Die Woche der Wahrheit

War das eine Bombe, die die Verantwortlichen in Wuppertal – kolportiert vom lokalen Sportblättchen – platzen ließen? (Fast) alle Spieler der ersten Mannschaft dürfen noch in dieser Wechselperiode, also bis Ende Januar den Verein ablösefrei verlassen.

Wie der WSV nun auf seiner Homepage mitteilte, müsse man aufgrund des strikten Insolvenzrechts bis Montag, 14. Januar die schicke Summe von 260.000 Euro auftreiben bzw. einsparen, um nicht den Gang zum Amtsgericht antreten zu müssen. In dem Statement (hier nachzulesen) bescheinigt man sich selbst eine geradezu hanebüchene Kalkulation auf Basis einer erhofften Euphorie durch eine ansprechende Saison, schiebt aber den Schwarzen Peter gleichzeitig auch auf den Spielplan der „viele attraktive Spiele in einer unattraktiven Jahreszeit vorgesehen hat“. Will meinen: Wäre beispielsweise das Spiel gegen RWE nicht zuerst auswärts an der Hafenstraße, dafür aber am Zoo ausgetragen worden, hätte man mindestens die doppelte Zuschauerzahl gehabt wie im verregneten Spätherbst, als wir RWE-Fans eh schon wieder die Schnauze voll hatten. HALLO!? Was ist denn das für eine unseriöse Kalkulation? Wo ist die gebotene kaufmännische Sorgfalt? Welcher Steuerberater prüft sowas (ich gehe davon aus, dass entsprechende Testate bei den Lizenzunterlagen vorliegen müssen) (Anmerkung: Ich wurde belehrt, man muss wohl nur eine Bürgschaft vorweisen.)?

Dass man sich auch bei den Transfers verzockt hat, als man mit Malura, Bednarski und Meier gleich drei Essener „Besserverdiener“ angelte und noch dazu Erwig-Drüppel (ebenfalls sicherlich kein finanzielles Leichtgewicht) aus Wattenscheid angelte, liegt zudem auf der Hand, wenn man betrachtet, dass Bednarski und Meier kaum zum Einsatz gekommen sind und das Team insgesamt ebenso weit weg von der Spitze ist wie unser geliebter RWE (bei einem Spiel weniger natürlich).

Ob die Wirtschaft in Wuppertal gewillt ist, einem Verein mit derart desaströsem Finanzgebaren unter die Arme zu greifen, bleibt abzuwarten. Zieht man den Bayer-Konzern ab, bleibt außer Vorwerk kaum ein nennenswertes Unternehmen. Aber vielleicht gilt ja hier, dass viele kleine Beträge einen großen erbringen können.

Doch wie soll es dann weitergehen? Soweit ich es verstehe, sind die 260.000 Euro notwendig, um den Etat dieser Saison zu decken. Für die kommende Saison wird man deutlich kleinere Brötchen backen müssen, und ob Top-Mann Christopher Kramer seinen zum Sommer auslaufenden Vertrag verlängern wird, scheint unter den gegebenen Umständen mehr als fraglich. Es wird also ein ziemlich großer Umbruch, den der WSV dem Vernehmen nach auch mithilfe der eigenen Jugendarbeit vollziehen will und muss. Ex-Mäzen Runge hat zudem im RS angekündigt, für keine weitere Geldspritze zur Verfügung zu stehen.

Sollte das Geld nicht zusammenkommen, wird man wohl auch nicht umhin kommen, Spielern betriebsbedingt zu kündigen. Spannend wird sein, auf wen die Wahl dann fällt. Denn man kann ja auch nicht davon ausgehen, dass alle Spieler a) einen neuen Verein finden oder b) zu reduzierten Bezügen weiter für den WSV spielen. Es werden sicher einige dabei sein, die den Gang vors Arbeitsgericht nicht scheuen werden, um den Vertrag auszusitzen. Ob die Gehälter dafür oder eine bei Kündigung eventuell fällige Abfindung aber überhaupt bezahlbar wären, steht auf einem anderen Blatt.

Meine Vermutung ist im Falle des WSV, dass man die Kurve irgendwie noch kriegt und die Saison mit einer besseren Jugendmannschaft zu Ende spielt.

