Leere Hände. Mal wieder.

Mit ebensolchen stehen wir nach einer durchaus durchwachsenen Partie bei der Alemannia da.

Frau nicht da, schönes Wetter – da fahr ich doch mal spontan mit dem Sohnemann zum Auswärtsspiel, zumal die jüngsten Erfolge doch Lust auf mehr gemacht haben.

Leider fing es gar nicht so gut an: Die ersten gut 15 Minuten gehörten den Hausherren, die einen ziemlichen Druck aufbauen konnten, aus dem sich unser Team erst nach und nach etwas befreien konnte. So hatte dann auch Platzek die erste Chance des Spiels, als er nach einem langen Pass den Ball annahm und aus 25m aufs Tor schoss, dabei aber wohl im Abseits stand, so dass die gute Parade des ehemaligen RWE-Ersatzkeepers Nagel auch keine Rolle mehr spielte.

Nach einer knappen halben Stunde dann der erste wirklich bange Moment. Zeiger verschätzte sich bei einem langen Ball, sein Kopfball zum Keeper zurück gelang zu kurz, so dass der Aachener Stürmer allein auf Heimann zulaufen konnte. In dieser Situation konnte Heimann aber prima den Torschuss verhindern.

Wenig später waren dann wohl schon die meisten angesichts der rar gesäten Chancen schon beim Pausentee, als dann plötzlich doch noch ein Aachener im Strafraum auftauchte und einen Flachschuss aufs Tor brachte, den Heimann nur noch per Reflex parieren konnte. Leider stand in der Mitte ein weiterer Aachener und konnte ins leere Tor einschieben. Insgesamt nach dem Verlauf der ersten Hälfte auch wohl eher verdient.

Nach dem Wechsel beschränkte sich Aachen aufs Verteidigen, was heute gegen die recht ideenlosen Angriffe unserer Mannschaft völlig ausreichte. Zu ausrechenbar, zu oft hoch gegen die großen Innenverteidiger. Der Schiri tat dazu mit einigen seltsamen Entscheidungen sein Übriges, für meinen Geschmack wurde Platzeks Körpereinsatz beispielsweise zwei-, dreimal zu oft weggepfiffen.

Nach einer knappen Stunde dann die letzte ernsthafte Aachener Szene: Langer Ball, Heimann kommt raus, aber Huckle schafft es nicht, den Aachener Spieler ordentlich zu blocken, so dass dieser den Ball an allen vorbeilegt. Sein Schuss ging aber glücklicherweise weit vorbei. In dieser Situation sehe ich leider Huckle in der Schuld, er hatte Heimann bedeutet, dass dieser sich um den Ball kümmern solle.

Als dann Bednarski zu seinem ersten Ligaeinsatz für RWE kam, hoffte ich persönlich darauf, dass nach vorne noch etwas ging. Bednarski war es auch, der die erste richtige Chance für unser Team hatte, sein Hammer aus gut 20m knallte allerdings nur an die Latte. Dieser Schuss schien dann so etwas wie ein Startsignal zu sein, ab diesem Moment war von Aachen offensiv nichts mehr zu sehen. Angriff auf Angriff rollte Richtung Aachener Tor, außer ein paar Ecken kam aber nicht viel dabei rum. In der Nachspielzeit kratzte dann noch ein Aachener einen Ball von der Linie (konnte nicht sehen, wer geschossen hatte), und Bednarski traf quasi mit dem Abpfiff erneut die Latte – 0:1 Ende.

Ein mittlerer Aufreger passierte dann noch nach Abpfiff, als die „Anzug und Hemd“-Fraktion der Aachener aus der Loge mit Mittelfinger, Onanier-Gestik und anderen Gebärden in Richtung Essener Stehblock agierte. Dieses Gehabe hätte ich von  pubertierenden Jungs oder Mitt-Zwanzigern erwartet, nicht jedoch von (vermutlich) gestandenen Unternehmern und deren Begleit-Damen. Aber dies nur am Rande.

