Doppelpack: Straelen und Lotte

Was für eine Woche mal wieder. Nach dem 3:1 über die Geißbock-Zweitverwertung hieß es für RWE „Nachsitzen“, das Nachholspiel gegen den SV Straelen fand unter der Woche bei Temperaturen um den Gefrierpunkt statt. Christian Neidhart scheint seine Stammformation gefunden zu haben und setzte auf dieselbe Startelf.

In der ersten Halbzeit bot unser Team eine recht ansehnliche Vorstellung, was zunächst fehlte, war der Torerfolg. Isi Young war einer der Aktivposten der Anfangsphase und hatte zwei, drei gute Szenen, am Ende stand aber jeweils die falsche Entscheidung. Entweder ging er in das „Dribbling zuviel“ oder setzte zum Schuss an, anstatt den Ball dem besser postierten Mitspieler zukommen zu lassen.

Erst nach 20 Minuten wurde es erstmals gefährlich, als Harenbrock auf Engelmann ablegte, dessen Schuss aber das Tor am Ende deutlich verfehlte.

Davari erlebte unterdessen eine ereignislose erste Halbzeit, hatte nicht einen ernsthaften Ballkontakt außerhalb der Rückgaben aus der Innenverteidigung, die jedwede Angriffsbemühungen der Gäste in gewohnter Manier im Keim erstickte.

Nach etwas mehr als 30 Minuten war es dann Daniel Heber, der einen Eckball an den langen Pfosten verlängerte, wo Simon Engelmann unbedrängt den Ball ins Tor köpfen konnte. Dieser Treffer sollte den Bann endgültig brechen.

Wenige Minuten nach der Führung dann ein ganz besonderer Moment: Kevin Grund hat Raum auf dem linken Flügel, wird von Kefkir per Doppelpass in Szene gesetzt, zieht in die Mitte und hält aus 18m mit dem rechten Fuß (!) drauf – 2:0. Grund trifft für meinen Geschmack viel zu selten, ist aber als Vorbereiter unbestritten ein äußerst wichtiger Bestandteil der Mannschaft.

Noch während Walter Ruege den Torschützen verkündet, rappelt es erneut in der Kiste: Das rot-weisse Pressing nach Wiederanpfiff ist erfolgreich, Cedric Harenbrock kommt aus guter Position zum Schuss, Udegbe im Kasten der Gäste lässt abprallen und Kefkir schiebt den Ball ins verwaiste Tor.

3:0 zur Pause, damit die ganz große Spannung natürlich raus. RWE gewährte Straelen nun etwas mehr Raum, verwaltete den Vorsprung und begann, die Kräfte zu schonen. Trotzdem war es Engelmann, der nach feinem Pass von Young aus der eigenen Hälfte (höchst abseitsverdächtig) auf 4:0 erhöhen konnte.

Die Gäste trafen nach einem Freistoß noch zum 4:1, es sollte der einzige Makel an diesem Abend bleiben.

Gestern Nachmittag musste RWE dann bei den Sportfreunden Lotte antreten, dem aktuellen Verein von Timo Brauer. Auch diese Partie kann man in zwei vollkommen unterschiedliche Halbzeiten aufteilen, erneut mit derselben Startelf wie zuvor.

In Durchgang eins war das Kräfteverhältnis quasi ausgeglichen (warum zum Teufel steht Lotte im Tabellenkeller?!), Rot-Weiss mit der besten Chance durch Kefkir durch einen 25m-Strahl und konnte nach einem zunächst geklärten Eckball und feiner Engelmann-Flanke durch Daniel Heber die Führung erzielen.

Fünf Minuten vor dem Seitenwechsel war es Cedric Harenbrock, der mit einem satten Schuss vom Strafraumeck den Endstand bereits herstellen konnte.

In der zweiten Halbzeit wurde Lotte dann offensiver, besonders über die rechte Abwehrseite sorgten die Gastgeber immer wieder für Unruhe und wurden beinahe belohnt, als Azong eine Hereingabe nur um einen Schritt verfehlte und der Ball auch das Tor um Zentimeter verpasste. RWE „glänzte“ mit vielen Ungenauigkeiten im Zuspiel und konnte keinen dauerhaften Druck mehr aufbauen. Dennoch schaffte man es, unbeschadet durch die zweite Hälfte zu kommen und den ersten Sieg am Lotter Kreuz seit 2008 einzufahren.

Positiv hervorzuheben aus beiden Partien ist aus meiner Sicht die Arbeit von Marco Kehl-Gomez, der in ständiger Kommunikation mit seinen Mitspielern steht, das Spiel immer wieder antreibt und das Mittelfeld zusammen mit Harenbrock und Grote quasi beherrscht. Condé, der momentan mit der Rolle eines Einwechselspielers leben muss, kommt in der Verfassung von gestern nur schwerlich an Harenbrock vorbei, aber er hatte vermutlich gestern einfach einen schlechten Tag (bei noch schlechteren Platzverhältnissen). Dass er es besser kann, wissen wir alle, manchmal soll es einfach nicht sein. Ich bin aber auch weit davon entfernt, ihn als „Ausfall“ zu bewerten.

RWE hat noch immer kein einziges Spiel verloren. Dank des Unentschiedens von BVB II ist man nun 8 Punkte (bei drei mehr absolvierten Partien) vor den Borussen. Dass die gegen Oberhausen, Düsseldorf und Gladbach alle Punkte einfahren, sehe ich aktuell noch nicht, zumal RWO am Mittwoch hoffentlich Blut geleckt hat (während ich das hier schreibe, haben sie zudem 2:0 gegen Münster gewonnen, auch ein Ausrufezeichen).

Also: Lasst uns die Daumen drücken, dass unsere beiden Spiele (Wegberg am Wochenende sowie gegen Fortuna im Pokal) noch über die Bühne gehen können.

Bleibt gesund!

NUR DER RWE!

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