die beiden Pokaltreffer mit den Radio Hafenstraße-O-Ton von Schmiddy („Pfeif ab die Scheiße!“) hinterlegt sind).

Und dann wären da die „jungen Essener“, die nicht mehr getragene Kleidung für Obdachlose sammeln. Gerade in diesen frostigen Tagen einfach eine tolle Aktion! Leider war hier der Sammeltermin wohl heute um 17 Uhr, ich komme erst jetzt dazu, hier zu schreiben. Kontakt lässt sich aber sicher noch vermitteln.

Als letztes möchte ich die Vandalz erwähnen. Eine Fangruppe, die sicherlich die Meinungen spaltet, die aber unbestritten alles für den Verein geben. Sie bieten aktuell jeden Tag eine „Einkaufshilfe für Bedürftige“ an! Ebenfalls eine tolle Aktion, wie ich finde. Da ich ungern fremde Handynummern im Netz posten möchte, stelle ich die Grafik hier nicht rein, in Facebook werdet ihr bei Bedarf sicher schnell fündig.

Euch allen – fühlt euch bitte angesprochen, wenn ihr dazugehört – ein herzliches Dankeschön!

Und spätestens im Halbfinale sehen wir dann auch RWE im Free-TV!

Jahrhundertspiel

Auch mehr als 24 Stunden nach Abpfiff fällt es mir schwer, in Worte zu fassen, was da gestern Abend an der Hafenstraße passiert ist. Nicht nur, dass unser Lieblingsverein der geilste Verein der Welt das Achtelfinale gegen den Champions-League-Aspiranten aus Leverkusen lange offen halten konnte, nein, nach dem schmeichelhaften Führungstreffer der Gäste in der Verlängerung konnten unsere Jungs die Partie tatsächlich durch zwei phänomenale Treffer noch drehen.

Ich weiß aktuell noch immer nicht, was der Hansi Küpper auf Sky so gesagt hat, als es jeweils bei Hradecky („RWE? Glückslos!“) klingelte, weil ich samt Sohnemann selbst in totaler Eskalation gefangen war. Freudentränen flossen und auch die Nachbarn wussten Bescheid, wie es steht, ob sie wollten oder nicht! Eigentlich ist es mir auch völlig egal, ich kann mich an den Szenen dennoch nicht sattsehen.

Ein Lob, das sicher nicht groß genug ausfallen kann, geht sicherlich an Daniel Davari. Was der Kerl pariert hat, hat er bislang in der gesamten Saison nicht auf die Bude bekommen. Doppel-Alu in der 89. Minute, weil er seine Knochen noch irgendwie an den Ball gebracht hat, immer wieder Fußparaden gegen 100%ige Chancen.

Aber auch die Abwehr, die sicher deutlich mehr im Fokus stand als bisher. Die Kette mit Plechaty, Heber, Hahn, Herzenbruch und Grund hat sich in jeden Ball geworfen, als ob es kein Morgen gibt. Herze – mit nur wenigen Einsatzminuten in der Liga – ist eine dermaßene Kampfsau, unfassbar. Heber total abgebrüht gegen die großen Namen, immer wieder mit dem Fuß vor dem Gegner am Ball!

Das Mittelfeld blieb ab der zweiten Halbzeit unauffällig als solches, da Kehl-Gomez, Grote und Condé in der Abwehr deutlich beschäftigter waren. Dennoch möchte ich den Jungs keineswegs schlechte Arbeit unterstellen, es war einfach ein anderer Job, den sie zu erfüllen hatten. Und bedingungslosen Einsatz bis zur Erschöpfung haben sie sicher geboten!

Aber den perfekten Wechsel-Akkord hat Christian Neidhart angeschlagen: Hildebrandt brachte mehr Stabilität, nachdem Condé sichtlich müder wurde, hatte gar die Führung auf dem Schlappen, Neuwirt ist sicher einer der unterschätztesten Spieler unseres Kaders. Und was bitte waren das für Offensiv-Wechsel? Platzek und Kefkir die Protagonisten beim Ausgleich, Harenbrock gleich mit zwei Toreinleitungen, der Pass auf Engelmann einfach genial. Nach zwei Kreuzbandrissen zahlt dieser Kerl das Vertrauen des Vereins zurück, als wäre er nie weg gewesen. So routiniert, so abgezockt wie ein ganz Großer!

Und dann natürlich: Der unnachahmliche Engelmann! In Ermangelung jeglicher Nähe zum gegnerischen Sechzehner hätte ich ihn viel früher vom Platz genommen. Deswegen bin ich halt auch nur ein unbedeutender Blogger und nicht der Trainer eines Regionalligisten der großartigsten Mannschaft der Welt. Ich möchte Engelmann noch sehr, sehr oft in einem dermaßenen Freudentaumel sehen, wie gestern, nimmt er seine Treffer doch oft zumindest äußerlich sehr emotionslos hin.

