Europapokal – diesmal ohne Essen

Wechselbad der Gefühle. Mir fehlen noch ein wenig die Worte um das zusammenzufassen, was wir alle heute erleben durften mussten.

Ein wunderschöner Tag mit „Da-geht-heute-was“ im Hinterkopf, aus beruflichen Gründen nur im Garten mit Beamer, Grillgut und Freunden, RWE schnell gut im Spiel mit offensivem Pressing. Oberhausen hat exakt eine einzige gute Szene, die leider ausgerechnet durch eine Kombination der Ex-Essener Hermes und Nakowitsch zum 1:0 führte, und das auch noch zum berühmten „psychologisch ungünstigen Zeitpunkt“ kurz vor der Pause. Ärger, Sorge, Anspannung. Das ganze Spektrum.

Davon zeigte sich RWE aber nicht lange beeindruckt. Nach einer Ecke spielt Platzek einen gefühlvollen Ball auf Urban, der Auge beweist und quer auf Bednarski legt – 1:1. BÄMM! Euphorie. Freude. „Jetzt erst recht.“

Es folgte ein irres Anrennen unseres Teams. Pröger alleine hatte mindestens zwei sehr gute Chancen, den Ball im Oberhauser Tor unterzubringen. Einmal blockt ein Abwehrspieler, beim zweiten Mal hat Udegbe die Finger dran. Hoffnung, Verzweiflung.

Knappe 10 Minuten vor Schluss die erste von mehreren dicken Fehlentscheidungen der Partie: Außen wird Pröger geschickt, Nakowitsch haut mit einer groben Sense dazwischen, sieht aber nur gelb. Hier war rot sicher angemessen, denn er hatte weder eine Chance, den Ball noch zu erreichen, noch überhaupt die Absicht dazu. Wut, Unverständnis.

Viel fataler aus Essener Sicht dann die doppelte Fehlentscheidung Sekunden vor dem Abpfiff: Ein Schuss wird zur Bogenlampe, Heller kommt gegen Fleßers zu spät (da hätte man aber schon abpfeifen müssen, da Fleßers – im TV deutlich zu erkennen – im Abseits steht), die erneute Kerze drückt Ben Balla, der in Brauer springt, mit diesem zusammen Richtung Tor. Nächste Fehlentscheidung: Obwohl klar zu erkennen ist, dass Becker den Ball über der Linie klärt, zeigt der Assistent Tor an.

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Schluss, aus, vorbei, die Nachbarn haben den Pokal. Trauer, Enttäuschung, aber auch Stolz.

Ich habe selten unverdientere Niederlagen erlebt. RWE hat deutlich mehr ins Spiel investiert und eigentlich keine Torchancen zugelassen, konnte die Vielzahl der eigenen Chancen gleichzeitig aber nicht nutzen und steht letztenendes mit leeren Händen da.

Dennoch muss ich hier ausdrücklich unserem Trainer ein Kompliment aussprechen: Anstatt im Interview mit der ARD über die zumindest strittigen Szenen zu lamentieren, übt er sich in Selbstkritik, bemängelt die vergebenen Chancen und lässt den Zuschauer doch zwischen den Zeilen wissen, was er von der Schiri-Leistung hält: „Heute ist Finaltag der Amateure, warum sollen da nicht auch Amateure stehen?“.

Was ist diese Niederlage nun „wert“? In den vergangenen Jahren haben wir regelmäßig irgendwo zwischen erstem und dritten Ligaspieltag ein Highlight erlebt, sei es Düsseldorf, Bielefeld oder zuletzt Mönchengladbach. Doch genauso, wie diese Spiele spielerisch und kämpferisch toll anzusehen waren, genauso fiel unser Team nach diesen Höhepunkt in ein tiefes, tiefes Loch, das direkt zu Saisonbeginn den Abstand „nach vorne“ auf fünf, sechs oder mehr Punkte anschwoll und nicht mehr ansatzweise geschlossen werden konnte.

Vielleicht liegt in dieser Niederlage daher auch eine Chance. Die Chance, von Beginn an den Fokus auf die Ligaspiele zu legen und diese auf einem konstant hohen Niveau zu absolvieren. Ich traue Neitzel nach den bisher betreuten Spielen durchaus zu, das Team dementsprechend ein- und aufzustellen. Die nun anstehenden Transfers werden dabei sicher wichtig, aber der Kern der Mannschaft bleibt wohl erhalten – damit sind wir wieder beim Thema Konstanz, zumal wir auch nach der Vorsaison nur punktuell den Kader korrigiert haben.

Mit diesen Worten endet für mich die Saison 2017/18 – leider nicht mit einem Happy-End, dafür aber mit der latenten Hoffnung, dass die kommende Saison mal endlich wieder eine bessere wird.

Ich bedanke mich bei jedem einzelnen Leser, für jeden Klick, jedes „gefällt mir“, jedes teilen und jede Empfehlung im Freundeskreis. Ich hoffe, wir lesen uns in ein paar Wochen wieder.

Bis dahin: NUR DER RWE!

Ein Gedanke zu „Europapokal – diesmal ohne Essen“

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