Während das Schicksal des WSV mich emotional aber eher kalt lässt – vielleicht zuschauermäßig größter Rivale, mehr Hass geht kaum noch auf den Rängen, darüber hinaus mir aber total egal – verbinde ich mit dem zweiten Sorgenkind der Liga durchaus einige nennenswerte – wenn auch nicht immer positive Momente.

Die SG Wattenscheid braucht – ebenfalls bis zum 14. Januar – die stolze Summe von 350.000 Euro und hat dafür ein Crowdfunding ins Leben gerufen, dem aber Stand jetzt rund 234.000 Euro zum Ziel bei noch 6 Resttagen fehlen. Das sieht ganz und gar nicht gut aus.

Sei es die bittere 0:4-Pleite an der Hafenstraße gegen die beiden Altintops, die uns beinahe im Alleingang zerlegten, sei es das umstrittene 2:2, als gegen uns ein Handelfer in der Nachspielzeit gepfiffen wurde, obwohl der Wattenscheider selbst mit der Hand am Ball war, oder das bittere 2:3 der letzten Saison, als gleich zwei Gegentore in der Nachspielzeit fielen, sei es das 4:0 mit Wolf-Dreierpack (Renno und Lintjens bei der SG) oder das 6:0 nach 1:0 zur Halbzeit, diesmal Dreierpack von Kreyer, oder – irgendwie ja auch mit der SG verbunden – der Aufstieg in der Lohrheide gegen die zweite Mannschaft der Blauen – hier ist für mich eine ganz andere Schwingung in der Luft, wenn ich an den Verein denke, der zwar klein und unscheinbar wirkt, aber irgendwie auch immer so eine Art Rivale darstellte. Oder halt Zünglein an der Waage – Stichwort Münster 2002.

Doch dieser Verein glänzt seit dem Rückzug der Familie Steilmann Jahr für Jahr immer wieder mit der Nachricht, dass mal wieder Spielergehälter nicht rechtzeitig gezahlt wurden, dass es hier und da knapp werde, dass dies und das improvisiert werden müsse, weil der Verein blank ist. Und dann macht man sich von einem Unternehmen abhängig, dass das blaue vom Himmel verspricht und mit dem Geldkoffer wedelnd aus der SG den digitalisiertesten Club Deutschlands machen. Auch hier mag ich nicht eine gewisse Blauäugigkeit absprechen, sich dermaßen abhängig zu machen, dass man wie beim jüngst erfolgten Rückzug des Investors vor dem Aus steht.

Ich persönlich halte es für ausgeschlossen, dass es der SG gelingt, die Summe komplett aufzubringen. Selbst wenn noch ein paar dicke Fische mit einsteigen (man munkelt, es sei ein Ersatzgeldgeber für das zurückgezogene 100.000 Euro-Investment gefunden), wird es wohl nicht mal knapp. Wie die Konsequenzen aussehen, vermag ich nicht zu sagen. Ich fürchte jedoch, dass hier eine Insolvenz samt Zwangsabstieg und Rückzug der Mannschaft ins Haus steht. Meiner Meinung nach ist dies aber auch ein lange überfälliger Schritt, da die aktuellen Verhältnisse für Spieler, Fans und Mitarbeiter alles andere als tragbar sind.

Nicht unerwähnt möchte ich an dieser Stelle noch den TV Herkenrath lassen, seines Zeichens Aufsteiger, aber auch derzeitiger Tabellenletzter, der sich ebenfalls finanziell übernommen zu haben scheint. Da der Verein insgesamt nicht so im Rampenlicht steht wie die beiden vorgenannten Clubs, fehlt mir hier der weitere Einblick. Ich habe aber heute gelesen, dass man sich bereits in dieser Wechselperiode von 16 (!) Spielern getrennt habe. Für die TV Herkenrath ist die Regio daher ein Abenteuer, das teuer bezahlt wurde.

Ob der große DFB sich der Problematik der quasi unstemmbaren Finanzen annimmt, wage ich zu bezweifeln. Zu hoch das Ross, auf dem man in Frankfurt sitzt, um ernshaft wahrzunehmen, was „die da unten“ für Probleme haben. Spitz gesagt: „Selber Schuld, haltet eure Kohle zusammen.“ So oder so ähnlich kann man wohl formulieren, wie die Oberen des Verbandes auf die Stiefkinder in der „Champions League der Amateure“ herunterschauen. Und mag daran auch ein wenig Wahrheit sein, so sollte man nicht vergessen, dass diese „Kleinen“ die Basis für die „Großen“ sind, die die wertvollen Talente erst ans Licht der Öffentlichkeit (der Scouts) bringen. Gehen diese Vereine verloren, so gehen damit auch Möglichkeiten für die Kinder verloren, Fußball zu spielen, sie weichen auf andere Sportarten oder Hobbys aus und werden vielleicht nie „Germanys Next Top-Mario“. Eine Reform der Ligen (Zweitvertretungen von Proficlubs raus, zwei- oder dreigleisige Regio) ist meines Erachtens unverzichtbar. Doch das nur am Rande.

