2. Spieltag – VfB Homberg – RWE

Bei bestem Sonntach-Nammittach-Ausgehwetter hieß es heute für den rot-weissen Tross „ab nach Duisburg“ zum Auswärtsspiel beim Aufsteiger VfB Homberg. Es galt, den Auftaktsieg gegen Dortmund mit einem „Pflicht“-Dreier zu veredeln (wer Meister werden will, muss meines Erachtens die Aufsteiger besiegen, basta!).

Das Team blieb beinahe unverändert zu vergangener Woche (lediglich Adetula für Endres, Kefkir startete rechts vorne). Und es lieferte. Direkt vom Anpfiff an, angetrieben von rund 4.000 Essenern, wurde der VfB unter Druck gesetzt, der Spielaufbau unterbunden und verlorenen Bällen nachgesetzt. So und nicht anders stellt man sich dominantes Auftreten gegen einen tief stehenden Gegner vor.

Auch die erste Chance sollte RWE gehören: Grote probiert es nach knapp 10 Minuten aus der Distanz, trifft den Ball aber nicht richtig, sodass der Homberger Keeper den Ball problemlos aufnehmen kann. Eine gute Viertelstunde später macht Adetula den Robben-Move, zieht nach innen, verfehlt mit seinem Schuss das Tor jedoch knapp. Und wenige Zeigerumdrehungen später kombinieren sich Dahmani, Kefkir und Platzek toll in den Sechzehner, unser Fußballgott schießt jedoch den Torwart an. Das musste es eigentlich sein.

Unmittelbar vor der Pause dann ein Aufreger aus Homberger Sicht: Langer Ball nach vorne, im Laufduell fallen Kehl-Gomez und der Homberger Stürmer, der Schiri zeigt nicht auf den Punkt sondern gibt Freistoß für RWE. Eine kleine Rudelbildung später – naturgemäß will der Stürmer gefoult worden sein – war dann aber auch schon Halbzeit.

Und ich alte Butterbirne hätte diese Pause besser zum Urinieren genutzt, aber nein… Also dann halt kurz nach Wiederanpfiff… Und ich packe gerade die Gerätschaften wieder zusammen, als draußen Jubel ausbricht. Was passiert war, wurde mir in etwa so geschildert: „Hoher Steilpass Condé, Kefkir per Seitfallzieher! Total geil!“. Nun ja, ich verweise hierzu aufs später erscheinende Video im RWE-Youtube-Kanal. Jedenfalls war die Führung hochverdient (oben unter dem Link „Saison-Übersicht“ oder auch hier findet ihr ab sofort jeweils alle Infos zu den entsprechenden Spielen).

RWE setzte weiterhin darauf, den Gegner frühzeitig zu attackieren und kam immer wieder in gute Angriffe, die aber zumeist recht sachlich wegverteidigt wurden. Gute zwanzig Minuten vor Schluss dann die große Stunde des Florian Bichler. An der Mittellinie erläuft er sich einen Ball, lässt drei, vier Homberger austanzen und flankt auf den heraneilenden Kefkir, der den Ball annimmt und mit dem Kopf im Tor unterbringt! Was für eine geile Bude, Ekstase auf den rot-weissen Rängen.

Endres hatte noch eine weitere Chance, ihm fehlte allerdings wohl der Mut, aus 10m freistehend nochmal abzuziehen, stattdessen drehte er ab. RWE beschränkte sich fortan (leider) darauf, Ball und Gegner laufen zu lassen, anstatt auf das entscheidende 3:0 zu drücken. Stattdessen ließ man Homberg ein einziges Mal zu viel Luft und kassierte per Kopfball aus gut 16m den Anschluss wenige Minuten vor Schluss. Unnötig wie ein Kropf, und schon waren sie wieder da, diese Gefühle, dass man dieses sicher geglaubte Match noch abgeben könnte. Homberg warf nun alles nach vorne und kam sogar nochmal zum Abschluss, der jedoch auf Kosten einer Ecke geklärt werden konnte.

Als Grote dann auf der linken Seite völlig frei angespielt wurde und im Schritttempo Richtung Eckfahne marschierte, erlöste der Schiri Fans und Spieler, Grote schrie seine Emotion der tobenden Kurve entgegen. Der Rest war Jubel in rot und weiss.

Zur Linie des Schiedsrichters ein paar Worte: Oft genug fühlten wir uns benachteiligt, weil ein Unparteiischer vermeintlich nur gegen uns pfeift. Heute war es sicherlich nicht so, dieser Schiri war „in beide Richtungen“ schlecht. Taktische Fouls ohne Karte, einmal gar auf „Weiterspielen“ entschieden (Grote hatte schon aufgehört zu spielen)… Sehr seltsame Linie. Dass er, als er vom Ball getroffen wurde, auf Schiedsrichterball entschied, ist hingegen einer neuen Regel geschuldet, nach der der Schiri nicht mehr Luft ist.

Spieler des Spiels aufgrund seines Doppelpacks natürlich Kefkir, der in Halbzeit eins seine Mitspieler immer wieder antrieb, besonders aber auch Grote schien überall auf dem Platz zu finden zu sein und ließ mit ein paar astreinen Grätschen keine Zweifel aufkommen, wer hier das Sagen haben sollte. Während Heber in der ersten Hälfte nervös wirkte und vor allem offensiv immer wieder als Fehlerquelle herhalten musste, stabilisierte er sich in Durchgang zwei und war vor allem defensiv eine Macht.

Die Defensive, die sich gegen Dortmund noch sehr nervös präsentierte, war heute nicht wirklich in Bedrängnis zu bringen, und auch der Spielaufbau mit Lenz im Mittelkreis (sic!) wirkte weniger anfällig, wenn auch ein Distanzversuch unternommen wurde, bei dem der Ball jedoch problemlos von Lenz gefangen werden konnte. Ich würde trotzdem wetten, dass wir auf diesem Wege keine drei Buden bekommen diese Saison.

RWE startet also mit zwei Siegen in die Saison, als eines von nur drei Teams zusammen mit Rödinghausen und der Zweitvertretung des Effzeh (okay, Wuppertal und Haltern könnten dank Nachholspiel auch noch…). Damit stehen wir quasi mit den beiden nächsten Ligaspielen gegen exakt diese Gegner vor Spitzenspiel-Wochen. Die Mannschaft kann in beiden Partien erstmals beweisen, ob sie oben mitspielen wird.

Zuvor erwartet unser Team jedoch das Pokalspiel gegen Genc Osman Duisburg an der Hafenstraße. Dieser Gegner kann und darf – bei allem Respekt – kein Hindernis auf dem Weg in die nächste Runde darstellen.

Kleine Anmerkung: Da es quasi unmöglich ist, sich ständig neue Spielereien als Titel auszudenken, werde ich ab dieser Saison zu „klassischeren“ Überschriften übergehen, was Spielberichte angeht.

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