Alter Verwalter,…

…meine Nerven! Muss das denn immer so ne enge Kiste sein?

Aber fangen wir vorne an. Bedingt durch einen privaten Termin war ich heute erst gute 10 Minuten nach Anpfiff auf meinem Westkurven-Stammplatz. Vorsichtig gesagt habe ich angesichts des weiteren Spielverlaufs in Halbzeit eins wohl nicht so viel verpasst.

Und weil es wohl nicht genügt, dass wir in der Liga nicht zu null spielen können und die Gegentore zudem zur Unzeit auch in der falschen Menge fallen, kassierten wir heute mal einen Treffer der kuriosen Art: Langer Einwurf in den Essener Strafraum, der Ball springt einmal, zweimal auf, und weil sich keiner der anwesenden Defensivspieler berufen fühlte, den Ball anzunehmen oder auch wegzudreschen, schob ihn ein Gladbacher einfach Lenz durch die Beine.

Sekunden nach Wiederanpfiff – Walter Ruege war gerade dabei, den Treffer zu verkünden, ich war noch nicht fertig damit, das Ergebnis an die Daheimgebliebenen zu tickern – nahm sich Bednarski ein Herz. Nach kurzem Sprint und Haken nach innen schickte er einen tollen Flachschuss auf die Reise, der im langen Eck einschlug. Postwendend der Ausgleich, keine Zeit für die „kleinen Fohlen“ (Hoppla, ein Pleonasmus!), den Schalter auf „mauern“ zu stellen.

Da ansonsten nichts, aber auch wirklich gar nichts außer ein paar seltsamen Schwächeanfällen bei den Gästen passierte, bekam das Spiel von mir zur Halbzeit das Prädikat „lauer Frühlingskick“.

Und so waren die Erwartungen, in der zweiten Halbzeit im „Hexenkessel Hafenstraße“ eine packende Begegnung zu erleben, nicht besonders hoch. Doch besonders RWE schien sich dann doch etwas vorgenommen zu haben. Nur wenige Augenblicke nach Wiederanpfiff setzte sich Pröger über rechts durch, lief parallel zur Grundlinie und versuchte, in der Mitte Platzek zu erreichen, doch der Ball wurde im letzten Moment zur Ecke geklärt. Nur wenige Minuten später hatte Bednarski die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber knapp am Gladbacher Keeper, der sich aus meiner Sicht völlig lächerlich minutenlang behandeln ließ, weil er sich vom Essener Stürmer getroffen fühlte. Ich persönlich halte Bednarski für so fair, dass er sich in dem Fall zumindest entschuldigt hätte, doch da er keine Anstalten machte, dies zu tun, gehe ich davon aus, dass da kein Kontakt gegeben war.

Bednarski war dann auch der Hauptdarsteller in der nächsten Szene: Flanke Platzek, schöner Kopfball aus vollem Lauf aus knapp 1m (!), doch der Gladbacher Keeper bekommt die Arme noch hoch und rettet zur Ecke. Wenig später schaffte es Zeiger aus noch kürzerer Distanz, eine Ecken-Verlängerung von Platzek am langen Pfosten neben den Kasten zu setzen – die Führung längst hochverdient. Es schien jedoch eines dieser Spiele zu werden, die man auch nach drei Stunden Spielzeit nicht gewinnt. Während die Gladbacher nun jede Chance nutzten, Zeit von der Uhr zu nehmen – jeder noch so kleine Schubser führte zum Aufmarsch der medizinischen Abteilung – fand RWE trotz der mittlerweile deutlichen Kontrolle über das Spiel nur schwerlich die Mittel, um das Tor der Gäste in Gefahr zu bringen. Ein weiterer Kopfball von Zeiger wurde noch mit einer Blitzreaktion über den Kasten gelenkt.

Als der schwache Schiedsrichter einen seiner umstrittenen Freistöße in zentraler Position vor dem rot-weissen Kasten gab, schwante so manch einem im Stadion sicher schon Böses. Der Freistoß senkte sich gefährlich über die Mauer, doch auch Lenz „kann“ Glanzparaden. Es ist müßig, an dieser Stelle zu diskutieren, ob Robin Heller auch so schnell abgetaucht wäre, doch in dieser Szene gehört der Dank ganz klar Lenz, der das Unentschieden zu diesem Zeitpunkt festhielt.

