Oberhausen olé

RWE konnte gestern Abend beim Duell mit dem Nachbarn zu fortgeschrittener Zeit den Führungstreffer der Gastgeber mit einem beinahe identischen Tor ausgleichen und bleibt somit im vierten Spiel in Folge ungeschlagen. Sehr schön. Da ich das Niederrhein-Stadion meide wie die Pest, habe ich vom Stream Gebrauch gemacht und das Spiel dort verfolgt.

Insgesamt geht das Ergebnis aus meiner Sicht in Ordnung. In Halbzeit eins war Oberhausen das, was man wohl „spritziger“ nennt: immer einen Schritt schneller am Ball, präsenter, körperlich leicht überlegen. Je länger das Spiel und vor allem dann die zweite Halbzeit dauerte, umso mehr konnte RWE jedoch ins Spiel zurückfinden und RWO in dessen Hälfte zurückbringen. Nachdem Baier aus kürzester Distanz am Pfosten scheiterte, war der Ausgleich durch RWE-Urgestein Brauer dann irgendwie schon verdient. Und auch wenn ich mich sehr gefreut hätte, wenn Pröger aus 5m freistehend nicht übers sondern ins Tor geköpft hätte – das Unentschieden insgesamt geht schon in Ordnung.

Viel wichtiger jedoch, ob wir nun einen oder drei Punkte vom Kanal entführen (in der Liga ging schon vor dem Spiel nichts mehr…) – in meinen Augen ist der erkämpfte Punkt aus psychologischer Sicht Gold wert. Wir haben gezeigt, dass wir fürs Finale gewappnet sind und uns auch nach einem Rückstand nicht in die Hose machen. Klar, die Kulisse wird am Pfingstmontag nochmal eine ganz andere sein. Ein Großteil der Zuschauer wird unser Team mit Hass und Spott überziehen. Andererseits hört man ja auch immer wieder, dass gerade jene beschimpften Spieler dann eine „Jetzt-erst-recht“-Mentalität entwickeln. Außerdem bin ich mir nicht so sicher, ob die RWO-Spieler nicht selbst am hohen Erwartungsdruck vom Publikum zu Knabbern haben. Fürs Finale sollte aber gelten „Lösungen finden – Stimmungsboykott beenden“! Denn es wird auf alle Parteien ankommen – Spieler, Trainer, Fans.

Eine weitere Entscheidung ist gestern Abend gefallen: die Regio West wird dank Losglücks in der kommenden Saison einen direkten Aufsteiger stellen. Und so unwahrscheinlich es auch erscheinen mag, dass ausgerechnet RWE in den Kampf um den Platz an der Sonne eingreifen kann – es gilt, darauf alle Bemühungen zu fokussieren. Es wäre doch der beste Zeitpunkt, zum Ende von „Hoch 3“ aufzusteigen. Auch die Spiele der kommenden Saison wollen erst einmal gespielt werden.

Man wird doch wohl noch träumen dürfen…

…und schon wieder keine Punkte, RWE…

Kerl… Ich bin ja wahrlich niemand, der gleich nach einer Niederlage das Ende der Welt herbeiredet. Heute jedoch fällt es mir schwer, am Spiel unseres Teams irgendetwas zu finden, dass mich für die kommende Saison zuversichtlich stimmen würde. Dabei waren die Voraussetzungen mit „sieben Punkten aus den letzten drei Partien“, wie Walter Ruege vor dem Spiel noch erwähnte, mit Wetter vom Allerfeinsten nun wirklich sowas wie optimal.

Und die ersten zehn, zwölf Minuten gehörten dann auch RWE. Unser Team hatte bereits nach wenigen Sekunden die erste von gefühlt fünfzig Ecken am heutigen Tag, und nach Ballverlusten wurde direkt nachgesetzt und Rödinghausen gar nicht erst ans Spielen gelassen. Nach dieser guten Phase, die jedoch auf keinerlei Torchance sah, flachte die Partie dann jedoch immer mehr ab, Rödinghausen wollte offenbar nicht nach vorne spielen, RWE fand zwar immer wieder die Außenspieler, doch alles, was in den Strafraum ging, waren dankbare Aufgaben für die Abwehr der Gäste. Auch mehrere Freistöße aus dem Halbfeld – meist Sache von Kevin Grund – landeten direkt in den Armen unseres Ex-Keepers Heimann.