Wäre die Bude gestern so voll gewesen, wie es einem Achtelfinale angemessen gewesen wäre, wäre sicherlich der Schreck vom Niederrhein erklungen. Das war zumindest einer dieser Abende, an denen der Mythos Hafenstraße allgegenwärtig war. (Anmerkung: Platzo ist auf einem guten Weg, aber an textlichen Schwächen sollte er nochmal arbeiten *zwinkerzwinker*)

Nach dem Spiel stand das Handy dann auch nicht mehr still. Eine schier unfassbare Flut an Nachrichten, auch von Fans anderer Vereine prasselte auf mich ein, sicher auch auf viele von euch. All die Memes, die Videos von Autokonvois und Feuerwerken, all die hämischen Bilder und Sprüche… Sie zeigen, dass RWE nicht nur ein Teil der Fußball-Niederungen ist, sondern sehr wohl im Bewusstsein der Nation.

DAS konnte ich mir dann nicht verkneifen.

Dieses Spiel wird sich sicher einreihen in die Liste der großartigsten RWE-Spiele. Ich denke dabei an das Pokalfinale, an das Lipinski-Spiel gegen die Blauen, an das 4:4 gegen ebenjene Pillendreher. In 20 Jahren stehen unsere Kinder mit ihren Kindern im Block und schwärmen denen vor, wie Engelmann in der 118. Minute das Ding aus spitzem Winkel unter die Latte genagelt hat.

Der Mythos lebt!

Samstag wartet die nächste dicke Aufgabe auf unser Team. Ich bin mir sicher, dass unsere Jungs auch diesen Gegner in die Schranken weisen werden. Doch dieses Spiel, lieber Leser, ist mir sicher noch einen weiteren Blogbeitrag wert.

Weiter! ImmeRWEiter!

Es war eine sehr kurze Winterpause, die mit dem heutigen Testspiel beim 1. FC Köln II beendet wurde. Nach dem Pokalspiel hatten unsere Jungs gerade einmal zwei Wochen Zeit, um ein Wenig zur Ruhe zu kommen. Nachdem die Hinrunde mit etwas Verzögerung gestartet wurde, ist es tatsächlich gelungen, bis auf eine Handvoll Partien jeden Spieltag auszutragen. Dass RWE dabei nicht nur mitgespielt, sondern richtig abgeliefert hat, muss ich hier auf diesem Blog wohl niemandem mehr erzählen.

Heute also Test beim Effzeh, Nach 4x 30 Minuten stand am Ende ein 4:1 für unser Team zu Buche, Hahn, Endres, Futkeu und Platzek besorgen die Treffer gegen den Ligarivalen. Daher auch ein klares Signal an die Konkurrenz – der Sieg wurde nicht etwa gegen einen unterklassigen Gegner erspielt, sondern immerhin gegen ein Team aus dem oberen Ligamittelfeld.

Damit startet also die Mission „Tabellenführung ins Ziel bringen“! Es wird sicher ein ganz heißer Tanz. Denn sind wir mal ehrlich: Auch ohne den Nimbus der Unbesiegbarkeit gibt jede Mannschaft gegen RWE 100+x %, so kommen sicher nochmal ein bis zwei Schippen oben drauf. Jeder will der Erste sein, wenn es darum geht, Rot-Weiss eine Niederlage zuzufügen.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe trotzdem nicht den geringsten Grund, an einer erfolgreichen Fortsetzung der Saison zu zweifeln. Wir werden die Scharte aus dem Hinspiel gegen Wiedenbrück auswetzen. Und warum? Weil unsere Mannschaft mit den Aufgaben gewachsen ist, weil sie gelernt hat, dass es keinen Anlass gibt, nicht an die eigene Defensivstärke zu glauben und vor allem, weil Christian Neidhart seine Startelf gefunden hat. Ich bin sicher, dass die Mannschaft auch in Ostwestfalen ihre PS auf die Piste bringen wird.

Natürlich ist es höchst unwahrscheinlich, dass RWE vollkommen ohne Niederlage durch die Saison gehen wird. Selbst mit einer eventuellen Niederlage gegen den aktuell einzigen ernstzunehmenden Verfolger (im Sinne von „nicht schon deutlich abgeschlagen“, JEDER Gegner muss ernstgenommen werden!) wird RWE das Maß aller Dinge bleiben. Die Borussia hat in den letzten Partien der Hinrunde gezeigt, dass sie nicht etwa wie von einigen vermutet unfehlbar ist, besonders der Abgang von Tigges in den eigenen Bundesligakader dürfte doch deutlich schmerzen.

Ich persönlich freue mich jedenfalls, am Samstag wieder vor dem Stream zu sitzen und unseren Jungs zuzusehen.

NUR DER RWE!