Heute stimmte zwar erneut der (läuferische!) Einsatz, aber wie oben schon beschrieben war das alles zu simpel gespielt. In einer ganzen Reihe Situationen wurde der Pass zu spät oder zu zaghaft gespielt, zudem machten die Aachener über 90 Minuten ein ziemliches Pressing auf die Defensive und unterband jeglichen Spielaufbau im Ansatz. Daran konnten leider auch nicht die offensiven Wechsel (Bednarski für Jesic, Ngankam für Huckle, Baier für Rabihic) nichts mehr ändern.

Ich mag heute keinen Spieler hervorheben, dazu war da zu viel Schatten und zu wenig Licht auf dem Platz.

Schade, dass das zarte Pflänzchen Hoffnung, nach oben wieder ranzukommen, nun erst mal wieder eingegangen ist. Es ist nun am Trainerteam, aus dem heutigen Spiel wieder die richtigen Schlüsse zu ziehen und der Mannschaft gegen die anderen Schwarz-Gelben der Liga ein anderes Gesicht zu verpassen.

Ver(l)dienter Sieg.

Der SC Verl ist seit vielen Jahren in der Regionalliga zu Hause und hat sich in den vergangenen Spielzeiten meist frühzeitig im Tabellenmittelfeld festgesetzt. Hier in Essen belächelt man die Ostwestfalen gerne, hat der Ort doch weniger Einwohner als der Korfu-Grill in Huttrop Stammkunden.

Die Gäste sind recht ordentlich in die Saison gestartet und kamen mit ordentlich Dampf aus der Kabine. Außer ein paar schönen Kombinationen sprang aber nicht mehr heraus, so dass unsere Elf mehr und mehr die Kontrolle über das Spiel bekam und die Verler in die eigene Hälfte zurückdrängen konnte. Nach einer schönen Flanke von links schraubte sich ein Essener (Platzek? Von unserer Position aus nicht zu erkennen) hoch, und während wir schon in Jubel ausbrachen, kratzte der Verler Keeper den Ball noch von der Linie.

Wenig später verlängerte Zeiger einen langen Freistoß von Rabihic auf den Kasten, hier musste ein Reflex die zu diesem Zeitpunkt eigentlich verdiente Führung noch verhindern.
Dann ein Schrecksekunde: Nach einem taktischen Foul blieb Frank Löning am Mittelkreis liegen und musste wenig später gegen Jesic ausgewechselt werden. Alles Gute an dieser Stelle, hoffentlich nichts Schlimmeres.

Mit einem 0:0, das noch alle Möglichkeiten bot, ging es also in die Pause, die wieder ein buntes Entertainment-Programm aufbot, inklusive einem VERLobungsantrag (welch Wortspiel).

Nach dem Wechsel ging der wuselige und selbstbewusst spielende Ngankam auf die Position hinter Platzek und Jesic fand sich des Öfteren außen wieder. Die rot-weissen Angriffsbemühungen wurden intensiver. Schön dabei zu sehen, dass die Angriffe sehr variabel vorgetragen wurden, sowohl beide Außen als auch über Rabihic und Brauer in der Mitte entstanden immer wieder Situationen für den finalen Pass, der aber zu oft zu spät und damit zu ungefährlich gespielt wurde. Ein Distanzschuss der Verler senkte sich an die Latte – dies war die einzige ernsthafte Chance für die Gäste, ein Treffer hätte das Spiel auf den Kopf gestellt.

Malura hatte dann zwei dicke Chancen am Strafraumeck auf dem Schlappen, wurde aber einmal zur Ecke geblockt, beim zweiten Schuss parierte der Keeper glänzend.

Das Tor lag zu diesem Zeitpunkt in der Luft. Nach schönem Direktspiel zwischen Huckle, Rabihic und Cokkosan wurde letzterer am Strafraumeck gefoult.

„Den könnte man mal aufs kurze Eck schlenzen…“

„Nee, der schießt den flach!“

Rabihic hielt sich an die Vorgabe des Kollegen und verwandelte direkt per Flachschuss aufs lange Eck – da konnte der Verler Torwart nur hinterhergucken. Jubel allerortens, eine dicke Spielertraube auf dem Platz.