Nach etwa 35 Minuten wurde dann der heute wieder sehr aktive Cedric Harenbrock einmal steil geschickt, mit zwei Haken ließ er die halbe Rödinghauser Abwehr stehen und passte flach in die Mitte, wo der Abschluss von Platzek in höchster Not noch geblockt und damit zum Kullerball wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt war Rödinghausen noch nicht ein einziges Mal gefährlich vor dem Essener Kasten in Erscheinung getreten, Robin Heller bis dahin nur bei ein paar Rückpässen am Ball. Umso bitterer, was dann in der 42. Minute geschah. Becker, der bis in die gegnerische Hälfte aufgerückt war, verlor den Ball, ließ sich dann von einer Körpertäuschung verladen und rannte von dort seinem Gegenspieler ca. 2-3m hinterher. Der zur Hilfe eilende Meier konnte nicht verhindern, dass der Ball an ihm vorbeigelegt wurde, schließlich landete die Kugel dann aus ca. 10m für Heller unhaltbar im kurzen Eck. Mit 0:1 ging es somit in die Pause.

Unser (Immer-Noch-)Trainer entschied, dass Baier in der Kabine bleiben sollte und brachte stattdessen Jansen. Mich würde sehr interessieren, was dieser Wechsel bewirken sollte, denn fortan fehlte im Mittelfeld eine wichtige Anspielstation, wobei Baier auch in Halbzeit eins nicht durch besonderen Offensivdrang aufgefallen war. Erneut kam RWE besser in die Partie, aber mit fortschreitender Spieldauer wurden auch die Bemühungen um den Ausgleich weniger sorgfältig gespielt. Nach einem Freistoß von links brachte ein RWE-Spieler (Jansen? Konnte es nicht richtig sehen…) das Kunststück fertig, am langen Pfosten freistehend aus 3m übers Tor zu schießen.

In dieser Phase dachte sich Niclas Heimann dann wohl, dass er seinem Ex-Team etwas zurückgeben müsse: Nach einem Rückpass spielte Heimann – unter Druck durch den anlaufenden Pröger – einen zu schwachen Pass, den Harenbrock erlief. Der Ball landete erneut bei Pröger (gefühlt deutlich im Abseits, vielleicht kam der Ball vom Gegner?), der Heimann umkurvte und den Ball zum Ausgleich einschob.

Der Torjubel war noch nicht ganz verebbt, als Pröger den Ball an der gegnerischen Grundlinie eine Kerze zurückköpfte auf Malura. Dessen Direktschuss strich nur knapp am langen Pfosten und dem heranfliegenden Harenbrock vorbei.

Wer jetzt jedoch dachte, dies brächte neuen Schwung ins Essener Spiel, wurde leider getäuscht. Zwar hatte der Gast es nun wieder etwas eiliger, trotzdem bekam RWE kaum noch Torszenen zustande. Stattdessen kam es, wie es immer kommt… Rödinghausen spielte mit der linken Essener Abwehrseite Katz und Maus, Zeiger versucht noch, den Ball wegzuspitzeln, nimmt sich damit aber selbst aus der Szene, ein schneller Pass nach vorne und ein Schlenzer in den Winkel – hier war Heller in meinen Augen entweder klar falsch postiert oder er hat einfach nicht die Sprungkraft, die ein regionalliga-tauglicher Torhüter benötigt.

Der Rest der Partie bestand aus verzweifelten Versuchen, Jansen oder Platzek hektisch per hohem Ball anzuspielen. Keiner dieser Bälle kam jedoch an. Quasi mit dem Schlusspfiff hatte Rödinghausen noch die Chance aufs 3:1, als Heller nach einem Querpass die Variante „vorlegen“ statt „wegkloppen“ wählte und dann das Laufduell mit dem Rödinghauser vergeigte. Dessen Schuss gegen die Laufrichtung des Keepers, der außerhalb des Sechzehners unterwegs war, strich jedoch knapp am Pfosten vorbei.

Insgesamt war mir das heute viel zu wenig für ein Team, das die Saison noch möglichst positiv zu Ende spielen will. Zwar stimmte phasenweise der Einsatz, keine Frage, aber halt nicht über 90 Minuten. Wo war der unbedingte Wille, die Partie zu gewinnen?

Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich das Ende der Saison herbeisehne. Es sind zwar nur noch ein paar wenige Spiele, und eigentlich kann auch nach unten nichts mehr anbrennen, aber die Art und Weise, wie „mein“ Verein zurzeit auf meinen Nerven herumtrampelt, ist kaum noch zu ertragen. Es bleibt noch die Hoffnung auf den Niederrheinpokal, doch selbigen samt DFB-Pokalspiel würde ich für eine Saison „obendrin“ jederzeit hergeben.

