Es geht doch!

Wow! Ein 3:0-Erfolg im Breisgau, damit hätten wohl die kühnsten Optimisten unter uns wohl kaum gerechnet. Auch ich wäre mit einem Unentschieden je nach Zustandekommen wohl zufrieden gewesen, hatten die Freiburger doch ewig nicht mehr zu Hause verloren und wir… Na ja, „auswärts“ war bisher nicht unsere Kernkompetenz.

Dass es zu diesem auch in der Höhe völlig verdienten Ergebnis kam, liegt dieses Mal wohl am Matchplan, der zu 100% aufgegangen ist. Dabrowski verzichtete diesmal auf einen Startelf-Einsatz von Ennali und gab Berlinski nach seinem – wie man hörte – starken Auftritt gegen Eupen den Vortritt auf rechts, spielte also dennoch nicht mit Doppelspitze. Zudem war die Mannschaft zunächst darauf bedacht, die Angriffe der Hausherren seriös wegzuverteidigen, ohne durch zu viel Offensivdrang in die Klinge zu laufen, suchte aber immer wieder die Außenspieler.

In der Abwehr meldete sich Heber zurück, Herzenbruch musste daher zunächst auf die Bank. Der Verbund Wiegel – Heber – Rios-Alonso – Bastians agierte grundsätzlich unaufgeregt und souverän, ich denke, das werden wir noch öfter so erleben.

Vor allem Kefkir tat sich wieder einmal als Arbeitsmaschine auf, der zwar nicht alles gelang, die Freiburger Defensive aber immer wieder vor Aufgaben stellte. Und so ist es auch kaum verwunderlich, dass nach einem langen Ball von Golz in seine Richtung ebenjener Kefkir den „zweiten Ball“ eroberte und auf Engelmann durchsteckte (die Älteren werden sich erinnern, klappte eigentlich ganz gut in den letzten Jahren), der ohne viel Zögern abschloss. Der abgefälschte Ball fand seinen Weg über den U21-Nationalkeeper im Kasten der Gastgeber in die Maschen und RWE führte ein wenig überraschend, aber insgesamt nicht unverdient.

Ich gebe zu, ich hätte zur Pause Berlinski vom Platz genommen, denn dem gelang auf der anderen Seite nicht wirklich viel. Zwar störte er immer wieder den Freiburger Spielaufbau, aber bei Balleroberungen war das Leder oft schneller wieder weg, als man „Dreisamstadion“ sagen kann. Gut, dass ich nicht der Übungsleiter an der Seitenlinie bin, denn Berlinski war kurz nach dem Wechsel am zweiten Treffer beteiligt. Balleroberung Götze, plötzlich sprintete Wiegel auf der linken Seite davon, spielte scharf vors Tor, wo Berlinski zwar noch knapp zu spät kam, doch Engelmann kam an den Ball in (wie ich es seit gestern nenne) „Schlotterbeck-Position“ und spielte einen präzisen Tunnelpass zurück auf Berlinski, der diesmal goldrichtig stand und vollendete. Beim folgenden Jubel konnte man klar sehen, wie wichtig dieser Treffer für ihn war, aber auch, wie sehr sich die Mannschaft für ihn gefreut hat.

Den Freiburgern fiel danach offensiv kaum noch etwas ein, wechselten gleich dreifach, ohne damit die Waage auf die andere Seite drücken zu können. Auch RWE wechselte, für Engelmann und Berlinski kamen die beiden anderen „Sorgenkinder“ Young und Ennali, was auf dem heimischen Sofa zunächst ein unwohles Gefühl in die Magengegend spülte, doch nur wenige Augenblicke später hatte sich Young bis zur Grundlinie durchgespielt und auf Ennali abgelegt, der aber noch entscheidend gestört werden konnte.

Über Young kam mit dem größer werdenden Raum ein weiterer Konter zustande, doch anstatt sich den Ball nochmal im Sechzehner zurechtzulegen drosch Isy die Kugel ins Fangnetz. Da war mehr drin.

A propos drin: Erneut wurde Young der Ball in den Lauf gelegt, diesmal versuchte er es selbst, konnte aber nicht genügend Wucht in den Schuss legen. Aber es reichte, den Keeper dazu zu bringen, den Ball nur abklatschen zu lassen – vor die Füße von Ennali, der sich brav bedankte und den Ball zum 3:0-Endstand versenkte.

Es geht also auch auswärts. Für mich bleiben einige Eindrücke und Erkenntnisse hängen, die ich gerne zur Diskussion stellen möchte:

  1. Wiegel ist für mich die Neuverpflichtung schlechthin. Was der läuft, grätscht und rackert – Chapeau. (Okay, den Pass auf Engelmann hätte er vielleicht früher spielen können.)
  2. Kefkir gehört sowas von in die Startelf. Bitte beibehalten.
  3. Das Duo Engelmann/Berlinski kann offensichtlich doch funktionieren, aber halt nicht als Doppelspitze. Und das für unmittelbar zu
  4. Ennali und Young sind bestens geeignet, bei zu erwartendem Raum auf Konter zu setzen. Mit den zwei schnellen Spielern in der Hinterhand ist es sicher leichter, spät im Spiel nachzulegen als die beiden gegen eine noch ausgeruhte Verteidigung anrennen zu lassen.

Unnötig dagegen fand ich einen Großteil der gelben Karten, die wir uns wieder eingefangen haben. Okay, die für Rother geht auf die Kappe des Schiris – Rother spielt den Ball, der Freiburger tritt IHM auf den Fuß, nicht umgekehrt. „Unnötig“ hier also im Sinne von „darf man nicht geben“. Aber ich hätte mir gewünscht, dass sowohl Engelmann darauf verzichtet, nach dem Foul am Freiburger Strafraum verbal nachzuhaken, und dass Bastians „mit Ansage“ den Gegenspieler an der Seitenauslinie wegcheckt. Da beide Spieler immens wichtig sind für das Mannschaftsgefüge, sollte es optimalerweise nicht zu vermeidbaren Gelbsperren kommen.

Aber das ist heute wirklich Jammern de Luxe. Der Einsatz hat heute bei allen Spielern gestimmt, auch nach den Wechseln kam kein Bruch ins Spiel und so wie heute stellen wir uns das doch alle vor. Ob das Spiel jetzt besonders ansprechend anzusehen war – das mag jeder selbst entscheiden. Aber wie sagt der Kollege bei @catenaccio07 so gerne: „Fußball ist ein Ergebnissport!“ Und dieses Ergebnis spricht heute klar für uns. Als Belohnung winkt Platz 14 in der Tabelle und für die Spieler „so zwei, drei Bier“ (Zitat Dabrowski im Magenta-Interview).

Nun gilt es, den Rückenwind gegen erstarkte Dresdner bis zum nächsten Samstag aufrecht zu erhalten und erneut zu punkten. Egal wie. Ich hätte da nur einen Wunsch: Friedlich auf den Rängen, im Stadionumfeld und überhaupt rund um die Partie, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Gäste auch nicht „ohne“ sind.

NUR DER RWE!

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