Wir hatten uns in unserem Eckchen in W3 schon mit dem erneuten Unentschieden abgefunden (zu sehr plätscherte das Spiel mittlerweile wieder dahin), als Pröger einen Pass schnell und steil auf Urban spielte, der die Nerven behielt und in der Mitte mit einer butterweichen Flanke Marcel Platzek bediente. Und endlich war der Ball da, wo er hingehört – im Netz des Gegners! Ein Tor, das wie eine Befreiung wirkte, denn ein Punktgewinn für die Gäste wäre heute alles andere als verdient gewesen.

Doch wir sind ja beim RWE, und so warfen die Gäste nun alles nach vorne, wo sie auch noch zwei Freistöße aus gefährlicher Position bekamen, die aber jeweils geklärt werden konnte. Interessant in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass Lenz noch gelb für Zeitspiel bekam, obwohl sein Kollege auf der anderen Seite in mindestens gleichem Umfang zuvor Sekunde um Sekunde bei jedem Abstoß ausgekostet hatte.

Am Ende war es dann aber tatsächlich soweit – erster Liga-Sieg in diesem Kalenderjahr für RWE, gegen einen Gegner, der schon früh deutlich machte, dass er eigentlich keine Lust auf eigene Angriffe hatte und immer wieder das Tempo aus dem Spiel nahm.

Auffälligster Spieler war heute sicherlich Kamil Bednarski, der in den letzten Partien immer besser in Erscheinung treten konnte. Obwohl er sicher nicht der schnellste und technisch versierteste (Ball“annahme“!!!) im Team ist, so ist er mit seiner Statur und Torgefährlichkeit mittlerweile mindestens so wertvoll wie Pröger auf der anderen Seite, der ja mehr durch Tempo und Einsatz sticht. Ich möchte mich gar soweit aus dem Fenster lehnen, dass die beiden bis zum Saisonende sicherlich den Vorzug von Jansen bekommen werden, so sie denn fit bleiben.

Zum Schiedsrichter habe ich ja schon einiges gesagt. Ich möchte trotzdem noch ergänzen, dass ich schon auffällig fand, wie oft winzigste Körperkontakte mit anschließender „Verletzungsunterbrechung“ tatsächlich abgepfiffen wurden. Ich meine, wenn er ein- oder zweimal darauf eingeht – okay. Aber irgendwann muss doch auch dem Schiedsrichter mal auffallen, dass das Verhältnis zwischen Foul und Behandlungsbedarf nicht stimmt. Lernt man sowas nicht in einem Schiri-Kurs? Das haben seine Kollegen in den letzten Spielen deutlich besser im Griff gehabt. Dass diese ständigen Unterbrechungen auch nicht dazu beitrugen, dass ein ordentliches Spiel zustande kommen konnte, ist wohl klar…

Ich jedenfalls war schon lange nicht mehr so nervös nach einer eigenen Führung in den Schlussminuten. Das ging beinahe so weit, dass ich die letzten Freistöße vor unserem Kasten am liebsten gar nicht mit ansehen konnte. Warum immer so spannend? Ich werd‘ zu alt für den Scheiß.

Für die Partie am kommenden Donnerstag wünsche ich mir einmal einen glatten, ungefährdeten 3:0-Sieg unserer Mannschaft. Einfach nur mal für den Blutdruck

Das Imperium schlägt zurück

Niederrheinpokal – Halbfinale gegen den TV Jahn Hiesfeld, der im Viertelfinale immerhin den Wuppertaler SV aus dem Turnier gekickt hat – RWE sollte gewarnt sein. Das Team bestückt mit einigen ehemaligen RWO-Akteuren, die öffentlich mit dem Sieg über RWE geliebäugelt haben. gab sich im Vorfeld kämpferisch. So hat man die berühmte Einleitung der Asterix-Comics umgetextet. Man sei gewillt, dem übermächtigen Gegner (nennen wir es einfach „Essener Imperium“) das Leben schwer zu machen.