Verl wollte sich aber nicht so leicht geschlagen geben und zog nun ein extremes Pressing auf, aus dem unsere Mannschaft sich ein paar Minuten lang nur mit Mühe immer wieder befreien konnte.

An dieser Stelle stünde unter „normalen“ Umständen, dass es kam, wie es kommen musste, wie man es als Essener leider viel zu oft erlebt hat. Doch diesmal konnte der zweite oder dritte Konter mal ordentlich zu Ende gespielt werden. Kurzes Gestocher, Cokkosan auf die Reise geschickt, Querpass auf Jesic, der legt sich den Ball auf den rechten Fuß, lässt noch einen Spieler aussteigen und zimmert den Ball aus gut 12m unhaltbar in den Winkel.

Was folgte, war souveränes Herunterspielen der Zeit. Nico Lucas durfte noch für zwei Minuten Regionalliga-Luft schnuppern. Ein Trainer, der für die Uhr wechselt – auch das gibt es.

Als Resümee bleibt festzuhalten, dass unsere Mannschaft anscheinend wieder an Stabilität gewonnen hat. Dies war kein einfaches Spiel. Wie so oft wollte vorne der Treffer nicht fallen, und wenn dann der psychologische Faktor zum Tragen kommt, kann es schwierig werden. Doch nicht heute. Vorne lief es ordentlich, hinten gab es nicht viel zu tun, und wenn mal einer durchrutschte, wurde abgeklärt bereinigt. Erneut stimmte der Einsatz, das Niveau im Team wird zudem immer ausgeglichener.

Spieler des Tages heute gleich drei: Cokkosan, der mit seinem Lauf mit anschließendem Gefoult-Werden das 1:0 indirekt und das 2:0 mit seinem Pass direkt vorbereitete, Ngankam, der mit tollem Einsatz und enormer Laufbereitschaft zu überzeugen wusste (dann aber ab etwa der 70. Minute ziemlich platt war), und besonders Rabihic, der das rot-weisse Spiel ankurbelte und sich mit dem tollen Freistoß selbst belohnte.

Auf Trainer Demandt kommt nun wohl eine Art Luxus-Problem zu: Die heutige Elf wusste durchaus zu überzeugen, doch nun kehren die eigentlichen Stammkräfte Baier und Meier zurück. Ich persönlich hätte Probleme, jemanden auf die Bank zu setzen. Andererseits zeigt dies auch, dass wir vielleicht nun endlich über eine gewisse Qualität verfügen, um von der Bank nochmal nachzulegen. Bednarski heute trotz der Führung nicht zu bringen, halte ich für die richtige Entscheidung. Angesichts der Löning-Verletzung wäre es fahrlässig gewesen, dort ein unnötiges Risiko einzugehen.

Und wenn wir kommenden Sonntag drei Punkte in Aachen holen, ist mir eigentlich auch wurscht, wer dort spielt.

Geht doch

Teil 2 der „Ostwestfalenwochen“ bei RWE durfte ich diesmal nur aus der Ferne erleben, da a) der Sohnemann seinen Saisonauftakt in der Jugendmannschaft eines Essener Zweitligisten hatte (kein Fußball), b) verzichte ich seit einiger Zeit auf Auswärtsspiele ausserhalb des erweiterten Ruhrgebiets, und c) ist Ahlen jetzt kein Höhepunkt, den ich mir trotzdem gegeben hätte.

Gegner heute also RW Ahlen, seines Zeichens Dorfverein, vorletzte Saison in die Regio aufgestiegen, letzte Saison knapp die Klasse gehalten und mit zwei fulminanten Siegen in die Liga gestartet, bevor sie ähnlich dem RWE in schöner Regelmäßigkeit die Punkte abgeliefert haben.

