Es wäre einfach zu schön gewesen…

Nach der kleinen Serie mit 10 Punkten aus 4 Spielen und dem Sieg im Pokal stand vergangenen Freitag für unseren neuen Trainer die Premiere unter Flutlicht gegen die „kleinen Dortmunder“ auf dem Programm. Aus persönlichen Gründen (immer dieser Wochenend-Stress…) komme ich leider erst jetzt dazu, meine Gedanken dazu niederzuschreiben. Ich bitte, Fehler in der Chronologie großzügig zu übersehen.

Mehr oder weniger parallel spielte schon beinahe traditionell die „Erste“ der Gäste, diesmal auswärts in Stuttgart, sodass sich eine ordentliche Meute auf der Gästetribüne versammelt hatte. Für etwas Atmosphäre war also gesorgt.

Leider konnte die Mannschaft den Schwung der letzten Partien zunächst nicht auf den Platz bringen. Viel zu oft war man den berühmten „Schritt zu spät“, immer wieder ließen die Dortmunder den Ball in quälend langen Ballstafetten in der Essener Hälfte laufen. Entlastungsangriffe unserer Mannschaft fanden quasi ebensowenig statt wie gefährliche Szenen für unseren Kasten, trotzdem hatte Fußballgott Platzek die einzige „echte“ Chance der ersten Hälfte: Ein abgewehrter Ball landete bei Baier, der postwendend unseren Stürmer mit einem feinen Außenrist-Pass auf die Reise schickte. Kurzer Haken nach innen – leider stellte der Distanzschuss aus gut 18m den Dortmunder Keeper vor keine größere Herausforderung. So ging es also mit 0:0 in die Pause.

Gute 10 Minuten nach Wiederanpfiff entschied der – vorsichtig gesagt nicht immer ganz glücklich entscheidende – Schiri auf Freistoß für die Borussia. Aus meinem Sichtwinkel von W3 aus möchte ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber ob da wirklich ein Foul vorlag? SICHER bin ich da nicht… Wie dem auch sei, der Freistoß landete im „Mauereck“, und nach Sichtung der Videobilder gehe ich da mit den ersten Meinungen einiger Freunde konform, dass Heller eine gewisse Teilschuld trägt. Auch wenn er den Ball spät sieht, muss er als Keeper – sorry, Robin – zumindest mal versuchen, die Hände hochzunehmen. Ich weiß natürlich nicht, inwiefern die heute bekannt gewordene Schulterverletzung da Einfluss genommen hat. Auf diesem Wege GUTE BESSERUNG an unsere Nummer 33!

Dieses unnötige Tor, es schien jedoch unser Team endlich wachzurütteln. Die Angriffsbemühungen wurden intensiver, das Spiel gleichzeitig ruppiger. Nach einem langen Ball von Baier wurde (diesmal von W3 gut zu sehen) Malura eindeutig am Arm festgehalten und kam zu Fall – der Schiri (ich wiederhole: nicht der beste Mann auf dem Platz) entschied statt auf „mindestens gelb“ auf „weiterspielen“. Hier wurde in meinen Augen mit einer Fehlentscheidung eine dicke Chance für unser Team verhindert.

Eine weitere große Möglichkeit arbeitete der erneut unermüdliche Pröger heraus, sein Querpass in  die Mitte des Strafraums von der Grundlinie wurde aber im letzten Moment geblockt. Zudem konnte noch Baier mit dem schwachen linken Fuß nach schönem Zusammenspiel mit Bednarksi einen Schuss aufs Tor ablassen, ansonsten war es das schon mit den nennenswerten Torraumszenen des Spiels.