Abschließend möchte ich den Blick nochmal auf den RWE lenken. Was haben die Kritiker nicht alle gelästert, von „wir sind ein Sportverein, keine Bank“ bis zu „wenn man die Kohle nicht raushaut, steigen wir nie auf“. Man sieht nun, dass der von Welling begonnene und von Uhlig fortgeführte Kurs der konservativen Haushaltsplanung der absolut richtige, weil einzig nachhaltige ist, wenn man nicht wie Viktoria oder der SV Rödinghausen auf potente Geldgeber zurückgreifen kann. Dass wir sportlich nicht da stehen, wo wir alle den Verein gerne sehen möchten, das ist außer Frage. Dieses Ziel darf aber nicht zulasten einer stabilen Finanzierung angestrebt werden. Vielmehr muss das Ziel heißen, die vorhandenen und sicher nicht geringen Mittel besser einzusetzen, d.h. Spieler zu verpflichten, die sich nicht auf der Bank / Tribüne wundsitzen, sondern die wirklich weiterhelfen. Ich nenne bewusst an dieser Stelle keine Namen aus dem aktuellen Kader, da ich den Spielern auch keine Absicht unterstellen will. Aber wer erinnert sich denn an die besten Spiele eines Henrik Gulden, eines Stefan Thelen oder eines Iyad Al-Khalaf? Solche Leute gehören nicht in den Kader. Punkt.

Jürgen Lucas ist nun sicher gefragt, gutes Personal aus Wuppertal und vielleicht auch Wattenscheid zur Hafenstraße zu lotsen. Aus Wuppertal wäre der genannte Erwig-Drüppel für mich so ein Kandidat, ebenso der defensive Mittelfeldmann Kühnel, Adrian Schneider ist in Wattenscheid zu einem echten Leader gereift. Kramer aus Wuppertal wäre wohl ein Traum, aber aufgrund seiner grandiosen Leistungen und der Auflage einer Ablöse utopisch. Da werden auch ganz andere Portemonnaies gezückt als unsere, ganz sicher. Ich halte übrigens nichts von Rückholaktionen aus Wuppertal *zwinker, zwinker*

Wie dem auch sei, ich bin froh, dass RWE auf wirtschaftlich stabilen Beinen steht. Auch wenn Uhlig angekündigt hat, für die kommende Saison an einem Spitzenteam zu arbeiten (was im Übrigen auch schon wieder aufs zynischste in den Facebook-Gruppen ausgeschlachtet wurde), so wird er sicher nicht das Risiko eingehen, den Verein finanziell aufs Drahtseil zu führen. Und darum bin ich mehr als nur froh, denn solche Tage und Nächte, wie sie den Anhängern in Wattenscheid und Wuppertal bis kommenden Montag bevorstehen, möchte ich nicht mehr erleben müssen.

In einer Woche wissen wir mehr.

Winterpause. Endlich.

Das Schreiben dieser Zeilen fällt mir nicht leicht. Ja, ich habe sogar darüber nachgedacht, ob ich überhaupt etwas schreiben soll, weil mir RWE derzeit richtig wehtut. Erschrocken hat mich insbesondere, dass Uwe Strootmann vom Im Schatten der Tribüne, eigentlich ein äußerst positiv denkender Mensch, bei Twitter von einer charakterlosen Mannschaft gesprochen hat. Hier also meine Sicht der Dinge:

Das Fortuna-Spiel stellte wohl den negativen Höhepunkt (zu diesem Zeitpunkt) dar. Ein wichtiger privater Termin verhinderte, dass ich das mit ansehen musste. Durch den Sieg gegen Rödinghausen wähnte ich unser Team wieder auf einem guten Weg.

