Ein starkes Stück!

RWE bleibt auch gegen Preußen Münster ungeschlagen und somit der Dortmunder Zweitvertretung auf den Fersen.

Nachdem Amara Condé verletzt pausieren musste, kam Cedric Harenbrock zu seinem ersten Startelfeinsatz. Auf dem rechten Flügel startet Young, der in Köln sein Debüt für RWE gegeben hatte.

Nach wenigen Minuten die erste Chance für RWE. Über Harenbrock, Grund und Kefkir kommt der Ball nach schönem Direktspiel zu Grote, dessen Schuss aber zu unplatziert war, um den Münsteraner Keeper vor Probleme zu stellen. Und die Rot-Weissen drängten weiter auf die Führung. Erneut ist es der selbstbewusst auftretende Harenbrock, der das Auge für den blank stehenden Kehl-Gomez hat, dessen Schlenzer aber nur die Latte trifft. Als Kefkir nach 15 Minuten aus der Distanz draufhält, rettet ebenfalls das Aluminium – RWE hätte bereits zu diesem Zeitpunkt die Führung verdient gehabt.

Aber auch auf der anderen Seite war das „Gebälk“ rettend zur Stelle. Aus zentraler Position kann ein Münsteraner aus der Drehung schießen, der Ball überrascht Davari, geht an den linken Pfosten (vom Schützen aus) und springt dann nach rechts vom Tor weg! Glück gehabt!

Es war, als hätten sich beide Teams zu diesem Zeitpunkt gegenseitig klar gemacht, dass mit ihnen zu rechnen sei, weshalb man wohl besser vorsichtig sein sollte. Denn ab diesem Zeitpunkt beschränkten sich beide darauf, die Bälle jeweils im Mittelfeld zu verlieren. Nicht, dass die Partie deshalb schlecht gewesen wäre, man neutralisierte sich einfach gegenseitig. Engelmann sah in dieser Phase noch die gelbe Karte, nachdem er Scherder in einem Kopfballduell eine Platzwunde zugefügt hatte. Mit dem torlosen Unentschieden gingen beide Teams in die Kabine.

Kurz nach dem Wiederanpfiff der Treffer des Tages: Grote kann sich unter dem Druck zweier Gegenspieler durchsetzen und Harenbrock freispielen, der aus der Distanz einfach mal abzieht. Der Gästekeeper ist zur Stelle, Engelmann macht das, wofür er geholt wurde: Richtig stehen, einnetzen!

Von nun an war es vorbei mit dem Abwarten auf beiden Seiten. Wenn man RWE etwas vorwerfen konnte, dann weiterhin – wie in den letzten Partien schon – die mangelhafte Chancenverwertung. Nach einem Konter über Harenbrock und Engelmann steht Young frei im Sechzehner, sein Ball geht aber nicht einmal aufs Tor, sondern deutlich daneben. Auch beste Einladungen durch die Münsteraner Hintermannschaft wurden nur unzureichend angenommen – Harenbrock konnte aus einem Fehlpass genau in seine Füße kein Kapital schlagen. Auf der anderen Seite gab sich die RWE-Defensive aber keine Blöße und klärte alle Angriffsbemühungen frühzeitig.

Dorow ersetzte Harenbrock nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit, später kamen noch Hildebrandt und Backszat für Kefkir und Young in die Partie. Dorow war es dann, der die letzte rot-weisse Chance der Partie hatte, er konnte einen Engelmann-Pass kurz vor dem Keeper erlaufen, wurde dabei aber abgedrängt, sodass der Torabschluss verhindert wurde.

