21. Spieltag – RWE – VfB Homberg

Fußball paradox an der Hafenstraße

Freitag, der 13. Natürlich kein Grund, abergläubisch zu sein. Was soll schon schiefgehen? Platz 3 gegen Platz… da unten irgendwo.

Christian Titz musste heute etwas improvisieren: Kevin Grund verletzt, Kehl-Gomez gesperrt. Dafür rückten Neuwirt und Grote in die Mannschaft, Selishta durfte für Platzek beginnen.

Tja, an dieser Stelle müsste eigentlich mein Spielbericht beginnen. Aber irgendwie weiß ich gar nicht, wie ich beschreiben soll, was ich vorhin im Stadion miterlebt habe. RWE hat mehr als 90% Ballbesitz (beinahe 100% in Hälfte zwei) und verliert durch einen Distanzschuss aus 25m in den Winkel Marke „den trifft der nie wieder so“ und einen Patzer von Golz aus dem Gewühl, als er den eigentlich schon sicher gefangenen Ball dem Homberger Stürmer vor die Füße fallen lässt (war das nicht gefährliches Spiel vorher?) mit 0:2.

Nennenswert auf RWE-Seite? Zwei Chancen kurz nacheinander von Selishta beim Stand von 0:1, als er einmal einen halben Kopf zu klein und einmal einen Schritt zu spät dran ist, ein Distanzschuss von Endres um die 70. Minute herum und ein Kopfball von Hahn auf die Latte. Ansonsten viele Pässe am und um den Homberger Strafraum herum, verrutschte Flanken und so manche falsche Entscheidung im Zuspiel. Ab Mitte der zweiten Hälfte stand RWE mit sage und schreiben 8 Offensiv ausgerichteten Spielern auf dem Platz, lediglich Hahn, Heber und Golz sicherten hinten ab. Trotzdem wollte der Treffer einfach nicht gelingen.

Als Krönung dazu das (lt. Homberger Trainer „nicht-absichtliche“) Zeitspiel, das mittlerweile wohl jeder RWE-Gegner im Standard-Repertoire hat. Klar, gehört irgendwie dazu, halte ich trotzdem für unsportlich. Wer sich bei 2:0-Führung in der 89. Minute beim Abklatschen nach einem geklärten Ball plötzlich mit einem Krampf am Boden wälzt, der hat natürlich eine schlimme, schlimme Verletzung. Nicht, dass es den Spielausgang noch beeinflusst hätte.

Geschenkt. Spiel verloren, Wochenende gelaufen. Was mich aber viel mehr ankotzt: in den Foren und Facebook-Gruppen (und bei Fachblatt-„Journalisten“ auf Twitter) kommen die üblichen Verdächtigen wieder hervor, die Titz eine falsche Taktik vorwerfen, die den Knipser fordern, den wir nicht haben, die sowieso schon immer gesagt haben, dass wir zu schwach besetzt für den Aufstieg sind. Höhepunkt heute live im Stadion: Der Spezi, der nach dem 0:2 RWE bescheinigte, eine „Gurkentruppe mit nichtmal Kreisliga-Niveau“ zu sein. Kleiner Tipp: zu Hause bleiben.

Und es ist bestimmt auch nur Zufall, dass der Marketing-Leiter des TuS Haltern jetzt einen an Polemik und Häme nur so strotzenden Beitrag in Richtung RWE bei Facebook postet. Er hatte halt jetzt erst Zeit. Zum Twittern bestimmt auch. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Doc Welling, dass er dem Kollegen mal zeigt, wie ein Profi solche Postings zerlegt.

Ich glaube trotz allem, dass wir auch eine phantastische Rückrunde erleben werden. Zwar sind wir jetzt etwas hinter der Musik, aber haben es trotzdem noch weitestgehend in der Hand, mit einer ordentlichen Rest-Saison den Platz ganz oben zu erklimmen. Ich bin sicher, auch in Ostwestfalen wird man noch Spiele verlieren.

Ein Gedanke zu „21. Spieltag – RWE – VfB Homberg“

  1. Grüße auch hier an Herrn Rafael Brinkert. Erinnert mich an die aufsässige und renitente 13-jährige Tochter mit ADHS-Syndrom, die ich Gott sei Dank nie hatte.

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