Dann kam Wuppertal. Ausgestattet mit einer Akkreditierung verbrachte ich das Spiel auf der Haupttribüne und musste ansehen, wie RWE in einer demütigenden Art und Weise von Wuppertal vorgeführt und zerlegt wurde. Ich kann mich nicht wirklich an einen Torschuss unserer Mannschaft erinnern. Und das, obwohl im Vorfeld von allen Seiten betont wurde, wie sehr man wisse, dass besonders dieses Spiel in Fankreisen hohen Stellenwert besitzt. Dass sich hinter uns zu Beginn der zweiten Halbzeit ein Mob der „körperlichen“ Fraktion Wuppertals einfand und übelste Schimpftiraden in Richtung RWE-Stehblock losließ, die weit über das normale Maß hinausgingen, setzte dem ganzen die Krone auf. Die Ordner schienen zudem belustigt, als Daniel Heber wiederholt rassistisch beschimpft wurde (Anmerkung dazu: wenn es möglich gewesen wäre, das irgendwie zu melden, ohne dass meine eigene Gesundheit gefährdet gewesen wäre, hätte ich dies getan. Der Wuppertaler SV hat sich auf meine Anfrage über Twitter dazu nicht geäußert).

Das Spiel gegen Kaan-Marienborn habe ich aus persönlichen Gründen nicht im Stadion verfolgen können, wohl aber mit Fan-Radio im Ohr. Aus dem, was ich dort gehört habe und dem, was mir meine Kumpels erzählt haben, habe ich entnommen, dass die Partie ebenfalls nicht sonderlich gut gewesen sein soll. Na ja, tief stehender Gegner, dachte ich, da tut sich RWE seit Generationen schwer. Immerhin gewonnen, dachte ich. Und hoffe noch immer darauf, dass es der sehenswerte Treffer von Wirtz in die Auswahl zum Tor des Monats der Sportschau schafft.

Zum Jahresabschluss also gestern Köln. Die kleinen Geißböcke. Ohne Heimsieg bisher, Vorletzter der Tabelle. Ich schwer erkältet, zudem „Kinderdienst“ – kein Auswärtsspiel für mich. Die erste Überraschung kam dann mit der Aufstellung: Kein Heber, kein Brauer. Raeder erneut nicht im Tor – was ist da los?

Ich habe den Stream von Sporttotal etwas länger als eine Halbzeit verfolgen können und musste kurz vor dem 0:1 leider los. Und obwohl ich sonst versuche, jeden Moment aufzusaugen, war es mir gestern nach der enttäuschenden ersten Halbzeit egal. Einfach egal. Kein Aufbäumen, keine Kreativität, Durchschlagskraft schon gar nicht. Torchancen? Fehlanzeige. Ich meine – hallo!? Ist das der Anspruch, den die Mannschaft an die eigene Leistung hat? Bereits in Halbzeit 1 musste Heller in mindestens zwei Situationen glänzend parieren, Köln spielte, wie ich es mir von meinem Team erwartet hätte: Schnell in die Spitze, Direktpässe. Bei RWE nichts davon zu sehen. Nahm das Team Tempo nach vorne auf, drehte irgendein Spieler sicher wieder nach hinten ab oder spielte quer. Niemand, der Verantwortung übernahm, das Spiel an sich riss. So kam Köln also zum ersten Heimsieg der Saison.

Und das ist, was mich derzeit so nervt: RWE hat sich zum Ziel gesetzt, zu den Top-Teams der Liga zu gehören, scheitert aber seit Jahren daran. Ich will jetzt nicht wieder das Beispiel RWO herauskramen, die regelmäßig vor uns landen. Was machen die anders? Was macht eine SG Wattenscheid anders, wo die Spieler ständig ihrer Kohle hinterherlaufen, sich aber trotzdem den Arsch dermaßen aufreißen, dass der übermächtige Spitzenreiter mit 3:0 besiegt wird?

Viktoria wird hoffentlich das Aufstiegsrennen machen. Ab der kommenden Saison wären dann die finanzstärksten Teams erst mal weg, wenn man von den Zweitvertretungen und evtl. Rödinghausen absieht. Dann wird die Liga vielleicht ausgeglichener. Ob Relegation oder nicht – „nie war es so leicht aufzusteigen“ ist meiner Meinung nach ohnehin überzogen. Wer hoch will, schlägt auch einen direkten Rivalen. Punkt.