Das gelang auch gute 20 Minuten recht ordentlich, zu zerfahren die Aktionen der Hausherren. Viele Stockfehler prägten das Spiel, und RWE hatte kaum Zeit, mal ein paar präzise Pässe am Stück zu spielen, weil Hiesfeld zu Beginn sein Heil in der Offensive suchte. Mit fortschreitender Spielzeit entwickelte sich dann aber doch in Hälfte eins ein Spiel im besten Handball-Stil, immer herum um den Dinslakener Strafraum. Wurde der Ball geklärt, so war umgehend ein rot-weisser Fuß zur Stelle, um den Ball wieder zu sichern. Leider dauerte es trotzdem bis zur 30. Minute, bis Timo Brauer per Geistesblitz Kai Pröger auf die Reise schickte, dieser aber am Keeper im Eins-gegen-Eins scheiterte. Gute 10 Minuten später musste der Hiesfelder Keeper sich strecken, als er vom eigenen Mann auf dem falschen Fuß erwischt wurde, und quasi mit dem Halbzeitpfiff nagelte Platzek einen Kopfball nur knapp neben den Kasten, und so musste man sich mit einem torlosen Unentschieden zum Pausentee (den wollte ich schon IMMER mal bringen) begeben.

Nach dem Seitenwechsel wurden die rot-weissen Angriffe dann deutlich zielstrebiger als zuvor. Wieder und wieder gelang es, hinter die Abwehrkette zu kommen, und immer wieder nutzen Baier und Brauer die sich bietenden Möglichkeiten, Malura / Pröger auf rechts bzw. Bednarski / Grund steil anzuspielen. Während nach knapp 50 Minuten ein Volleyschuss von Pröger aus 11m nach feiner Bednarski-Flanke noch knapp am Kasten vorbeistrich und wenig später ein Angriff wegen äußerst zweifelhaftem Abseits abgepfiffen wurde, war es dann in der 62. Minute endlich soweit: Eckball RWE, Baier spielt den unbeliebten kurzen Pass auf Grund, der sich um seinen Gegenspieler dreht und den Ball von der Grundlinie zurücklegt. Dort lässt Zeiger den Ball passieren und Meier hatte freie Schussbahn – 1:0.

Dieser Treffer belebte das Spiel, denn nun musste Hiesfeld endlich die Deckung öffnen. Nur drei Minuten nach der Führung gab es erneut Eckball, diesmal von der anderen Seite. Flanke Grund, Platzek verlängert, und am langen Pfosten drückt Malura den Ball aus einem knappen Meter flach ins Tor.

RWE nahm eine kurze schöpferische Pause, um die nun intensiver werdenden Bemühungen der Gäste abzufangen und nicht in Konter zu laufen. Stattdessen konnte zehn Minuten vor Schluss nachgelegt werden: Der heute wieder extrem laufstarke Platzek erobert einen hohen Ball an der Mittellinie, läuft über rechts, lässt Pröger kreuzen, zieht dann nach innen und flankt auf den völlig blank stehenden Bednarski, der den Ball annimmt und über den herauseilenden Keeper lupft. Zwar versucht noch ein Verteidiger, den Ball zu klären, kommt dabei aber zu spät 3:0 – Drops gelutscht!

Während ich einige Freunde noch per WhatsApp über den weiteren Treffer informierte, fiel dann nach einem erneuten schnellen Angriff über Pröger das 4:0, mit dem Schlusspfiff bereitete dann Timo Brauer mit einem Zuckerpass per Außenrist auf Bednarski das 5:0 vor.

Bemerkenswert, dass Hiesfeld im kompletten Spiel nicht einen einzigen gefährlichen Schuss aufs rot-weisse Tor abgegeben hat. In den paar Situationen, in denen Lenz Flanken vom Himmel pflücken musste, strahlte er dabei eine ungeheure Souveränität aus.

Erfolgsgaranten heute ganz klar Platzek mit seiner Laufarbeit, Grund mit zwei Vorbereitungen sowie Bednarski mit seinen Treffern. Bei letzterem würde ich mir wünschen, dass er seine körperliche Robustheit öfter einsetzen würde, um Bälle abzusichern und ordentlich anzunehmen, zu oft springen Bälle ungünstig von ihm weg oder werden ihm einfach abgelaufen. Baier versteckte sich für meinen Geschmack in Halbzeit eins zu sehr, nach dem Wechsel war er einfach überall zu finden – warum nicht früher so?