Die „aktive Szene“ übt sich derweil in Schweigen und dem Aufhängen von „Lösungen finden“-Transparenten. Den Sinn dahinter mögen einige wenige verstehen, in meinen Augen leistet man damit der Mannschaft einen Bärendienst, denn ich glaube, mit mehr Feuer auf der Tribüne wäre sicher mehr drin gewesen – so müßig es auch ist, darüber zu spekulieren. Die erste Lösung, nämlich die an der Seitenlinie, könnte morgen präsentiert werden, wenn das stimmt, was heute ein Vöglein gezwitschert hat. Ich bin gespannt.

Mittwoch geht es für die Mannschaft nach Wuppertal, eigentlich ein Höhepunkt der Saison, ich selbst verspüre derzeit aber keinerlei Wunsch, mir das Gebolze dort auch anzutun. Vermutlich wird es also einen Auswärtssieg geben, bevor es kommendes Wochenende zur Viktoria nach Köln geht.

Ich gehe jetzt ne Runde grillen und genieße dann das letzte Heimspiel der Volleyballer vom VV Humann samt Freibier und Grillwurst – die haben immerhin eine erfolgreiche Saison (so gut wie) hinter sich.

In diesem Sinne…

…NUR DER RWE!

Alter Verwalter,…

…meine Nerven! Muss das denn immer so ne enge Kiste sein?

Aber fangen wir vorne an. Bedingt durch einen privaten Termin war ich heute erst gute 10 Minuten nach Anpfiff auf meinem Westkurven-Stammplatz. Vorsichtig gesagt habe ich angesichts des weiteren Spielverlaufs in Halbzeit eins wohl nicht so viel verpasst.

Und weil es wohl nicht genügt, dass wir in der Liga nicht zu null spielen können und die Gegentore zudem zur Unzeit auch in der falschen Menge fallen, kassierten wir heute mal einen Treffer der kuriosen Art: Langer Einwurf in den Essener Strafraum, der Ball springt einmal, zweimal auf, und weil sich keiner der anwesenden Defensivspieler berufen fühlte, den Ball anzunehmen oder auch wegzudreschen, schob ihn ein Gladbacher einfach Lenz durch die Beine.

Sekunden nach Wiederanpfiff – Walter Ruege war gerade dabei, den Treffer zu verkünden, ich war noch nicht fertig damit, das Ergebnis an die Daheimgebliebenen zu tickern – nahm sich Bednarski ein Herz. Nach kurzem Sprint und Haken nach innen schickte er einen tollen Flachschuss auf die Reise, der im langen Eck einschlug. Postwendend der Ausgleich, keine Zeit für die „kleinen Fohlen“ (Hoppla, ein Pleonasmus!), den Schalter auf „mauern“ zu stellen.

Da ansonsten nichts, aber auch wirklich gar nichts außer ein paar seltsamen Schwächeanfällen bei den Gästen passierte, bekam das Spiel von mir zur Halbzeit das Prädikat „lauer Frühlingskick“.

Und so waren die Erwartungen, in der zweiten Halbzeit im „Hexenkessel Hafenstraße“ eine packende Begegnung zu erleben, nicht besonders hoch. Doch besonders RWE schien sich dann doch etwas vorgenommen zu haben. Nur wenige Augenblicke nach Wiederanpfiff setzte sich Pröger über rechts durch, lief parallel zur Grundlinie und versuchte, in der Mitte Platzek zu erreichen, doch der Ball wurde im letzten Moment zur Ecke geklärt. Nur wenige Minuten später hatte Bednarski die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber knapp am Gladbacher Keeper, der sich aus meiner Sicht völlig lächerlich minutenlang behandeln ließ, weil er sich vom Essener Stürmer getroffen fühlte. Ich persönlich halte Bednarski für so fair, dass er sich in dem Fall zumindest entschuldigt hätte, doch da er keine Anstalten machte, dies zu tun, gehe ich davon aus, dass da kein Kontakt gegeben war.

