Satz mit x

Der Plan:

1. Nach Feierabend das Büro in Düsseldorf verlassen

2. Kurz rüber zum Flinger Brooch

3. Drei Punkte einsacken 

4. In der Düsseldorfer Altstadt mit ein paar Kumpels in den eigenen Geburtstag reinfeiern.

Wie ihr der Überschrift schon entnehmen könnt, ist dieser Plan nicht ganz aufgegangen.

Bei Punkt drei kam das Ganze ins Stocken. Zwar fing das Spiel bei der Düsseldorfer Zwoten ganz okay an, dann machten dir Hausherren aus einer Ecke ein Tor der Marke „kurios“: Ball auf den kurzen Pfosten, eine Essener (Baier?) trifft ihn unglücklich und verlängert nach hinten aufs eigene Tor. Ob er da schon drin war oder ob ein Düsseldorfer nachgeholfen hat, konnte ich noch sehen. Auf jeden Fall bedeutete dies den ersten Rückstand seit langer Zeit.

Dieses Tor zeigte leider Wirkung. Kaum ein „zweiter Ball“ wurde gewonnen, immer ein Düsseldorfer den berühmten Tacken schneller. Mit lediglich einer halben Chance für RWE (Malura rechts durch, Rückpass auf Baier zu lasch) ging es überpünktlich in die Pause. 

Nach dem Wechsel RWE besser im Spiel, ohne gefährlich zu werden. So dauerte es bis zur 70. Minute, bis im Gästeblock gejubelt werden durfte. Erst ein Konzert über Bednarski, den Platzek noch sehr eigenwillig verstolperte, Bednarskis Nachschuss klärte dann ein Düsseldorfer mit der Hand (!) zur Ecke. Kurz ausgeführt, Flanke Baier auf den langen Pfosten, wo Malura den Ball energisch genug traf, um ihn zu versenken. 

Danach spielte eigentlich nur noch RWE. Leider fiel das Tor auf der anderen Seite: nach einem missglückten Befreiungsschlag von Malura pfiff der Schiri seltsamerweise Freistoß, aus Heimsicht halb links. Dieser wurde auf den langen Pfosten gezirkelt, aus dem Gewühl war der Ball dann wohl drin. 

Was dann folgte, war leider pure Ergebnisverwaltung, die am heutigen Tag unüberwindbar für uns war. 

Also wieder mal keine drei Siege in Folge. 

Was bleibt? 

– Es gibt Menschen (Hallo Tondo), die haben ein Kreuz wie ein Schrank, können ihre Füße aber nicht über Penislänge anheben.

– Wir können doch noch verlieren. Nach all diesen souveränen Abwehrleistungen sollte man aber auch unserer Mannschaft mal einen Patzer „hinten“ zugestehen. 

– Zum Glück ist jetzt Winterpause.

– Punkt 4 lasse ich mir nicht vermiesen. In diesem Sinne: PROST.

Ich möchte zudem all meinen Lesern mal danke sagen. Ich hätte nicht gedacht, dass mein kleines Hobbyprojekt, das aus Whatsapp-Nachrichten an meine Kumpels nach dem Spiel entstand, mal von über 1.000 Leuten gelesen wird. 

Ich wünsche euch allen ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2017! Kommt gut rein und bleibt sauber. 

NUR DER RWE! 

Advent, Advent, die Hütte brennt…

 

So, letztes Heimspiel des Kalenderjahrs! Kerl, ich hatte schon beim Aufstehen Bock auf dieses Spiel. Stuhlgang, Frühstück, Zeit rumkriegen (da kann ich DAS HIER, sehr empfehlen), dann ab nache Hafenstraße.

Auf dem Fußweg zum Stadion dann ein lange nicht gehörtes Geräusch – Gästefans? Konnte das wirklich sein? Siehe da: der Gäste-Stehblock war wirklich ordentlich gefüllt, und so bereitete ich mich innerlich auf einen schönes Spiel mit Derbyatmosphäre vor. Leider irrte ich in zweierlei Hinsicht:

Einerseits war die Stimmung bestenfalls „Okay“ für solch ein Spiel mit knapp 9.500 Zuschauern (warum, das mögen andere aussortieren), andererseits war dies mit Sicherheit kein Spiel für Feinschmecker.