Noch ein Wort zur Stimmung: Während die Gästefans sich auch nach den Toren nicht vom Feiern abhalten ließen, handelte die aktive Szene heute mal wieder nach dem Motto „et is noch immer joot jejange“ und schwieg größtenteils. Ich finde es dennoch traurig, dass ohne besagte Jungs und Mädels einfach keinerlei Stimmung aufkommen wollte. Und ich behaupte, dass heute nur die ganz harten Fans im Stadion waren, mit Event-Erfolgs-Schönwetter-Fans hatte das jedenfalls nichts zu tun. Immerhin bot dies die Gelegenheit, auch dem Schiri / Assistenten mal lautstark mitzuteilen, was man von dessen Entscheidungen hält, und auch die launigen Gesänge der Gäste waren ordentlich zu vernehmen. Ich möchte an dieser Stelle noch kurz die letzte offene Frage („Warum seid ihr H***n so leise?“) beantworten: Für euch Spiel des Jahres, für uns nur ein lästiger Kick in einer Phase, die man durchaus als Krise bezeichnen könnte. Da haben die meisten hier wohl keine Lust zu feiern…

Ich hoffe auf ein packendes Finale mit hoffentlich besserem Ende für uns. Wie ich durchaus scherzhaft bereits bei Twitter/Facebook erwähnte, wäre ich einem Finale an einem neutralen Ort wie beispielsweise dem Niederrheinstadion (verstehste? Neutraler Ort?) nicht abgeneigt. Wenn ich richtig informiert bin, findet der diesjährige „Tag der Amateure“ am Pfingstmontag statt – freihalten, Leute!

Den durchaus tapferen Gästen möchte ich in bester römischer Tradition für die Heimreise in ihr kleines, unbeugsames Dorf mitgeben: „Assindia seu vicit cope!“

Versuch einer Aufarbeitung

Ich gebe zu, die Wucht der beiden letzten Spiele hat mich mit voller Breitseite erwischt. War ich nach der Niederlage gegen Wattenscheid noch echt wütend ob der Fahrlässigkeit, mit der in den Schlussminuten noch der sicher geglaubte Sieg aus der Hand gegeben worden war, so schwebe ich nach Uerdingen in einem Zustand irgendwo zwischen Hilflosigkeit, Resignation und Wut. Daher konnte ich mich erst jetzt dazu aufraffen, meine Gedanken zum Erlebten niederzuschreiben.