Trotz der Niederlage hatte ich diesmal das Gefühl, als wäre das Publikum deutlich weniger enttäuscht nach Hause gegangen als beispielsweise nach dem Unentschieden gegen Wegberg. Man musste einfach anerkennen, dass die Dortmunder an diesem Abend vor allem in Hälfte eins eine Nummer zu groß waren. Über die Ansetzung eines Schiedsrichters, der sich bei den Gästen eine Mitfahrgelegenheit hätte erfragen können, möchte ich an dieser Stelle nicht großartig philosophieren. Ich gehe einfach nicht davon aus, dass er absichtlich pro BVB gepfiffen hat, zumal er in der ersten Halbzeit auch mindestens zwei Eckbälle für die Gäste nicht gegeben hat.

Ein Aufwärtstrend bleibt trotzdem deutlich erkennbar. Das Gegentor hat anders als noch zu Demandt-Zeiten in der Mannschaft keine größere Unruhe ausgelöst, stattdessen merkte man dem Team an, dass es mit allen Mitteln versuchte, die drohende Niederlage noch abzuwenden. Dass dies nicht immer klappen kann (wie noch in Aachen), sollte jeder verstehen können. Und mal ehrlich: Ein erneuter Erfolg wäre irgendwie doch auch unheimlich gewesen, oder?

Wichtig jedoch ist und bleibt, dass die Mannschaft alles dafür tut, dem Publikum zu zeigen, dass es will. Auch in den letzten Minuten der Partie, mit wahrscheinlicher werdender Niederlage, war nichts von „Aufgeben“ zu erkennen.

In der kommenden Woche findet die nächste Pokalrunde im Niederrheinpokal statt. Dieser Wettbewerb ist natürlich wieder enorm wichtig für uns, bevor wir beim Auswärtsspiel in Wuppertal dann wieder von Sport1 „beglückt“ werden. Da an diesem Wochenende wieder Wochenendstress herrschen wird (Stichwort „Nikolaus“), werde ich leider nicht vor Ort sein können.

Rot-Weisse Wohlfühl-Atmosphäre

RWE gegen die 2. Mannschaft der Fortuna, es gibt sicher prestigeträchtigere Spiele. Es gibt bestimmt aber auch Spiele, die einen spannenderen Verlauf haben. Und es gibt Spiele, bei denen es mehr zu meckern gab.

Unmittelbar nach dem Anstoß und dem damit verbundenen, ersten RWE-Angriff zeigte der Gästekeeper, welche Taktik von der Fortuna zu erwarten sein würde: schon nach 30 Sekunden brauchte er für seinen Abstoß etwa genauso lange. Und so überließen sie unserem Team weitestgehend den Ball, igelten sich wie so viele Gegner zuvor hinten ein und versuchten von Beginn an, die Zeit in der Hoffnung auf einen überraschenden eigenen Treffer herunterlaufen zu lassen. Zum Glück hielt diese Taktik nicht allzu lange den rot-weissen Angriffen stand: nach nur 15 Minuten versuchten zwei Düsseldorfer, eine Flanke zu blocken, schossen sich dabei aber so ungünstig an, dass der Ball in den Strafraum trudelte. Pröger reagierte am schnellsten, erlief den Ball und schob ihn zum 1:0 ins Netz.

Zu diesem Zeitpunkt hätte es schon ein- oder zweimal klingeln können, doch ein Verteidiger konnte jeweils vor Platzek per Kopf klären. Und auch nach der Führung lief das Spiel nur in eine einzige Richtung: auf das Tor der Düsseldorfer. So kam mit der x-ten Ecke die verdiente Belohnung. Die schon mehrmals gesehene Variante „Ecke Grund, verlängert von Zeiger“ brachte den Ball auf den Kopf von Platzek – 2:0.

Wenig später hatte Bednarski das 3:0 auf dem Fuß, als er sich in einem Laufduell durchsetzte, der Gästekeeper konnte aber gerade noch rechtzeitig abtauchen und den Ball sichern. Hier wäre vielleicht der Querpass auf Pröger die bessere Option gewesen, doch als Stürmer darf man den Egoismus in dieser Situation (zumal bei diesem Spielstand) wohl haben.

