Knappe(n) Kiste

Wieder mal kein Sieg bei den „kleinen Knappen“… Dabei standen die Vorzeichen doch so gut wie selten zuvor.

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Einigermaßen optimistisch – nein, eigentlich recht siegessicher – machte ich mich auf ins altehrwürdige Parkstadion in diesen Albtraum für Fussballfans, um einem weiteren Auswärtsspiel unserer Roten beizuwohnen. Da entgegen ursprünglicher Annahmen kurzfristig keine Fans zugelassen waren, verliefen sich die vielleicht 100 Presse- und Vereinsvertreter auf der ehemaligen Gegengeraden, um folgenden architektonische Obskurität geboten zu bekommen:

Man kann also bei guten Sichtverhältnissen nicht nur die U23 spielen sehen, nein, auch die U19, U17 und ganz hinten U11 und U12 parallel. Für die Personen wie die Vertreter der Fanradios oder der schreibenden Zunft hieß es zudem „Hoffen, dass der Akku hält“, denn eine Stromanbindung für Laptops und derartiges Equipment war offenbar Mangelware.

Zur Partie: Herzenbruch ersetzte den angeschlagenen Kevin Grund, ansonsten vertraute Neidhart seiner Stammformation. Und nach knapp drei Minuten hätte es auch schon 1:0 für RWE stehen müssen, als Engelmann eine zu kurze Kopfballrückgabe erlief, sich aber für den Lupfer (über Keeper und Tor) entschied, anstatt den Ball aus vollem Lauf mitzunehmen und am Torwart vorbeizulegen (Lehmann jemand hier?). Wenige Momente später tauchte Young am Strafraumeck auf, konnte aber ebenfalls nicht zur Führung vollenden. Als nach 10 Minuten Heber nach einer Hereingabe überraschend frei zum Schuss kam, den Ball aber ebenso deutlich über den Kasten setzte, konnte man eigentlich schon ahnen, in welche Richtung diese Partie laufen würde.

Die Gastgeber konnten nach einer knappen halben Stunde erstmals in Erscheinung treten, als Boujellab zunächst mit dem Fuß und Sekunden später per Kopf an Davari scheiterte.

Das Fehlen von Grund war für meine bescheidenen Augen am deutlichsten erkennbar, als RWE zweimal innerhalb weniger Minuten einen Freistoß an der Torauslinie / Ecke Sechzehner erhielt. In beiden Situationen brachte Kefkir den Ball scharf flach vor den Kasten, wobei Heber beim ersten Mal einen Schritt zu spät kam, beim zweiten Mal klärte ein Schalker Kopf die Situation. Hier hätte ich mir eine gefühlvolle Flanke auf „die Langen“ gewünscht.

Stichwort Kefkir: Auffällig seit einigen Spieltagen, dass er alle Einwürfe auf Höhe des gegnerischen Sechzehners übernimmt, den Ball lang hereinbringt auf Hahn/Heber. Dabei kommt meines Erachtens aber viel zu wenig an Torgefahr herum, da sich diese Vorgehensweise wohl auch unter den letzten Teams in der Regio herumgesprochen haben dürfte. Auch hier wünsche ich mir Feinjustierung seitens der Verantwortlichen an der Seitenlinie, da muss einfach mal mehr Variante rein.

Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff prüfte Engelmann noch die Stabilität des Tores aus der Distanz mit einem Pfostentreffer, das Tor wollte aber einfach nicht fallen. Also ging es mit 0:0 in die Kabine. Auch hier eine Anmerkung: Die Kabine ist dort handgestoppte fünf Minuten zu Fuß vom Spielfeld entfernt. Das kann doch auch nicht im Sinne des Erfinders sein.

Die zweite Halbzeit begann dann sehr zerfahren, wenige Szenen auf beiden Seiten. Zwar spielte RWE weiterhin die größere Rolle auf dem Feld, erst um die 80. Minute wurde es aber wirklich gefährlich für den Kasten der Gastgeber, als Herzenbruch aus gut 30m einen Schuss der Marke „Strahl“ abfeuerte und den Knappen-Keeper zu einer Flugeinlage zwang. Es war der Auftakt zu einer vogelwilden Schlussphase.

Die 87. Minute. Langer Ball über die rechte Seite der weit aufgerückten Roten, Heber ist zur Stelle, prallt jedoch mit seinem Gegenspieler zusammen, der Schiedsrichter entscheidet auf gelbe Karte und Freistoß für die Hausherren. Eine Flanke, eine Glanztat von Davari, doch dann ist er machtlos und muss mit ansehen, wie Hoppe zur mehr als schmeichelhaften 1:0-Führung einschiebt.

Sollte ausgerechnet HIER die erste Saisonniederlage gefangen werden? RWE warf nun die letzten Kraftreserven in die Waagschale und erzielte durch Engelmann im direkten Gegenangriff einen Abseitstreffer. In der Nachspielzeit gab es dann erneut Ecke für RWE, von rechts. Geklärt, Ecke von links… Davari kam nun mit nach vorne, Ecke kommt – zu einer weiteren Ecke geklärt… Wieder von rechts – Heber – TOR! Der Ausgleich in buchstäblich letzter Sekunde, denn danach wurde nicht mehr wieder angepfiffen.

Gefühlt war dies eher ein Punktverlust. Wenn das Spiel auch keine Augenweide war, so hatte unsere Truppe doch deutliche Feldvorteile und mehr Chancen, da muss einfach mehr herausspringen. Ich bin mir sicher, dass es ein deutlicher Sieg geworden wäre, hätte Engelmann den Lupfer untergebracht. Hat er aber eben nicht. Dennoch spricht der Ausgleich für die Moral unserer Elf, doch schaut man nach Dortmund, so sieht das Auftreten der Borussen für den Augenblick doch noch einen Tacken souveräner aus. Dennoch: Wir haben noch keine Partie verloren, sind personell deutlich besser aufgestellt! Das MUSS sich am Ende einfach auszahlen. Auch eine Niederlage (die wir sicher auch kassieren werden irgendwann) wird uns nicht von dem Weg abbringen.

Der nächste Gegner wäre am Mittwoch der SV Rödinghausen, während bereits Dienstag der BVB gegen Preußen Münster vor der nächsten Aufgabe stünde. Konjunktiv. Am Montag soll dem Vernehmen nach bekanntgegeben werden, ob die Regionalliga nun eine Profi- oder eine Amateurliga im Sinne der Corona-Schutzverordnung ist. Es wäre zu wünschen, dass das Profitum, das in weiten Teilen der Liga vorhanden ist, als solches gewürdigt wird und die Liga fortgeführt wird. Denn ich kann mir nur schwerlich vorstellen, dass im Dezember gespielt wird, wenn der November nicht nur spiel- sondern auch trainingsfrei (gezwungenermaßen) wird. Vielleicht einigt man sich auch auf ein Zwischending und gestattet die Fortführung der Trainings unter strengen Hygienemaßnahmen, während die Liga pausiert. Die Entscheidung scheint aber nicht so einfach zu sein, denn dann hätte man das Aus wohl bereits am Freitag verkündet.

Hoffen wir das Beste. Bleibt gesund!

(Fotos folgen)

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