Zum Zeitpunkt des Anpfiffs war ich also noch in einer Sporthalle gefangen und darauf angewiesen, was der Liveticker so hergab. Ich las von einem durchaus offensiven RWE, der wie fast schon gewohnt das Spiel kontrollierte, Chancen herausspielte, das Tor jedoch nicht zu treffen vermochte. Immer hin- und hergerissen zwischen dem Livebild vor Ort und dem Handydisplay, leicht nervös bei jedem Toralarm aus den anderen Stadien.

Als ich mich dann nach Ende des letzten Spieles endlich aus dem Staub machen konnte, fiel mir wieder ein, dass Radio Hafenstraße auch per Telefon empfangbar ist – danke für den tollen Service. Kaum war der Trailer abgespielt und der Kommentar zu hören, fasste sich „TC22“ ein Herz und erlöste uns alle vom Fluch der Torlosigkeit. Beim Einbiegen auf den heimischen Parkplatz fiel dann das 2:0 für unsere Truppe. Die wollten doch nicht etwa…?

Halbzeit zwei konnte ich dann entspannt übers Webradio hören. Diese war zwar ziemlich ereignislos, aber als Essener hat man ja immer Angst vor spontanen Umschwüngen im Spielverlauf. Doch stattdessen erhöhte Marcel Platzek auf 3:0. Sie wollten also tatsächlich. Punkte im Sack!

Da ich das Spiel selbst nicht gesehen habe, überlasse ich die Bewertung anderen.

Am Freitag dann Teil 3 der Ostwestfalen-Trilogie gegen den SC Verl. Für uns ja noch so ein belächelter Dorfverein, man darf aber nicht unterschätzen, dass sie seit vielen Jahren in der Liga etabliert sind.

Angelehnt an einen Tweet, den ich heute Morgen bekam, ziehe ich abschließend das Fazit, dass mir solche Spieltage deutlich lieber sind als solche, die wir zuletzt erleben mussten. Ich mach mir jetzt erstmal ne Grillwurst und trink mir ne lauwarme Coke.

Danke für nichts.

Ich habe keine großartige Lust, auf das heutige Spiel näher einzugehen. Erste Halbzeit überlegen, zweite Halbzeit mit mutigeren Rödinghausern, zwei Elfern gegen uns (1x gehalten, 1x drin) und roten Karten, die wohl berechtigt waren. 0:1, Rödinghausen ist und bleibt damit sowas wie der Angstgegner unseres Vereins.

Was aber nach dem nicht gegebenem Elfer gegen Löning – ich hätte ihn wohl auch nicht gegeben, was auch generell zur Linie des Schiris passte – auf und vor der Westkurve passierte, macht mich wütend und traurig zugleich.

Ohne den moralischen Zeigefinger zu hoch erheben zu wollen: es gehört schon eine ganze Menge Dummheit dazu, eine Fahnenstange in den Strafraum des Gegners zu werfen, nachdem der Schiri schon auf die beinahe schon obligatorischen (schlimm genug) Feuerzeuge mit seiner Gestik signalisiert hatte, das Spiel ab- oder unterbrechen zu wollen. Dass der Rödinghauser Torwart im Vollsprint hinrennt und zeigt, was da liegt – tja, das hätte wohl jeder so gemacht. Und komm mir keiner mit „früher war es noch schlimmer“! Mag sein. Aber da wurde es vielleicht auch nicht so scharf sanktioniert. Und ob das besser war, lasse ich mal dahingestellt. Ich würde mich nicht wundern, wenn uns mal ein Geisterspiel anstehen würde.

Kommentare wie „Heul leise“ und „halt dein Maul“ zeigen deutlich das Problem, das einige haben: Selbstinszenierung um jeden Preis.

Ich weiß, in W2 nennt man sich nicht mehr Ultra, aber steht selbige Einstellung nicht für bedingungslose Unterstützung für den Verein? Wenn Unterstützung so aussieht, dass man dem Verein finanziell schadet und das mühsam nach außen wieder aufgebaute Image zerstört, dann kann ich darauf gerne verzichten.

Auf Dinge wie „Vorstand raus“ und die zynischen Kommentare zur Hoch-3-Aktion, die einige offensichtlich immer noch nicht verstanden haben, gehe ich hier nicht weiter ein.