Sven Demandt schickte die „Bonner Truppe“ aufs Feld. Diese musste sich allerdings zunächt energischer Angriffe der Wuppertaler erwehren, die jedoch in allen Belangen souverän verhindert wurden. Erst nach gut 5 Minuten konnte RWE dann mal kontrolliert nach vorne spielen und wurde auch schnell dafür belohnt. Flanke Grund, Kopfball Platzek. Der Wupperkeeper konnte zwar den Ball gerade eben noch so am Überschreiten der Torlinie hindern, jedoch war Malura zur Stelle und staubte zum 1:0 ab. Dieses Tor sorgte für Unruhe bei den Gästen, die plötzlich kaum mehr Pässe an den Mann brachten. Baier und Rabihic waren oft zur Stelle und leiteten direkt den nächsten Angriff ein, bei langen Bällen standen erneut Zeiger und Meier sicher, so dass auch da nichts anbrannte. Leider konnte RWE diese Phase nicht nutzen, um auf 2:0 zu erhöhen, so dass Wuppertal langsam wieder besser ins Spiel kam. Die letzten 10 Minuten der ersten Hälfte waren ein ziemliches Hin und Her (schreibt man das so?!), letztlich ging es aber mit der Führung in die Kabine.

Nach dem Wechsel wurde das Spiel dann deutlich ruppiger, aber niemals überhart. Zwar hatten die Gäste gefühlt mehr Ballbesitz, aber mehr als ein paar Halbchancen sprangen nicht heraus. Allerdings auch nicht auf unserer Seite. Die beste Chance hatte etwa 10 Minuten vor Schluss noch Baier, der Zeit hatte, Maß zu nehmen. Der Schlenzer wurde leider vom Torwart an den Pfosten gelenkt. Die darauffolgende Flanke versenkte Platzek dann im Tor, stand aber vermutlich im Abseits (weil bei der Flanke schon auf der Linie).

Trotzdem konnte unsere Truppe das Ergebnis über die Zeit bringen, ohne wirklich Gefahr zu laufen, den Ausgleich zu kassieren. Die paar Bälle, die den Weg in unseren Strafraum fanden, wurden entweder in der Innenverteidigung oder durch Heller abgefangen. Auch körperlich wurde heute sehr gut dagegen gehalten. Ich persönlich hätte mir in der einen oder anderen Kontersituation etwas mehr Glück und Übersicht gewünscht, kann aber natürlich mit dem Sieg über diesen speziellen Gegner prima leben.

Ich mag heute keinen Spieler hervorheben, vielmehr war dies eine Mannschaftsleistung über 90 + x (gefühlt unendliche Nachspielzeit…) Minuten. Was auffällt ist jedoch, dass die Decke nach den „ersten Elf“ mittlerweile deutlich stabiler geworden ist. Nicht nur, dass mit Becker und Lucas zwei Nachwuchsspieler in der Startelf stehen und quasi fehlerlose Spiele abliefern, nein, wir können auch von der Bank noch nachlegen, ohne an Qualität zu verlieren. Interessant die Einwechslung von Windmüller wie schon in Bonn, wodurch wir einen „Langen“ vor der Abwehr mehr zum Abräumen haben, der bei Standards mit in die Strafräume gehen kann. Bei ihm dachte ich, er hätte sich mit den beiden Schnitzern im Pokal und gegen Viktoria aus dem Kader gespielt; schön zu sehen, dass der Trainer diesbezüglich nicht nachtragend ist, sondern immer wieder neue Chancen einräumt, wenn die Leistung stimmt.

Dass es heute keinen Torchancenhagel gab, muss man dem WSV zugestehen. Für einen Aufsteiger sind sie sehr gut mit dabei, und sie haben nicht grundlos lange zu den Top 5 der Liga gehört, bevor sie in die aktuell etwas schwächere Phase geraten sind. Außerdem sagt man doch: „Wer solche Spiele gewinnt, steigt auf!“ (Man wird ja wohl noch träumen dürfen!)

Mein frommer Weihnachtswunsch, aus den letzten drei Spielen 7 Punkte mitzunehmen, könnte kommenden Freitag also noch in Erfüllung gehen. Allerdings wäre ich schon beinahe enttäuscht, wenn es „nur“ 7 wären, denn im Moment scheinen wir wieder auf einer positiven Welle zu reiten. Das sollten wir in die Pause mitnehmen. Und dann wollen wir doch mal sehen, ob wir da oben nicht nochmal rankommen.

NUR DER RWE!

Auswärtsfahrt à la bon(n)heur

Sonntag, kühles, aber nicht kaltes Winterwetter mit strahlendem Sonnenschein – Zeit für einen Ausflug. Und was läge näher, als dies mit einer Fahrt zum heutigen Auswärtsspiel zu verbinden?

