Mein lieber Schonni…

Mann, Mann, Mann. Knappe Kiste, was wir da gestern erleben durften.

Allerdings hätte es so weit gar nicht kommen müssen. In den ersten 20 Minuten war das rot-weisse Pressing nahezu perfekt, verlorene Bälle wurden in schöner Regelmäßigkeit noch vor der Mittellinie zurückerobert, nur im sogenannten „letzten Drittel“ (wer denkt sich so einen Quatsch eigentlich immer aus?) kamen die Pässe noch nicht in der Mitte an. Besonders über die linke Seite mit dem gestern bärenstarken Timo Becker und Andreas Ivan lief viel, letzterer brachte jedoch wirklich jede Flanke nur knapp über Rasenniveau nach innen, so dass dort mühelos geklärt werden könnte.

Nach einer knappen halben Stunde dann der erste Schreckmoment: Nach einer Ecke für SVS knallte der Ball an den Pfosten, konnte dann aber geklärt werden. Wenig später zappelte der Ball dann endlich im richtigen Netz. Nach einer feinen Kombination behielt Kevin Grund die Übersicht und flankte präzise auf den Kopf von Platzek, der den Ball im Tor unterbrachte. Der Linienrichter fühlte sich jedoch berufen, die Fahne zu heben, Abseits! Mein Bauchgefühl um Stadion sagte mir, dass das nie im Leben eine Abseitsstellung war, und auch die bewegten Bilder zeigen für mich maximal gleiche Höhe. Vielleicht täuscht die Perspektive.

Trotzdem konnte man zur Pause von einem deutlichen Klassenunterschied sprechen.

Nach dem Wechsel zunächst das gleiche Bild: Schonnebeck hinten, RWE bemüht, aber glücklos. Ich hatte das Gefühl, dass bei den Grünen die berühmte Mauer-Konter-Taktik zwar gewählt wurde, aber mangels sprintstarken Spielern nie und nimmer zum Erfolg führen könne. Zeiger und Meier räumten souverän alles ab, was irgendwie hätte gefährlich werden können, lediglich bei Ecken bestand so etwas wie Gefahr. Bei einer Ecke musste Heller parieren, aber ansonsten war auch hier alles im Griff.

Die einzige echte rot-weisse Chance hatte erneut Platzek, der jedoch knapp übers Tor köpfte.

Beinahe hätte es dann doch noch hinten geklingelt. Über unsere rechte Seite brach ein Schonnebecker wenige Minuten vor Ende der regulären Spielzeit durch, legte in die Mitte, wo sein Kollege heftig gegen Meier (?) schob, sich drehte und aus 3m aufs Tor schoss, doch Heller verhinderte die Überraschung. Unter Pfiffen vom ansonsten totenstillen Publikum („geht auch ohne Ultras“, anyone?) ging es also in die Verlängerung.

Schonnebeck schien sich plötzlich etwas auszurechnen und spielte deutlicher nach vorne mit. Trotzdem konnte unser Team aus den entstehenden Lücken kein Kapital schlagen, jede Bemühung wurde vor dem Sechzehner bereinigt. 

Erst nach dem Wechsel dann die Erlösung. Ecke Grund, Kopfballverlängerung von Zeiger, an der Strafraumkante kommt Rabihic an den Ball und nagelt ihn zur verdienten Führung in die Maschen. Und direkt in den nächsten drei Angriffen hätte es erneut klingeln können, wenn nicht gar müssen. Schonnebeck schien zu schwimmen, konnte sich dann aber fangen und bekam wieder Stabilität ins eigene Spiel. Okay, warum Robin Heller dann bei 1:0 in der Verlängerung noch einen Stürmer per Körpertäuschung ins Leere laufen lassen muss, anstatt den Ball auf die Tribüne zu klären, weiß nur er (mein Herz!). 

Dann noch einmal Ecke RWE: Grund und Bednarski spielen das alte „Ich bleib in der Ecke und gucke mal“-Spiel. Als dies zu scheitern droht, geht Bednarski gute 20m Richtung Mittellinie zurück, spielt dann aber auf Grund, der Platz, Zeit und Überblick hat, in den Strafraum zu ziehen. Doch statt auf die sich anbietenden Platzek, Löning oder Ngankam zu spielen, legt er den Ball zurück auf Baier, dessen Flachschuss abgefälscht wird und den Keeper damit auf denen falschen Fuß erwischt – 2:0! Damit beendete der fast immer souveräne Schiri (eine fragwürdige gelbe gegen Malura wegen Spielverzögerung, weil er einen Freistoß nicht ausführte, da der Gegenspieler zu nah am Ball stand…) die Partie. 

Letztenendes kann man froh sein, die Partie siegreich beendet zu haben, denn nicht wenige haben wohl schon mit dem Elferschießen gerechnet. Mann des Spiels für mich Kevin Grund, der trotz Einsatz als LV immer wieder vorne für Gefahr sorgte, und auch Platzek, der viele Meter abspulte.

Ich wünsche mir nun entweder den WSV oder RWO (die aber nur zu Hause), die Zebras würde ich aus taktischen Gründen lieber erst im Finale bekommen, weil dann unter Umständen auch eine Niederlage trotz aller Schmach immerhin noch den Einzug in den DFB-Pokal bedeuten würde.

Ansonsten hoffe ich, dass die Winterpause noch einigermaßen unbeschadet erreicht werden kann. Ich hatte den Eindruck, dass bei vielen Spielern die Akkus recht leer sind. Dreimal noch durchbeißen, Jungs. 7 Punkte aus diesen Spielen stehen auf meinem Wunschzettel. Ihr wollt doch nicht, dass ich ein trauriges Weihnachten habe? 😉

NUR DER RWE!
Video: http://www.fupa.net/tv/match/spvg-schonnebeck-rot-weiss-essen-4617504-22375/highlight-spvg-schonnebeck-1

Ein Gedanke zu „Mein lieber Schonni…“

  1. Danke für die Aufbereitung. Und wieder gilt: Eigentlich können sie es. Aber seit 2011 vermag uns kein jeweiliges Team mehr „mitzunehmen“ 0der durch das vielstrapazierte Wort „Konstanz“ zu überzeugen. Die Saisons stets eher trübe mit gelegentlichen Sonnenstrahlen und oftmals Regenschauer. So in etwa 😉

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s