Stadionverbote sollten logische Konsequenz des heutigen Abends sein. Der Ruf „gegen alle Stadionverbote“ wurde wunderbar ad absurdum geführt.

Heute schäme ich mich, Fan von Rot-Weiss Essen zu sein.

Hätte, hätte, Fahrradkette.

Eigentlich habe ich die Schnauze voll und wollte heute gar nichts schreiben…

Es hätte ein schöner Nachmittag sein können, hätte der Schiri unser Tor nicht wegen Abseits aberkannt. Oder hätte er den Elfer nicht gegeben. Beides nach Aussage zweier betagter Herren wohl zu unrecht. Tja. Es wäre so schön gewesen.

RWE heute mit Cokkosan für den verletzten Grund und mit Weber für Zeiger, außerdem einem mir unbekannten Mann am Mikro für den sonst so soliden Ruege, man hat wirklich alle Register gezogen, um heute nach langer Zeit gegen die kleinen Fohlen (ist das nicht doppelt) mal wieder als Sieger vom Platz zu gehen.

Die ersten 20 Minuten gehörten den Gästen, RWE fand nicht so recht ins Spiel. Kurz vor der ersten Trinkpause dann aber ein Freistoß von halb-rechts durch Baier, seine Flanke traf Windmüller, der Ball zappelte im Netz. Das Tor wurde jedoch wegen angeblicher Abseitsstellung nicht gegeben. Mehr passierte in der ersten Halbzeit nicht, wenn RWE ab etwa diesem Zeitpunkt deutlich mehr zum Zuge kam.

Nach dem Wechsel RWE dann viel schwungvoller und drückender. Man erarbeitete sich Chancen im Minutentakt, Ecke um Ecke, doch der Ball wollte einfach nicht reingehen. Gladbach in Halbzeit zwo komplett abgemeldet. Wenn es Taktik war, die Gladbacher in der ersten Halbzeit kaputtlaufen zu lassen – Chapeau!

Wie schon im Spiel gegen Bielefeld war es (leider) Windmüller, der den Spielverlauf mit einer dummen Aktion auf den Kopf stellte. Beim Abschirmen eines langen Balles gelang es dem Gladbacher Gegenspieler, den Ball zu erkämpfen, Windmüller foulte (so sagte man, schwierig von der West zu sehen) – Elfmeter. 0:1 in der 88. Minute. Kurze Zeit später: Langer Ball RWE, abgefangen vom Gladbacher Torwart (Nicolas, der von RWE kam), weiter Abwurf in den freien Raum, kurzes Dribbling, Querpass – 0:2, 93. Minute. Totenstille auf der West, wie ich sie in meiner langen Karriere als Fußballfan nur in der Arena in München erlebt habe.

Wie schon zuletzt kann man heute wieder nur die üblichen Spieler nennen: Löning, Huckle, Baier. Geackert, gerannt, gegrätscht wie verrückt. Auch Malura sehr kämpferisch. Weber anfangs nervös, dann aber stabil. Leider dafür Windmüller mit DEM Fehler des Spiels. Da muss er – vor allem nach dem Dingen gegen Bielefeld – anders klären.

RWE hat nun seit zwei Ligaspielen weder Punkte noch Tore erkämpft. Das muss sich zügig wieder ändern. Am besten am Freitag schon gegen Rödinghausen.

Unperfekt.

Die Worte, die ich hier immer so schreibe, finden sich meist schon im Verlauf des Spieles. So auch heute, als mir mal wieder einfiel, was ich mal (ich glaube in Fever Pitch von Nick Hornby) über das perfekte Spiel gelesen habe. Sinngemäß ging es darin um einen Sieg gegen einen übermächtigen Gegner nach Rückstand in Unterzahl durch unberechtigten Platzverweis. Genau das hätten wir beinahe heute erlebt. Leider nur beinahe. 