Nachdem wir diverse Staus (danke, Motor-Show!) und unser „Frühstück“ in einer lokalen Lokalität Bonns hinter uns gebracht hatten, ging es also zum Sportpark. Da wir uns möglicherweise etwas zu viel Zeit bei der Anreise gelassen hatten, waren wir nur wenige Minuten vor dem Einlauf der Mannschaften vor Ort. Dafür fanden wir jedoch einen schönen, sonnigen Platz auf der Gegengerade, auf der sich vielleicht 400 rot-weisse Anhänger verliefen. Auf der Haupttribüne (für die es auf polizeiliche Anweisung hin keine Tickets zu kaufen gab) fanden sich weitere etwa 150-200 Essener, bei rd. 1500 Zuschauern (offizielle Zahl) also mal kein Auswärts-Heimspiel für unsere Truppe. Ein wenig enttäuschend, finde ich, allerdings weiß ich nicht, ob das auf den vorweihnachtlichen Stress / Weihnachtsmarktbesuche oder auf die von vielen kritisierten Leistungen unserer Truppe zurückzuführen war.

Unsere Truppe begann recht forsch und hatte nach gut 10 Minuten auch die erste halbe Torchance, als Becker aus gut 18m knapp am langen Pfosten vorbeischoss. Wenig später dann eine tolle Kombination: Baier spielt etwa auf Höhe den Mittelkreis nach außen auf Becker, der Malura steil schickt. Dessen Flanke landet am langen Pfosten bei Bednarski, und Platzek hielt den Fuß in den gut getimeten Kopfball – 1:0. Eine gute Viertelstunde später – das Spiel drohte gerade dahinzuplätschern – nahm Baier Maß und schloss per Flachschuss auf dem holprigen Rasen zum 2:0 ab. Hochverdient zu diesem Zeitpunkt, kam doch Bonn nicht mal in die Nähe unseres Strafraums. Ein beinahe perfektes Pressing, solide Abwehrarbeit ab Platzek bereitete den Bonnern sichtbare Probleme, ein Bein auf den Boden zu bekommen. A propos Boden: Ich hatte das Gefühl, der Rasen war vielleicht 3cm zu hoch, denn der Ball schien darauf gar nicht zu springen. Malura, Bednarski und Baier hatten dann noch die Chance, vor der Pause auf 3:0 zu erhöhen, mehr als ein „Field Goal“ sprang dabei aber leider nicht heraus.

Diese Halbzeit war mit das Beste, was ich diese Saison von unserem Team gesehen habe. Jeder verlorene Ball wurde binnen Sekunden zurückerobert, sofort Schwung aufgenommen und der nächste Angriff eingeleitet. Besonders das Duo Becker/Malura gefiel mir sehr gut, Lucas im defensiven Mittelfeld mit überragender Abwehrarbeit. Aber auch Platzek und Bednarski sehr agil und energischen Zweikämpfen. Und schon im Auto spielte ich gedanklich ein paar Möglichkeiten durch, was denn die heutige „Catchphrase“, das Bon(n)mot für den heutigen Bericht werden könnte. Das Beste ist mir erst beim Verfassen dieser Zeilen eingefallen: „à la bonheur!“ – alle Achtung!

Zu diesem Zeitpunkt hätte ich mir nicht vorstellen können, was dann in der zweiten Halbzeit passierte. Zwar hatte ich erwartet, dass Bonn mit Schwung aus der Kabine kommen würde und früher oder später versuchen würde, zum Anschlusstreffer zu kommen. Dieser fiel allerdings für meinen Geschmack nach einer schnellen und zugegebenermaßen sehr ansehnlichen Kombination, nachdem Baier bei einem Zweikampf den Ball verloren hatte. Ab diesem Zeitpunkt klappte nichts mehr bei RWE. Kurz nach dem Anschluss hatte Bonn die dickste Chance zum Ausgleich, als Grund sich außen ausspielen lies und der Mann in der Mitte über den präzisen Querpass trat, anstatt die Einladung anzunehmen. Die Bonner waren nun immer einen Tick schneller am Ball, Konter wurden im Ansatz unterbunden, und mehrfach musste der fehlerfreie Heller (beim Tor aus meiner Perspektive machtlos) mit Paraden eingreifen. Ein Distanzschuss krachte ans Außennetz, aus unserer Position wirkte dieser Strahl, als wäre er drin gewesen. In der zweiten Halbzeit hatten wir noch ein paar bessere Angriffe, bei denen aber dann der falsche Pass oder zu unpräzise gespielt wurde, so dass daraus keine Gefahr entstand. Ich hätte mir noch den einen, sauberen Konter gewünscht. Schade.

