Neustart

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Knapp zwei Monate ist es her, dass RWE in Wegberg zwar gewann, aufgrund von schwarz-gelben Tricksereien am Ende aber 45 Minuten fehlten, um den so sehr herbeigesehnten Aufstieg in die 3. Liga feiern zu können. Zwar saß der Stachel der Enttäuschung bei mir nicht so tief wie befürchtet – immerhin haben wir es am letzten Spieltag nicht selbst vergeigt, dennoch brauchte ich nach dieser auf allen Ebenen aufregenden Saison eine kleine Auszeit. Die Streams und die Nachbearbeitung der Highlight-Videos haben eine beträchtliche Anzahl an Stunden gefressen, „nebenbei“ wollte mein Buch fertiggestellt werden (VÖ ca. Ende September, Details zu einem späteren Zeitpunkt!), von anderweitigen privaten Aufgaben mal ganz zu schweigen.

Nun ist es aber soweit, am Samstag startet eine weitere Saison in dieser ach so verhassten Liga. Wie der Zufall es so will, startet unsere Mannschaft beim Bonner SC, dem Verein, bei dem das letzte Spiel vor dem Saisonabbruch 2019/20 und dem folgenden Ausschluss der Zuschauer wegen der Pandemie stattfand, und es wird das erste Ligaspiel sein, in dem wieder Gästefans (also Essener auswärts) zugelassen sein werden.

Schon allein die letzte Saison bietet Gründe genug, um optimistisch in die neue Spielzeit zu gehen. Mit 90 Punkten aus 40 Spielen, mit 90 Treffern bei nur 28 Gegentoren hatten wir Werte, die nur von einem Nebenprojekt eines Börsenunternehmens getoppt wurden. Dennoch gibt es erschreckend laute Stimmen, die gefühlt einfach alles infrage stellen: Da ist die Personalpolitik die falsche (weil die Spieler wahlweise zu alt, zu jung oder zu unbekannt sind), generell haben die Rivalen aus Münster sowieso den besseren, eingespielteren Kader und wer einem niederländischen Erstligisten unterliegt oder (noch schlimmer!!!1!!) gegen den SC Verl nach 3:1 noch unentschieden spielt, der wird mit der Meisterschaft nichts zu tun haben.

Ich kann es jedenfalls langsam nicht mehr hören. Ja, wir haben mit Amara Condé einen hervorragenden Techniker verloren, Marco Kehl-Gómez ging mit seiner Präsenz auf dem Platz voran, doch an einer Handvoll Abgängen mit „Startelf-Format“ gleich die Chancenlosigkeit herbeizupredigen, das geht mir deutlich zu weit. Spieler kommen und gehen, so ist es nunmal.

Die vergangenen Spielzeiten haben gezeigt, dass Jörn Nowak – in Abstimmung mit dem jeweiligen Trainer – ein gutes Händchen für die Kaderplanung hat. Ich finde, in den Tests war deutlich zu sehen, welche Dynamik durch die Verpflichtung von Luca Dürholtz ins Mittelfeld gekommen ist. Holzweiler auf der rechten Seite ist einer vom Schlag „Publikumsliebling“, läuft, rackert, grätscht und hat dann noch das Auge für den besser postierten Mitspieler. Eismann kann dem Spiel zusätzliche Stabilität und auch zusätzliche körperliche Robustheit verleihen, wenn diese denn gefragt ist. Janjic dürfte sicherlich bei entsprechenden Einsatzzeiten zweistellig netzen. Langesberg verfügt über die notwendige Erfahrung, um der Abwehr Stabilität zu verleihen – auch wenn es wie zuletzt gesehen vielleicht an der einen oder anderen Stelle noch hakt. Über den Rest der neuen kann oder will ich mir aufgrund der deutlich geringeren Einsatzzeiten, die ich gesehen habe, kein Urteil erlauben.

Bei den bekannten Gesichtern hat mir Young in der Vorbereitung sehr imponiert. Es scheint, als hätte er plötzlich seine „Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand“-Mentalität abgelegt, da kommt dann schon mal das ersehnte Abspiel – und getroffen hat er auch in der Vorbereitung. Wichtig, da ja Kefkir für zwei Partien gesperrt ist, aber auch wichtig, um auf dieser Position nachlegen zu können. Überhaupt, Kefkir: er dürfte ein wenig mehr Druck auf seiner Position verspüren, aber in den Testspielen, die ich gesehen habe (Bocholt, ETB, Verl) wirkte es nicht, als ob er deshalb die Birne nicht frei hat.

Wo wir schon mal auf der linken Seite sind: Natürlich ist der Weggang von Kevin Grund ein (sportlicher und vor allem menschlicher) Verlust, der erst einmal kompensiert werden will. Herze hat seine Sache bislang auf dieser Position aber mehr als ordentlich gemacht, wenn ihm auch ein wenig das feine Füßchen fehlt. Das macht er mit einer ordentlichen Portion Körperlichkeit locker wett. Da Niemeyer (leider) noch immer eine Wundertüte ist, dürfte Herze wohl erst einmal auf dieser Position starten. Wenn (und ich weiß es wirklich nicht!) nicht noch Schumacher final verpflichtet wird. Es ist schon ungewöhnlich, dass jemand, der sich „nur fit hält“ in allen Testspielen auf dermaßen viel Einsatzzeit kommt.

Neidhart kann auf seine Achse der letzten Saison (Davari – Heber – Grote – Engelmann) vertrauen und mein Testspieleindruck ist, dass er einen sehr genauen Plan verfolgt. Mit einem Harenbrock in der aktuellen Form und einem wiedererstarkten Plechaty gibt es für mich keinen Anlass, uns in irgendeiner Art woanders zu sehen als auf dem Posten des Titelfavoriten und Aufsteigers.

Dennoch – das muss man natürlich auch sehen – wird es sicher kein Selbstläufer. Klar ist Münster stark, Fortuna Köln hat sicher auch Ambitionen, und was WSV, RWO und ein noch abzuwartender Überraschungsgast im oberen Drittel abliefern, wird auch abzuwarten sein. Doch das Ziel ist klar formuliert und wir haben alle Trümpfe in der Hand. Dazu sollten wir aber einen erfolgreichen Saisonstart hinlegen, auch wenn natürlich jeder andere Verein uns in die Suppe spucken will.

Brust raus, Schultern breit und dann alles für den Erfolg!

NUR DER RWE!

5 Kommentare zu „Neustart

    1. Nein, er ist gesperrt bis 23.08. – zwei Spiele. Siehe hier: https://www.transfermarkt.tv/oguzhan-kefkir/profil/spieler/84425 oder auch bei RS im Text: Ein Spieler, der zu Beginn definitiv nicht zur Verfügung steht, ist Oguzhan Kefkir. Der 29-jährige Außenstürmer sah im letzten Spiel beim FC Wegberg-Beeck (2:0) die Rote Karte und wurde für zwei Spiele gesperrt. Somit fehlt Kefkir in den ersten beiden Regionalliga-Partien. (https://www.reviersport.de/artikel/kehl-gmez-nachfolger-bei-rwe-kapitaensfrage-noch-offen-ein-favorit/)

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  1. Kefkir 2 Spiele ist schon richtig.
    Der Rest bleibt wirklich überraschend und es kommt in den ersten 10 Spielen darauf an, in welcher Richtung es gehen wird.
    Münster der Testspielmeister hat auch direkt 120 Minuten in den Knochen, am besten noch ein Nachholspiel.

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