Volle Hütte bei bestem Fußball-Wetter. Der lange fragliche Löning fit. Es war angerichtet. Leider konnte die Arminia schon nach wenigen Minuten in Führung gehen, nachdem erst Windmüller einen eigentlich harmlosen Ball nicht klärte, sondern anzunehmen versuchte und in der Mitte ein Bielefelder blank nur noch einschieben musste. Wer aber vermutete, dass der Zweitligist nun weiter Druck aufbaute,  um das 2:0 zu erzielen, sah sich getäuscht. Stattdessen fing man bereits nach 10 Minuten damit an, den Ball zwischen Innenverteidigung und Torwart laufen zu lassen. RWE tat sich schwer, den Ball zu erobern, und wenn der Ball mal in unseren Reihen war, war er auch schon wieder weg. Zu wenig Zeit, den Ball zu verarbeiten, schon war wieder ein blau-schwarzer Fuß dran. Objektiv gesehen gutes Pressing der Arminia. Mit dem 0:1 ging es dann in die Pause, RWE ohne nennenswerte Torchance.

Nach dem Wechsel wurde das Spiel giftiger. Mehr aus einer zufälligen Situation gab es Eckball für RWE. Grund flankte, Windmüller verlängerte auf den langen Pfosten, Malura – Ausgleich!

Das Stadion tobte, der Hexenkessel kochte. Leider schon nach wenigen Minuten eine ansehnliche Kombination  (bei der lt. Sportschau-Bildern ein klares Abseits nicht geahndet wurde) das 1:2. Aufstecken? Arschlecken. Nachdem Huckle eine in meinen Augen äußerst bittere gelb-rote Karte kassiert hatte (erste gelbe war eher eine Schwalbe, bei der zweiten Situation spielt er Ball und dann den Gegner – vielleicht ein Foul, aber wegen des klaren Ballkontaktes für mich keine gelbe Karte), ging so etwas wie „jetzt erst recht“ durch Tribünen und Mannschaft. Während die beiden Zuschauer hinter mir gerade eben an einer Schlägerei darüber vorbeischlitterten, ob man noch an die Sensation glauben solle (Dortmund gegen Malaga wurde beispielhaft erwähnt) und dass Glauben in die Kirche gehöre, passierte das: Dank dem Bielefelder Torwart, dem es geradezu stümperhaft gelang, Löning abzuräumen, gab es einen „Kann“-Elfmeter für RWE. Baier übernahm die Verantwortung und versenkte die Kugel sicher hoch rechts, als würde er nichts anderes machen, als in Pokalspielen Elfmeter zu versenken. Wieder Ausgleich, noch gute 15 Minuten zu spielen.

Danach geschah nicht mehr viel. Heimann rettete mit einem Reflex bei einem Schuss aus 2m die Verlängerung, in selbiger traf Arminia noch die Latte. RWE war ziemlich platt und versuchte,  Sekunde um Sekunde zu schinden, während der Bielefelder Druck ins Unermessliche stieg. Doch mit bedingungslosem Einsatz über die Schmerzgrenze hinweg konnte Situation um Situation geklärt werden – Elfmeterschießen! 

Und hier schließt sich der Kreis zu meiner Einleitung. Gedanken daran, wie perfekt dieses Spiel wäre, wenn wir nun als Sieger vom Platz gingen. Wenn nach Abpfiff „OOOOOOOH RWE!“ gesungen würde. Stattdessen konnte der Bielefelder Keeper den gar nicht mal schlecht geschossenen Elfer von Malura an den Pfosten lenken. Die anderen 9 Elfer wurden allesamt verwandelt (Löning, Brauer, Webet und Baier für RWE). Das war’s. Heimann leider bei keinem Elfer dran oder im richtigen Eck. Sowohl an ihn als auch an Malura aber keinen Vorwurf, als Torwart gehört nun mal auch Glück dazu, und Malura hat halt Verantwortung übernommen, ist aber vom Punkt gescheitert, wie es auch einem Hoeness, Matthäus und wem nicht noch alles schon passiert ist. Übrigens – für mich ist der vorletzte Bielefelder Schütze im Anlauf stehengeblieben, oder täusche ich mich da? 
Man hat heute gesehen, wie wichtig Frank Löning fürs Essener Spiel (noch?) ist. Der „alte Mann“ hat so viele Kilometer abgerissen, so viele Bälle gesichert und weitergeleitet, dass er eigentlich allein dafür schon das Weiterkommen verdient gehabt hätte.