Letztlich klappte es aber dann doch, den Sieg über die Zeit zu retten. Ich möchte nicht von einem Zittersieg reden, aber es war auch kein souveräner Erfolg mehr, den ich zur Pause noch erwartet hätte. Allerdings muss man aber auch konstatieren, dass die Abwehr den Ausgleich trotz bester Bonner Chancen verhindert hat. Sei es durch den Fuß, der im letzten Moment noch im Weg war, auch mal ein Foul im richtigen Moment, oder halt durch Heller, der immer wieder zur Stelle war. Ein Torwartproblem haben wir jedenfalls nicht. Ohne dies als Ausrede verstanden wissen zu wollen: Ich denke, die starke erste Halbzeit hat auf der „Spielwiese“ vermutlich sehr viel Kraft gekostet, und ein Großteil der Spieler hatte ja vom Mittwoch noch 120 Minuten in den Knochen. Da sollte man der Truppe auch diese schwächere Phase gönnen. Wichtig sind am Ende nur die Punkte. Wieder: „à la bonheur“, diesmal aber eher als „was für ein Glück“ zu lesen.

Auch die eher defensiven Wechsel (Windmüller für Lucas, ging dann auf die 6, Brauer für Rabihic, positionsgetreu und Huckle für Bednarski (in der 89. Minute. Kommentar eines Zuschauers: „Warum wechselt der den nicht erst in einer Minute ein, um Zeit runterzunehmen…?“ – kein Kommentar meinerseits) zeigen mir, dass der Trainer heute eher auf „Halten“ gespielt hat und nicht riskieren wollte, vielleicht mehr Offensivkraft auf dem Platz zu haben, dafür aber doch noch „das Ding“ zu kassieren. Es hat ja funktioniert. Ich male mir an dieser Stelle nicht auszumalen, wie groß das Geschrei gewesen wäre, wenn das Tor doch noch gefallen wäre.

Ansonsten bleibt noch zu erwähnen, dass die Jungs auf der Haupttribüne heute mit pausenlosem Gesang geglänzt haben. Pausenlos im Sinne von „auch die Pause hindurch“ bis weit nach Spielende. Hat mir sehr gut gefallen, wenn auch baubedingt keine große Lautstärke mehr auf unserer Seite des Stadions angekommen ist.

Spieler des Tages für mich mal wieder Platzek, der nicht nur einen Treffer beigesteuert hat, sondern über die komplette Distanz immer wieder um jeden Ball gefightet hat. Leider konnte er von dem bisschen, was in Halbzeit zwei noch zu ihm kam, nicht mehr viel verwerten.

Ach ja: und sonnig war es. Kurioserweise lief es immer für die Mannschaft besser, die die Sonne im Rücken hatte. Zufall? 🙂

Mein lieber Schonni…

Mann, Mann, Mann. Knappe Kiste, was wir da gestern erleben durften.

Allerdings hätte es so weit gar nicht kommen müssen. In den ersten 20 Minuten war das rot-weisse Pressing nahezu perfekt, verlorene Bälle wurden in schöner Regelmäßigkeit noch vor der Mittellinie zurückerobert, nur im sogenannten „letzten Drittel“ (wer denkt sich so einen Quatsch eigentlich immer aus?) kamen die Pässe noch nicht in der Mitte an. Besonders über die linke Seite mit dem gestern bärenstarken Timo Becker und Andreas Ivan lief viel, letzterer brachte jedoch wirklich jede Flanke nur knapp über Rasenniveau nach innen, so dass dort mühelos geklärt werden könnte.

Nach einer knappen halben Stunde dann der erste Schreckmoment: Nach einer Ecke für SVS knallte der Ball an den Pfosten, konnte dann aber geklärt werden. Wenig später zappelte der Ball dann endlich im richtigen Netz. Nach einer feinen Kombination behielt Kevin Grund die Übersicht und flankte präzise auf den Kopf von Platzek, der den Ball im Tor unterbrachte. Der Linienrichter fühlte sich jedoch berufen, die Fahne zu heben, Abseits! Mein Bauchgefühl um Stadion sagte mir, dass das nie im Leben eine Abseitsstellung war, und auch die bewegten Bilder zeigen für mich maximal gleiche Höhe. Vielleicht täuscht die Perspektive.

