Klassischer Fehlstart

Eieieiei, das war mal eine Fahrt mit Tempo 100 gegen den Betonpfeiler.

Da das Thema Stream und Highlightclips hat sich aus gegebenem Anlass ja für mich erledigt, das bietet mir im Gegenzug wieder mehr Zeit, mich hier im Blog ausgiebiger und häufiger mit den Spielen zu beschäftigen.

Über die Vorfreude der letzten Wochen muss man glaube ich nicht mehr viele Worte verlieren, wir alle haben diesen Tag herbeigesehnt. So war das Stadion schon weit vor Anpfiff bestens gefüllt und mehr als einmal stand mir die Suppe in den Augen und ich musste einen dicken Kloß runterschlucken. Ja, es war komisch, wieder auf der West zu stehen, auf der anderen Seite fühlte sich das Ganze wieder nach Hafenstraße an, frei von Zeitplänen und Vorbereitungsgesprächen. Hat ja durchaus auch was.

Der erste eingeplante Höhepunkt sollte sinnbildlich werden für das, was im weiteren Verlauf noch kommen sollte. Chef-Einpeitscher Christian Ruthenbeck betrat den Rasen und begrüßte die Anwesenden – auf der West jedoch war nichts zu verstehen, weil die Lautsprecher nicht funktionierten. Die Folge: „Lauter, lauter!“-Rufe, Pfiffe, RWE-Gesänge, angeheizt der aktiven Szene. Auch wenn das sicher nicht gegen ihn ging – das hat Ruthe so nicht verdient.

Nach einer Nebel-Einlage und einer Schweigeminute für „Uns Uwe“ folgten dann die wohl wüstesten zwanzig Minuten, die ich je erlebt habe. Bereits nach zwei Minuten greift Schiri Oldhafer (der nicht immer ein glückliches Händchen bewies und mit einigen Entscheidungen Unruhe schürte) in seine Brusttasche und verwarnt RWE-Kapitän Heber, nachdem dieser nach einem technischen Fehler gegen seinen Gegenspieler beherzt zugegriffen und somit eine Chance vereitelt hatte. Heber also früh mit einem Handicap, das vielleicht einen Erklärungsansatz für die heute gezeigte Leistung bietet.

Wenige Momente später dann der erste Auftritt des Elversberger Routiniers Kevin Koffi. Er wird im Strafraum angespielt, dreht sich um Plechaty und kann flach ins Tor vollenden. Früher Nackenschlag für die Dabrowski-Elf und die mehr als 16.000 RWE-Fans im Stadion, aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.

Einer, der heute voranging: Ron Berlinski. Direkt nach dem Gegentor wird er unsanft gestoppt, reklamiert kurz, steht auf und trabt in Richtung SVE-Keeper Kristof, der den Ball gerade zurückerhalten hat, diesen aber aufreizend lange liegen lässt. Als sich der Torhüter nach dem Ball bückt, streckt Berlinski sein Bein, in der Folge verliert der Keeper die Kugel wieder und legt Berlinski – Strafstoß RWE. Diese Szene habe ich mir ein paar Mal angesehen, da der Kommentator der Meinung war, dass es den Elfer nicht hätte geben dürfen, da der Torwart den Ball in beiden Händen gehabt habe. Soweit richtig, allerdings trifft Berlinski den Ball nicht, der Keeper sucht den Kontakt genau wie unser Stürmer und lässt den Ball fallen – aus meiner Sicht alles regelkonform also.

Aber da wäre ja noch die Sache mit RWE und den Elfern… Harenbrock tritt an und scheitert an Kristof, beim Nachschuss kann der Keeper erneut klären, weil Harenbrock den Ball nicht richtig trifft. Bitter, denn hier wurde natürlich der Ausgleich zunächst verschenkt.