Als ob es noch eine Bestätigung für die berühmte Fußball-Weisheit „wenn du sie vorne nicht reinmachst…“ gebraucht hätte, setzte Davari den letzten Höhepunkt der Partie. Eine Kerze in Richtung Strafraum fing die heute quasi ungeprüfte Nummer 1 an der Strafraumgrenze – und landete außerhalb des Sechzehners. Gelb, Freistoß aus zentraler Position aus 16m, das in der Nachspielzeit. Da sind wir wieder beim Thema „gebranntes Kind“: Wir alle wissen, wie diese Situationen im Normalfall für unsere Jungs enden. Davari jedoch war es höchstpersönlich, der das Worst-Case-Szenario mit einer Glanzparade verhinderte und so den Sieg sichern konnte.

Ohne die Leistung von Hahn und Heber schmälern zu wollen (beide mit absolut souveräner Leistung ohne jeden Wackler, seit Wochen!), Spieler für mich ist heute Dennis Grote, der nicht nur als ständige Anspielstation parat stand und als Ballverteiler fungierte, sondern auch mit seinen Grätschen immer wieder Situationen auf fairste – aber robuste – Art und Weise verhinderte, bevor sie überhaupt entstanden. Er ist durch den Trainerwechsel zu alter Stärke aufgeblüht und derzeit ebenfalls kaum wegzudenken. Doch sollte er einmal ausfallen – sei es durch eine Gelbsperre oder eine Verletzung – so ist unser Kader „breit“ genug um adäquten Ersatz aufbieten zu können. Stichwort „adäquat“: Harenbrock schaffte es, seine Position mit Leben zu erfüllen, sodass Condé nicht vermisst wurde (bitte nicht falsch verstehen!).

Kleiner Einwurf noch zur Stimmung heute: Bedingt durch die Fallzahlen in Essen waren heute erneut nur 300 Zuschauer zugelassen. Ich hätte mir jedoch deutlich mehr Unterstützung von den Rängen gewünscht als ein vorsichtiges „Immer wiiiiiiiieder RWE“ zehn Minuten vor Schluss. Klar, unter den 100 Zuschauern mit Losglück sind nicht nur Fans der „aktiven Szene“, aber ein „R-R-RWE“ nach einem guten Angriff würde sicher nicht schaden. Ich würde mir vor allem deshalb ein wenig mehr Action auf den Rängen wünschen, da viel zu oft von der Gästebank echt Radau gemacht wird. Wie schon von Wiedenbrück und Ahlen so auch heute. Da *müssen* wir dagegenhalten! Lassen wir uns die Hafenstraße nicht nehmen, unsere Jungs haben es auswärts schon schwer genug!

Heute hat auch endlich der Stream so funktioniert, wie er es schon immer hätte tun sollen. Stabiles Bild, synchroner Ton! Das führt dazu, dass es mir auch bedeutend leichter fällt, in Forum und Facebook Reaktionen einzufangen. Auch an dieser Stelle: Bitte nicht falsch verstehen, aber manchmal kann man ruhig auch mal dem Vertrauen schenken, was vom Verein mitgeteilt wird. Zum Glück hat man beim Verein die Nerven bewahrt und eine Lösung gefunden. Besonders freut mich das für die verantwortlichen Personen auf Vereinsseite, die hier sicher mehr als nur eine schlaflose Nacht hatten, ohne wirklich schuldig zu sein.

Es geht jetzt Schlag auf Schlag: In den kommenden drei Wochen stehen für RWE gleich fünf Ligapartien (sowie eine im Niederrheinpokal) an, davon drei auswärts. Sollten daraus 12-13 Punkte resultieren, würde sich sicher niemand beschweren. Im selben Zeitraum trifft der aktuelle (Noch-)Tabellenführer aus Dortmund auf Fortuna Köln, Düsseldorf sowie Münster – Teams, die wir schon hinter uns haben. Ich bin zuversichtlich, dass wir spätestens Anfang November vom Platz an der Sonne grüßen werden – auch weil wir Partien wie die heutige für uns zu entscheiden gelernt haben. Wenn ich an die Spiele der letzten Saison zu Hause gegen Verl oder Rödinghausen zurückdenke, stelle ich fest, dass unser Team an Reife gewonnen hat.

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