Bednarski war dann auch der Hauptdarsteller in der nächsten Szene: Flanke Platzek, schöner Kopfball aus vollem Lauf aus knapp 1m (!), doch der Gladbacher Keeper bekommt die Arme noch hoch und rettet zur Ecke. Wenig später schaffte es Zeiger aus noch kürzerer Distanz, eine Ecken-Verlängerung von Platzek am langen Pfosten neben den Kasten zu setzen – die Führung längst hochverdient. Es schien jedoch eines dieser Spiele zu werden, die man auch nach drei Stunden Spielzeit nicht gewinnt. Während die Gladbacher nun jede Chance nutzten, Zeit von der Uhr zu nehmen – jeder noch so kleine Schubser führte zum Aufmarsch der medizinischen Abteilung – fand RWE trotz der mittlerweile deutlichen Kontrolle über das Spiel nur schwerlich die Mittel, um das Tor der Gäste in Gefahr zu bringen. Ein weiterer Kopfball von Zeiger wurde noch mit einer Blitzreaktion über den Kasten gelenkt.

Als der schwache Schiedsrichter einen seiner umstrittenen Freistöße in zentraler Position vor dem rot-weissen Kasten gab, schwante so manch einem im Stadion sicher schon Böses. Der Freistoß senkte sich gefährlich über die Mauer, doch auch Lenz „kann“ Glanzparaden. Es ist müßig, an dieser Stelle zu diskutieren, ob Robin Heller auch so schnell abgetaucht wäre, doch in dieser Szene gehört der Dank ganz klar Lenz, der das Unentschieden zu diesem Zeitpunkt festhielt.

Wir hatten uns in unserem Eckchen in W3 schon mit dem erneuten Unentschieden abgefunden (zu sehr plätscherte das Spiel mittlerweile wieder dahin), als Pröger einen Pass schnell und steil auf Urban spielte, der die Nerven behielt und in der Mitte mit einer butterweichen Flanke Marcel Platzek bediente. Und endlich war der Ball da, wo er hingehört – im Netz des Gegners! Ein Tor, das wie eine Befreiung wirkte, denn ein Punktgewinn für die Gäste wäre heute alles andere als verdient gewesen.

Doch wir sind ja beim RWE, und so warfen die Gäste nun alles nach vorne, wo sie auch noch zwei Freistöße aus gefährlicher Position bekamen, die aber jeweils geklärt werden konnte. Interessant in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass Lenz noch gelb für Zeitspiel bekam, obwohl sein Kollege auf der anderen Seite in mindestens gleichem Umfang zuvor Sekunde um Sekunde bei jedem Abstoß ausgekostet hatte.

Am Ende war es dann aber tatsächlich soweit – erster Liga-Sieg in diesem Kalenderjahr für RWE, gegen einen Gegner, der schon früh deutlich machte, dass er eigentlich keine Lust auf eigene Angriffe hatte und immer wieder das Tempo aus dem Spiel nahm.

Auffälligster Spieler war heute sicherlich Kamil Bednarski, der in den letzten Partien immer besser in Erscheinung treten konnte. Obwohl er sicher nicht der schnellste und technisch versierteste (Ball“annahme“!!!) im Team ist, so ist er mit seiner Statur und Torgefährlichkeit mittlerweile mindestens so wertvoll wie Pröger auf der anderen Seite, der ja mehr durch Tempo und Einsatz sticht. Ich möchte mich gar soweit aus dem Fenster lehnen, dass die beiden bis zum Saisonende sicherlich den Vorzug von Jansen bekommen werden, so sie denn fit bleiben.

Zum Schiedsrichter habe ich ja schon einiges gesagt. Ich möchte trotzdem noch ergänzen, dass ich schon auffällig fand, wie oft winzigste Körperkontakte mit anschließender „Verletzungsunterbrechung“ tatsächlich abgepfiffen wurden. Ich meine, wenn er ein- oder zweimal darauf eingeht – okay. Aber irgendwann muss doch auch dem Schiedsrichter mal auffallen, dass das Verhältnis zwischen Foul und Behandlungsbedarf nicht stimmt. Lernt man sowas nicht in einem Schiri-Kurs? Das haben seine Kollegen in den letzten Spielen deutlich besser im Griff gehabt. Dass diese ständigen Unterbrechungen auch nicht dazu beitrugen, dass ein ordentliches Spiel zustande kommen konnte, ist wohl klar…

Ich jedenfalls war schon lange nicht mehr so nervös nach einer eigenen Führung in den Schlussminuten. Das ging beinahe so weit, dass ich die letzten Freistöße vor unserem Kasten am liebsten gar nicht mit ansehen konnte. Warum immer so spannend? Ich werd‘ zu alt für den Scheiß.

Für die Partie am kommenden Donnerstag wünsche ich mir einmal einen glatten, ungefährdeten 3:0-Sieg unserer Mannschaft. Einfach nur mal für den Blutdruck