Ein Baier-Schuss führte zu einer weiteren Ecke (hat eigentlich mal einer mitgezählt, wie unfassbar viele das heute waren!?), und der heute wieder bärenstarke Pröger lief einen tollen Sololauf bis zur Grundlinie in den Strafraum hinein, konnte aber in letzter Sekunde noch am Querpass gehindert werden.

Erwähnenswert in der ersten Hälfte noch die letzten Sekunden, der Ball von Baier per Grätsche erkämpft und unter „Hey“-Rufen in den eigenen Reihen gehalten wurde. Sofort war das Publikum „da“, etwas altes Hafenstraßen-Flair lag in der Luft.

Nach dem Wechsel identisches Bild: Düsseldorf arbeitete sich am starken Essener Mittelfeld ab (Brauer und Baier überall!), scheiterte dann kläglich an der Essener Defensive (Zeiger, der „Hummels von Essen“ gewohnt mit tollem Stellungsspiel und Becker an seiner Seite vollkommen fehlerfrei) und konnte froh sein, nicht nach den diversen Chancen weitere Tore kassiert zu haben. Allein in einer einzigen Situation scheiterten Bednarski, Baier und schließlich Platzek, aber auch Pröger und Malura hatten gute Möglichkeiten, auf 3:0 zu erhöhen. Auch hier wieder Ecke um Ecke, wobei mir persönlich die von Grund geschossenen Bälle besser gefielen als die von Baier, der nach der Auswechselung (verletzungsbedingt?) diese übernahm. Vielleicht beim nächsten mal Pröger?

Ein völlig ungefährdetes 2:0, vorerst Platz 8, 10 Punkte aus den letzten vier Spielen – der rot-weissen Fanseele könnte es echt schlechter gehen. Einzig die Chancenverwertung wäre vielleicht zu bemängeln (siehe Ecken), aber man muss ja nicht immer ein Haar in der Suppe suchen. Wenn nun die Stimmung auf den Tribünen mal wieder in einen besseren Bereich käme – ich könnte glatt Fan von diesem Verein werden. 5700 Zuschauer sind ziemlich enttäuschend, aber vielleicht auch dem Herbstwetter geschuldet. Ich würde mir auch für die Mannschaft wünschen, dass es kommenden Freitag wieder deutlich mehr sind.

Trainer Giannikis scheint derzeit die richtigen Worte zu finden. Es ist ihm zu wünschen, dass dies noch sehr, sehr lange so sein wird. Die Hinrunde endet für RWE mit der heutigen Partie, dazu in einem späteren Beitrag sicher mehr.

Wir ham den Kanal noch lange nicht voll

RWE gegen die falschen rot-weißen aus dem Nachbardorf. Ein Spiel zweier ewiger Rivalen, die näher beieinander liegen als das Westfalenstadion und die Ost-Gladbecker Turnhalle.

Vor gut gefüllten Tribünen fand RWE besser ins Spiel und hatte nach wenigen Minuten die erste Chance, als Bednarski freistehend den Oberhauser Keeper zu einer Glanzparade zwang. Wenige Zeigerumdrehungen (Wortspiel!) später durfte der Großteil der Zuschauer dann aber jubeln, als Malura eine feine Flanke aus vollem Lauf präzise auf die Birne von Platzek zirkelte und dieser unwiderstehlich vollendete.

Auch danach zeigte unser Team ungewohnt deutlich, wer Herr im Hause ist. Es wurde jegliche Angriffsbemühung der Gäste im Keim erstickt, der Ball lief flüssig durch die eigenen Reihen und im Notfall wurde auch schon mal die grobe Klinge ausgepackt. So würde ich mir unser Team häufiger wünschen. Pröger gewann einige neue „Freunde“, als Oberhausen den Ball trotz Essener Reklamation wegen eines am Boden liegenden Mitspielers nicht ins Aus schoss und er deshalb den ballführenden Spieler schlicht umriss und den Ball auf die Gästebank drosch. Oberhausens einzige Chance in der ersten Hälfte bestand aus einem Freistoß aus aussichtsreicher Position, der aber zu einem laschen Schüsschen mutierte, mit dem Heller keinerlei Probleme hatte. Unter Applaus ging es in die Kabine.