Doch wie soll man dieses Unterfangen endlich mal seriös angehen, ohne eine neue „Hoch-3“-Aktion zu starten? Ich möchte an dieser Stelle „Dinge, die ein Rot-Weiss Essen-Fan nicht sagt“ zitieren:

Ich habe auch kein Patentrezept, aber fürchte, wir kommen um einen erneuten Umbau der Mannschaft nicht herum. Typen müssen her, die uns auf dem Platz weiterbringen. Fürs Protokoll: Die letzten Transfers haben zunächst ziemlich gut eingeschlagen, die Wirkung scheint aber fürs Erste verpufft zu sein. Trotzdem ging das schon in die richtige Richtung. Wir brauchen Spieler, die den „aggressive Leader“ geben. Deren Brust so breit ist, dass die Gegenspieler schon vom Hingucken Respekt haben. Die sich nicht in Schönspielerei und dem x-ten Querpass verlieren. Kerle, die bei eingeigelten Gegnern wissen, wie sie trotzdem Lücken reißen können. Die mal einen Platzverweis für den Gegner provozieren. Von mir aus auch mal im Strafraum nen Elfer schinden. Wir sind derzeit zu lieb für meinen Geschmack. Mal ein Foul ziehen, warum nicht?

Das Problem an der Geschichte dürften die lieben Finanzen sein. Ohne Moos nix los, daher muss auch an dieser Front etwas geschehen, um monetäre Spielräume zu gewinnen. Und ich finde, hier darf man auch nicht davor zurückscheuen, sich von „gestandeneren“ Leuten zu trennen. Und man muss – bei allem Respekt – alles und jeden hinterfragen. Ist Platzek der richtige Mittelstürmer, oder sind wir mit ihm zu leicht auszurechnen? Ist Zeiger der richtige Koordinator in der Abwehr oder laufen ihm die gegnerischen Stürmer zu oft weg? Dies sollen nur Beispiele sein, bitte nicht als konkrete Kritik an diesen Spielern werten! Aber ich denke, meine Aussage wird damit besser untermauert.

Was aber auf Fanseite kurzfristig unterbleiben sollte, sind Generalschelten wie „so lange der Sohnemann auf dem Platz steht, haben wir eh keine Chance“ oder „Baier hat x Jahre über seinen Möglichkeiten gespielt“. So etwas ist nicht nur unfair den Spielern gegenüber, sondern zudem kontraproduktiv. Wer würde sich noch für seinen Arbeitgeber aufreißen, wenn er auf dem Flur mitbekommt, wie sein Personalchef zu einem Kunden sagt, dass man nur seinen Posten hat, weil es keine Alternative gibt. Das Ganze nimmt in den Netzwerken zum Teil Züge einer Verschwörungstheorie an.

Die Zeit des Beschwerens müssen vorbei sein, es muss nun heißen zu handeln und Möglichkeiten zum eigenen Ertrag positiv zu nutzen. Die Tabellensituation ist mit Platz 7 (evtl. 8, Nachholspiel der Alemannia) noch im einstelligen Bereich. Ein paar Plätze nach oben sollte es diese Saison noch gehen, um die Fanbasis bis zum Saisonende noch milde zu stimmen. Der Pokal steht auch noch an, vielleicht kriegen wir ja Monheim zugelost, um im Finale auf einen möglichen Zweitliga-Aufsteiger aus Uerdingen zu treffen. Ebenso vorbei sein müssen die Zeiten, in den Spieler sich öffentlich für schlechte Spiele entschuldigen und versprechen, beim nächsten Mal werde alles besser. Das haben wir alles schon zu oft gehört in den letzten Jahren, um zu wissen, dass das nicht stimmt. Es wird nicht besser.

In jedem Fall bin ich froh, dass ich jetzt ein paar Wochen rot-weiss-freie Zeit habe. Die haben wir alle uns verdient, die wir noch vor ein paar Wochen vom großen Wurf träumten, dann aber sprichwörtlich auf die Fresse bekamen. Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen solchen Sturz von „Glanz und Gloria“ bis in die tiefste Tristesse mit gemacht zu haben. Und ich möchte so etwas auch nicht mehr mitmachen müssen.

Ich wünsche an dieser Stelle allen meinen Lesern und Freunden schon jetzt ein besinnliches Weihnachtsfest und eine guten Rutsch ins Jahr 2019. Vielen Dank für rund 500 Leser je Beitrag, Alexa hat rund 3.500 Leute erfreut 🙂

Vielleicht sieht man sich beim Angrillen, so ich denn dann Zeit habe.