Der Elfer und Nachschuss aus meiner Perspektive

Auf der anderen Seite gibt es Augenblicke später Einwurf für die Gäste. Dieser geht in den rot-weißen Sechzehner, Bastians und Heber behindern sich gegenseitig, Heber setzt dem Ball nicht entschlossen nach – anders als Koffi, der sich aus äußerst spitzem Winkel mit einem Chip-Ball ins lange Eck bedankt.

Der Wahnsinn war aber noch lange nicht vorbei: Young bekommt die Kugel an der Mittellinie und dringt nach einem Doppelpass in den gegnerischen Strafraum ein, irgendwie kommt der Ball in die Mitte und Berlinski erzielt den Anschluss. Keine Viertelstunde rum zu diesem Zeitpunkt.

Schnellbacher hat zunächst die große Chance, frei vor Golz auf 1:3 zu stellen, scheitert aber am Schlussmann. Wenig später macht er es nach einem Kopfball gegen die Laufrichtung von Golz nach Koffi-Flanke besser. Nein, es hat wirklich nicht viel Spaß gemacht…

Dass Herzenbruch einen Ball vor dem Seitenaus retten will, diesen aber einem Gegner in die Füße spielt, passt zum Verlauf dieser ersten 25 Minuten. Flanke, Kopfball Schnellbacher, 1:4.

Noch im ersten Durchgang musste Berlinski verletzt runter; die Diagnose werden wir sicher noch erfahren. So kam immerhin Engelmann zum Einsatz. Mit 1:4 ging es in die Pause, nach dem Wechsel kam Römling für Harenbrock.

Ob es dieser Wechsel war, ob es daran lag, dass sich unsere Jungs fingen oder ob Elversberg einen Gang zurückschaltete, nach dem Wechsel machte Rot-Weiss einen deutlich stabileren Eindruck, auch wenn man weiterhin das Gefühl hatte, dass die Gäste deutlich agiler waren. Zwar blieben Torchancen auf beiden Seiten zunächst Mangelware, aber es brannte hinten auch nicht mehr so lichterloh.

Am Ende muss RWE noch wenige Minuten vor dem Abpfiff das 1:5 hinnehmen. Zu diesem Zeitpunkt rechnet aber wohl ohnehin keiner mehr mit dem Fußballwunder. Oldhafer pfiff pünktlich ab und hinterließ die Fans auf den Tribünen zumeist mit einem Gefühl der Enttäuschung zurück.

Jetzt ist es mir aber zu einfach, die ganze Hintermannschaft kaputtzureden. Es haben da hinten heute alle versagt. Herze mit einigen ungewohnt hektischen Fehlpässen, Heber mit technischen Problemen und unglücklichem Stellungsspiel, Plechaty relativ abgetaucht. Aber man gewinnt und verliert nun mal im Team, und so müssen sich auch Mittelfeld und Angriff fragen lassen, ob das wirklich die bestmögliche Leistung war, die wir erlebt haben.

Was aber gar nicht geht, sind die Typen, die sich auf der Tribüne lautstark beschweren, man habe schließlich so nen weiten Weg gehabt, die Herren dort unten mögen sich doch bittesehr anstrengen. Ehrlich, bleibt besser zu Hause, guckt Sesamstraße, Sissi oder das große Promibumsen, aber geht doch nicht allen um euch herum auf den Sack. Vor ein paar Wochen waren die Jungs noch allesamt Aufstiegshelden, jetzt soll alles schlecht sein?

Das ist es sicher nicht, genauso wenig war heute alles gut. Aber – und das kann man nicht genug erwähnen – wir müssen uns an Niederlagen gewöhnen, so bitter das auch ist. Wir müssen ruhig bleiben, der Mannschaft den Rücken stärken und sie bedingungslos unterstützen.

Zwei Wochen Pause, dann geht’s gegen die Streifenesel. Und selbst, wenn wir da auch verlieren – gebt den Jungs Zeit!

4 Kommentare zu „Klassischer Fehlstart

      1. Streifenesel Streifenesel Streifenesel Streifenesel Streifenesel Streifenesel Arschloch Wichser Hurensohn dicke Titten Kartoffelsalat.

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