Endlich wieder Fußball

Die Sommerpause ist zu Ende. Bei herrlichstem Sommerwetter hieß der erste Gegner heute Borussia Dortmund, die zweite.

Auch der Kongress der Zeugen Jehovas in der Westfalenhalle nebenan konnte nicht verhindern, dass mehr als 5.900 Zuschauer zum Spiel kamen (hallo, RWO) und für eine tolle Atmosphäre sorgten.

Und die Mannschaften wollten da ebenfalls nicht geizig sein und zeigten eine tolle Partie, in der vor allem in der zweiten Hälfte eine Torchance die nächste jagte.

Den besseren Start erwischten allerdings unsere Jungs. Nach gut 10 Minuten setzte sich Pröger auf rechts durch und zog in den Strafraum, wo seine Flanke ein kleines Stück zu hoch für Platzek war. Weitere 10 Minuten später dann eine Dreifach-Chance, in der der Dortmunder Keeper gerade noch die Essener Führung verhindern konnte.

Nicht so in der 27.: eine Ecke fliegt zunächst zu weit, über Pröger und einen weiteren Rot-Weissen landet der Ball an der Strafraumkante bei Zeiger, dessen Schuss geblockt wird. Der erste Nachschuss wird ebenfalls noch pariert, dann schiebt Malura den Ball zur verdienten Führung ein.

Als der BVB nach etwa 35 Minuten erstmalig in den Essener Strafraum kommt, pfeift der in einigen Szenen unsicher wirkende Schiri plötzlich Elfmeter. Urban hatte jedoch ganz eindeutig den Ball gespielt. Es sollte jedoch nicht das einzige mal bleiben, dass die Borussen mit der extremen Schwerkraft Probleme hatten. Der Elfer wurde leider souverän verwandelt. Es folgten einige ruppige Szenen, Spielfluss kam keiner mehr auf.

Nach der Pause meldete sich der BVB mit einem Strich von einem Schuss in den Essener Winkel zurück. Grund hatte in einem Konter einen Querpass zu Platzek nicht an den Mann gebracht, die Abwehr war aufgerückt und konnte das Traumtor nicht verhindern.

Wenige Minuten später machte Grund seinen Fehler wieder gut: Schöner Pass von Baier in den Lauf von Grund, dieser dreht kurz im Sechzehner ab und schickt Cokkosan steil. Dessen Querpass landet vom Dortmunder Keeper in den Füßen von Baier, der in aller Ruhe einschießen kann.

Es folgte die wohl beste Phase der Rot-Weissen. Platzek bekam den Ball freistehend am Elfmeterpunkt – knapp geklärt. Direkter Freistoß von Baier Zentimeter neben das Tor. Flache Hereingaben von Malura und Grund jeweils in letzter Sekunde gerettet. Die Führung wäre zu diesem Zeitpunkt hochverdient gewesen. Leider kostete dieses Anrennen sehr viel Kraft, so dass in den letzten 15 Minuten der Partie nach vorne nicht mehr viel zusammenlief, wohl auch, weil Jansen zwar ein echter Schrank ist, Platzek auf Außen aber nicht mehr für die entsprechenden Impulse sorgen konnte. Außer ein paar semi- gefährlichen Standards für Dortmund sprang aber nichts mehr heraus (okay, ein Kopfball an den Pfosten).

Unter dem Strich ein eher unglückliches Unentschieden, mit dem ich persönlich aber gut leben kann.

Besonders beeindruckend fand ich heute, mit welcher Leidenschaft Pröger sich in jeden Ball wirft. Er konnte sich einige Male gegen gleich mehrere Gegenspieler durchsetzen und war nur mit einem Foul zu bremsen. Ganz klar für mich der Mann des Spiels.

Positiv ebenfalls, dass wir die anscheinende Schwäche bei gegnerischen Standards heute nicht gezeigt haben. Trotz vieler Freistoßflanken und Ecken entstand daraus zumeist keine Gefahr, der Rest fällt unter die Gauß’sche Normalverteilung.

Die unterirdische Leistung des Schiedsrichters lasse ich besser unkommentiert. Mindestens zwei klare Handspiele übersehen, dazu eine horrende Zahl von gelben Karten…

Kommenden Sonntag geht es weiter zu Hause gegen den WSV. Ich würde mich über 10.000+x Zuschauer nicht wundern. So Gott will.