Wo lagen jetzt genau die Fehler? Gegen die Nachbarn aus West-Bochum konnte man den Zufallstreffer aus der verrutschten Flanke quasi umgehend korrigieren. Das Spiel war über mehr als 85 Minuten ganz klar in Essener Hand. Ein zu zaghafter Einsatz von Heller ermöglichte das 2:2, ein kollektiver Tiefschlaf in der Viererkette nach einem üblen Abwurf in den Rücken des nach vorne eilenden Bednarski gar den Siegtreffer für die Gegner. Gefühlt hat Wattenscheid aus zwei Chancen drei Tore erzielt.
Gegen Uerdingen war man in der ersten Hälfte ebenbürtig, sah sich aber kurz nach dem Seitenwechsel einem hohen Druck der Krefelder gegenüber, die kaum noch Entlastungsangriffe zuließen und trotzdem das 2:0 kassieren mussten. Und eigentlich gibt es hier bis zur 90. Minute auch kaum etwas, woran man sich hochziehen könnte. Es wurde mit Mann und Maus verteidigt, so mancher Ball „dreckig“ geklärt. Der Trainer zog die Karte „Zeitspiel“, indem er seine verbliebenen Wechsel nacheinander in der Schlussphase noch zum Einsatz brachte. Bis auf jeweils einen gefährlichen Torschuss in der ersten und zweiten Hälfte (wobei Heller nur den letzteren parieren musste, der erstere ging knapp daneben) brachte der selbsternannte Aufstiegsfavorit nicht zustande. Trotzdem reichte es auch hier nicht, weil ein Ball (Rückpass?) Heller auf dem falschen Fuß erwischte und der Uerdinger Stürmer recht entspannt einschieben konnte, und wenig später, ebenfalls in der Nachspielzeit eine schnell gespielte Kombination die Abwehr aushebelte und den Ausgleich ermöglichte.
Um ehrlich zu sein, ich weiß auch nicht mehr, wo man nun (kurzfristig und effektiv) den Hebel ansetzen sollte. Der Trainer kann am wenigsten dafür, auch wenn man ihm vielleicht noch vorwerfen kann, Jansen statt z.B. Unzola als defensivere Option gebracht zu haben. Pröger war in beiden Spielen total am Ende seiner Kräfte, ihn auf dem Feld belassen wäre sicher nicht der Schlüssel zum Erfolg gewesen. Ich denke, Jansen sollte den Ball hoch annehmen und halten oder weiterleiten. Der Einsatz stimmte in meinen Augen auch, und so waren es wieder Kleinigkeiten, die uns um die verdienten (!) Punkte gebracht haben. Wir waren in drei Partien mindestens ebenbürtig und holen statt neun nur einen einzigen Punkt.
Bitte nicht falsch verstehen: Auch ich bin der Meinung, dass Giannikis weg muss, seit sein Wechsel feststeht. Dennoch habe ich nicht den Eindruck, dass das Team planlos oder demotiviert auftritt, oder gar gegen den Trainer spielt. Nichtsdestotrotz wäre auch eine sofortige Demission des Griechen oder gar Lucas keinerlei Lösung, die uns sofort hilft. Nur die Mannschaft kann sich und vor allem uns dort herausholen.
Dennoch bin ich der Meinung, dass wir in der anstehenden Wechselperiode dringend tätig werden müssen, um Schwächen im Kader auszugleichen, Stichwort „zweiter Anzug“. Die Startelf ist in meinen Augen ein Top-Team (jaja… mit derzeit Scheiße am Schuh), dahinter ist die Luft doch sehr dünn. Ngankam, Cokkosan, die Youngster, Jansen. Bislang nichts, mit nachhaltigem Eindruck. Besonders ein starker Spielmacher würde uns sicher gut zu Gesicht stehen. Baier mag ein Kämpfer sein, aber gegen Wattenscheid war das für meinen Geschmack zu oft nach hinten, gegen Uerdingen deutlich stärker, aber er ist halt kein Vorbereiter vor dem Herrn, keiner für den finalen Pass in die Spitze – hier geht es fast immer nach außen.
Auch wenn es nach den üblichen Durchhalteparolen klingt: Es muss nun alles daran gesetzt werden, das Positive aus den vergangenen drei Heimspielen auszubauen – Torchancen, selbstbewusstes Auftreten, Zweikampfverhalten – und gleichzeitig müssen besagte Kleinigkeiten in den Griff bekommen werden. Keine Stellungsfehler mehr in der Nachspielzeit (eigentlich am besten GAR NICHT), am Schluss den Ball behaupten und im Zweifel die Karte riskieren oder den Ball bis Frintrop pöhlen. Wer nach 80 Minuten über die gesamte Spielzeit dem Tabellenführer auf den Fersen bleibt, darf nach 90+x nicht auf Platz 12 stehen. Punkt. Nicht mehr, nicht weniger.
Die nächste Partie findet – so der Wettergott mitspielt – auf dem Dorf beim Tabellenletzten aus Rhynern statt, und es bleibt zu hoffen, dass der Gastgeber beflügelt von den letzten Erfolgen keinen Beton anrührt. Denn das erschwerte uns zuletzt immer wieder deutlich, zum Torabschluss und damit zum Erfolg zu gelangen. Auf keinen Fall darf man die Westfalia unterschätzen, weil es sich um einen Dorfverein aus Essener Sicht handelt. Uerdingen lag uns schon deshalb, weil wir nicht von Beginn an das Spiel machen mussten (mehr zu verlieren hatten die Gäste, deren russischer Geldgeber sich berufen fühlte, Wiesinger Minuten vor diesem Beitrag zu entlassen…).
Die Abstiegsplätze sind durch den überraschenden Kölner Erfolg gegen den BVB ein kleines Stückchen näher gekommen. Trotzdem bin ich überzeugt, dass das Polster mit sieben Punkten nach unten dick genug ist, um bei konsequentem Spiel gerade gegen die Teams aus Ernftebrück, Wegberg und Rhynern genügend Punkte zu holen, um mit dem Gedanken an den Worst Case gar nicht erst in Kontakt kommen zu müssen.