Nach dem Wechsel würde Oberhausen von Minute zu Minute stärker, unsere Defensive scheint aber langsam wieder zu alter Form zurückzufinden. Kaum eine Szene endete in Torgefahr, nach vorne hin konnte das druckvolle Spiel mit dem dauerhaften Pressing leider nur noch etwa bis zur 65. Minute aufrecht gehalten werden. Besonders Platzek rieb sich immer wieder beim Anlaufen auf. Je länger die Partie dauerte, umso mehr verlagerte sich RWE aufs Kontern. Bednarski und Pröger kamen dabei noch zu sehr guten Chancen. Weitere Szenen wurden leider zu hektisch verschenkt oder scheiterten am berühmten „Haken zuviel“. Als Heller gute 10 Minuten vor Schluss einen semi-gefährlichen Kopfball festhielt, war ich mir schon sicher, dass wir das Spiel diesmal über die Zeit bringen würden.

Oh Fußballgott, ich verdamme dich! Ich hätte es eigentlich besser wissen müssen. Ecke Oberhausen, zu kurze Abwehr, Vollspann – drin, mal wieder 90. Minute! Trotz Brechstange gelang die erneute Führung leider nicht, und so müssen wir uns auch hier wieder einmal mit einem Unentschieden begnügen.

Im Gegensatz zu früheren Remis gibt die Partie jedoch aus gleich mehreren Gründen Grund (noch ein Wortspiel!) zur Hoffnung:

Die Körpersprache stimmte endlich wieder. Es wurde sich gegenseitig gepusht, applaudiert, neu gewonnenes Selbstbewusstsein brachte den nötigen Mut, um auch mal etwas zu versuchen, beispielsweise Direktpässe in die Spitze. Die Zweikämpfe wurden wieder angenommen, statt planlos dem Ball hinterherzulaufen. Dazu ein Trainer, der von außen immer wieder auf das Team Einfluss nahm und mit selbigem kommunizierte. Der „sein“ System nach nur 3 Spielen der Mannschaft bereits soweit eingeimpft hat, dass diese es schon beinahe fehlerfrei umsetzen kann. Die Demandt’schen Lücken, die zuletzt in Mittelfeld und Abwehr (Stichwort Konter) klafften, sie scheinen geschlossen. Ein Benjamin Baier, der zu alter Stärke zurückgefunden hat, Timo Brauer, der überall auf dem Platz zu finden ist und sich nicht zu schade ist, auch mal per Trikotzupfer eine gelbe Karte einzufahren. So kann es meinetwegen weitergehen. Noch dazu hätte ich noch vor der Aachen-Partie 4 Punkten aus den beiden Spielen blind zugestimmt.

Dass die Oberhausener den Ausleich bzw. Punkt wie die Meisterschaft bejubelt haben, macht deutlich, wie schwer wir es ihnen gemacht haben (auch wenn sie uns „in Bestbesetzung natürlich weggesemmelt“ (Zitat) hätten).

Ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind. Die meisten Gespräche, die ich auf dem Weg zum Auto mithören durfte, deuteten ebenfalls auf Zufriedenheit trotz des erneuten Unentschiedens hin.

In der kommenden Woche findet sich RWE in Erndtebrück wieder. Da man dort wohl eher auf ein Team trifft, das sich einigeln wird, könnte das Spiel ungleich schwerer werden. Falls die heute gezeigten Tugenden aber erneut gezeigt werden, wird es dort aber einen Sieg zu bejubeln geben.

Nachtrag: der Support war quasi nicht vorhanden. Über 90% des Spieles waren auf der Haupt nur die Gäste zu hören. Klassisches Eigentor, es von der Rahn zu versuchen.