So aber bleibt unter dem Strich mal wieder das Gefühl, unverdient und äußerst ärgerlich ausgeschieden zu sein. Selbstvertrauen für die Liga sollte es aber trotzdem geben. Ähnliches habe ich letztes Jahr nach dem Spiel gegen Düsseldorf aber auch gedacht. Ich bin aber zuversichtlich, dass dieses Jahr alles besser wird. Dann wird diese Saison vielleicht doch noch perfekt. Auch ohne zweite Pokalrunde. 

NUR DER RWE!!!

Zu hoch…

Das war sie also. Die erste Niederlage der Saison. Es war natürlich nicht zu erwarten, dass wir ungeschlagen durch die Saison gehen, doch dieses Spiel heute war einfach bitter.

Bei der Suche nach einem Titel für den Beitrag fiel die Entscheidung für obige Variante ziemlich schnell. Es war einfach alles zu hoch.

Als allererstes natürlich das Ergebnis, das mit 0:4 erst mal nach nem Hammer klingt. Für mich war das eigentlich kein schlechtes Spiel unserer Mannschaft. Es wurden Chancen erarbeitet, die mal zu verhastet vergeben, mal einfach auch leider vom Kölner Keeper gut gehalten wurden. Es wurde gelaufen, gegrätscht, um jeden Ball gefightet, trotzdem klingelte es hinten vier Mal. Nach einer Ecke (wir waren alle nicht sicher, ob der Ball direkt reingegangen ist). Nach einer Doppelchance zu Beginn der 2. Hälfte, als Grund und Platzek den Ausgleich auf dem Schlappen hatten, gab es den Doppelpack per Konter als Antwort, runde 20 Minuten vor Schluss schlug der Ball an den Kölner Pfosten, der Befreiungsschlag entwickelte sich zu einem Steilpass. Der aufgerückte Heimann hatte die Situation eigentlich ganz gut gelöst und seiner Abwehr die nötige Zeit zum Aufrücken erkämpft. Leider war selbige nicht „auf der Höhe“ (da war es wieder).

Zu hoch dann leider auch der Fuß von Philipp Zeiger, der bei einem Klärungsversuch auf eigener Kopfhöhe einen Kölner übersah und selbigem seinen Stempel in Form seiner Stollen ins Gesicht drückte. Leider eine klare rote Karte, auch wenn Zeiger seinen Gegenspieler offenbar übersehen hatte und sich sofort entschuldigte. Es bleibt zu hoffen, dass das Strafmaß nicht zu hoch ausfällt. Ich vermute, dass wir 3-4 Wochen auf unseren Verteidiger verzichten müssen.

Zu hoch dann leider das Niveau der Viktoria, um noch irgendetwas zu reißen. Es wurde die Zeit heruntergespielt ohne wirkliche Ambitionen, weitere Treffer nachzulegen, unsere Mannschaft, weiterhin bemüht, aber glücklos, versuchte es dennoch weiter, ohne Chancen zu bekommen.

Die wichtigsten Szenen ereigneten sich in dieser Phase aber auf den Tribünen. Trotz einiger, die das rot-weisse Schiff jetzt schon wieder sinken sehen, stimmte man dort „wir halten zusammen“ und „das kann doch einen Ess’ner nich erschüttern“ an. Ein wichtiges Zeichen, gerade im Hinblick auf die schwierige Pokalaufgabe kommende Woche und die Liga spiele gegen Gladbach und Dortmund. Das, und hier schließt sich der Kreis, ist zwar vielleicht einigen Zuschauern zu hoch, aber das ist – besonders im Sinne von ZUsammen HOCH 3 – die einzige richtige Antwort.