Trotzdem konnte man zur Pause von einem deutlichen Klassenunterschied sprechen.

Nach dem Wechsel zunächst das gleiche Bild: Schonnebeck hinten, RWE bemüht, aber glücklos. Ich hatte das Gefühl, dass bei den Grünen die berühmte Mauer-Konter-Taktik zwar gewählt wurde, aber mangels sprintstarken Spielern nie und nimmer zum Erfolg führen könne. Zeiger und Meier räumten souverän alles ab, was irgendwie hätte gefährlich werden können, lediglich bei Ecken bestand so etwas wie Gefahr. Bei einer Ecke musste Heller parieren, aber ansonsten war auch hier alles im Griff.

Die einzige echte rot-weisse Chance hatte erneut Platzek, der jedoch knapp übers Tor köpfte.

Beinahe hätte es dann doch noch hinten geklingelt. Über unsere rechte Seite brach ein Schonnebecker wenige Minuten vor Ende der regulären Spielzeit durch, legte in die Mitte, wo sein Kollege heftig gegen Meier (?) schob, sich drehte und aus 3m aufs Tor schoss, doch Heller verhinderte die Überraschung. Unter Pfiffen vom ansonsten totenstillen Publikum („geht auch ohne Ultras“, anyone?) ging es also in die Verlängerung.

Schonnebeck schien sich plötzlich etwas auszurechnen und spielte deutlicher nach vorne mit. Trotzdem konnte unser Team aus den entstehenden Lücken kein Kapital schlagen, jede Bemühung wurde vor dem Sechzehner bereinigt. 

Erst nach dem Wechsel dann die Erlösung. Ecke Grund, Kopfballverlängerung von Zeiger, an der Strafraumkante kommt Rabihic an den Ball und nagelt ihn zur verdienten Führung in die Maschen. Und direkt in den nächsten drei Angriffen hätte es erneut klingeln können, wenn nicht gar müssen. Schonnebeck schien zu schwimmen, konnte sich dann aber fangen und bekam wieder Stabilität ins eigene Spiel. Okay, warum Robin Heller dann bei 1:0 in der Verlängerung noch einen Stürmer per Körpertäuschung ins Leere laufen lassen muss, anstatt den Ball auf die Tribüne zu klären, weiß nur er (mein Herz!). 

Dann noch einmal Ecke RWE: Grund und Bednarski spielen das alte „Ich bleib in der Ecke und gucke mal“-Spiel. Als dies zu scheitern droht, geht Bednarski gute 20m Richtung Mittellinie zurück, spielt dann aber auf Grund, der Platz, Zeit und Überblick hat, in den Strafraum zu ziehen. Doch statt auf die sich anbietenden Platzek, Löning oder Ngankam zu spielen, legt er den Ball zurück auf Baier, dessen Flachschuss abgefälscht wird und den Keeper damit auf denen falschen Fuß erwischt – 2:0! Damit beendete der fast immer souveräne Schiri (eine fragwürdige gelbe gegen Malura wegen Spielverzögerung, weil er einen Freistoß nicht ausführte, da der Gegenspieler zu nah am Ball stand…) die Partie. 

Letztenendes kann man froh sein, die Partie siegreich beendet zu haben, denn nicht wenige haben wohl schon mit dem Elferschießen gerechnet. Mann des Spiels für mich Kevin Grund, der trotz Einsatz als LV immer wieder vorne für Gefahr sorgte, und auch Platzek, der viele Meter abspulte.

Ich wünsche mir nun entweder den WSV oder RWO (die aber nur zu Hause), die Zebras würde ich aus taktischen Gründen lieber erst im Finale bekommen, weil dann unter Umständen auch eine Niederlage trotz aller Schmach immerhin noch den Einzug in den DFB-Pokal bedeuten würde.

Ansonsten hoffe ich, dass die Winterpause noch einigermaßen unbeschadet erreicht werden kann. Ich hatte den Eindruck, dass bei vielen Spielern die Akkus recht leer sind. Dreimal noch durchbeißen, Jungs. 7 Punkte aus diesen Spielen stehen auf meinem Wunschzettel. Ihr wollt doch nicht, dass ich ein trauriges Weihnachten habe? 😉

NUR DER RWE!
Video: http://www.fupa.net/tv/match/spvg-schonnebeck-rot-weiss-essen-4617504-22375/highlight-spvg-schonnebeck-1