Unperfekt.

Die Worte, die ich hier immer so schreibe, finden sich meist schon im Verlauf des Spieles. So auch heute, als mir mal wieder einfiel, was ich mal (ich glaube in Fever Pitch von Nick Hornby) über das perfekte Spiel gelesen habe. Sinngemäß ging es darin um einen Sieg gegen einen übermächtigen Gegner nach Rückstand in Unterzahl durch unberechtigten Platzverweis. Genau das hätten wir beinahe heute erlebt. Leider nur beinahe. 

Volle Hütte bei bestem Fußball-Wetter. Der lange fragliche Löning fit. Es war angerichtet. Leider konnte die Arminia schon nach wenigen Minuten in Führung gehen, nachdem erst Windmüller einen eigentlich harmlosen Ball nicht klärte, sondern anzunehmen versuchte und in der Mitte ein Bielefelder blank nur noch einschieben musste. Wer aber vermutete, dass der Zweitligist nun weiter Druck aufbaute,  um das 2:0 zu erzielen, sah sich getäuscht. Stattdessen fing man bereits nach 10 Minuten damit an, den Ball zwischen Innenverteidigung und Torwart laufen zu lassen. RWE tat sich schwer, den Ball zu erobern, und wenn der Ball mal in unseren Reihen war, war er auch schon wieder weg. Zu wenig Zeit, den Ball zu verarbeiten, schon war wieder ein blau-schwarzer Fuß dran. Objektiv gesehen gutes Pressing der Arminia. Mit dem 0:1 ging es dann in die Pause, RWE ohne nennenswerte Torchance.

Nach dem Wechsel wurde das Spiel giftiger. Mehr aus einer zufälligen Situation gab es Eckball für RWE. Grund flankte, Windmüller verlängerte auf den langen Pfosten, Malura – Ausgleich!

Das Stadion tobte, der Hexenkessel kochte. Leider schon nach wenigen Minuten eine ansehnliche Kombination  (bei der lt. Sportschau-Bildern ein klares Abseits nicht geahndet wurde) das 1:2. Aufstecken? Arschlecken. Nachdem Huckle eine in meinen Augen äußerst bittere gelb-rote Karte kassiert hatte (erste gelbe war eher eine Schwalbe, bei der zweiten Situation spielt er Ball und dann den Gegner – vielleicht ein Foul, aber wegen des klaren Ballkontaktes für mich keine gelbe Karte), ging so etwas wie „jetzt erst recht“ durch Tribünen und Mannschaft. Während die beiden Zuschauer hinter mir gerade eben an einer Schlägerei darüber vorbeischlitterten, ob man noch an die Sensation glauben solle (Dortmund gegen Malaga wurde beispielhaft erwähnt) und dass Glauben in die Kirche gehöre, passierte das: Dank dem Bielefelder Torwart, dem es geradezu stümperhaft gelang, Löning abzuräumen, gab es einen „Kann“-Elfmeter für RWE. Baier übernahm die Verantwortung und versenkte die Kugel sicher hoch rechts, als würde er nichts anderes machen, als in Pokalspielen Elfmeter zu versenken. Wieder Ausgleich, noch gute 15 Minuten zu spielen.

Danach geschah nicht mehr viel. Heimann rettete mit einem Reflex bei einem Schuss aus 2m die Verlängerung, in selbiger traf Arminia noch die Latte. RWE war ziemlich platt und versuchte,  Sekunde um Sekunde zu schinden, während der Bielefelder Druck ins Unermessliche stieg. Doch mit bedingungslosem Einsatz über die Schmerzgrenze hinweg konnte Situation um Situation geklärt werden – Elfmeterschießen! 

Und hier schließt sich der Kreis zu meiner Einleitung. Gedanken daran, wie perfekt dieses Spiel wäre, wenn wir nun als Sieger vom Platz gingen. Wenn nach Abpfiff „OOOOOOOH RWE!“ gesungen würde. Stattdessen konnte der Bielefelder Keeper den gar nicht mal schlecht geschossenen Elfer von Malura an den Pfosten lenken. Die anderen 9 Elfer wurden allesamt verwandelt (Löning, Brauer, Webet und Baier für RWE). Das war’s. Heimann leider bei keinem Elfer dran oder im richtigen Eck. Sowohl an ihn als auch an Malura aber keinen Vorwurf, als Torwart gehört nun mal auch Glück dazu, und Malura hat halt Verantwortung übernommen, ist aber vom Punkt gescheitert, wie es auch einem Hoeness, Matthäus und wem nicht noch alles schon passiert ist. Übrigens – für mich ist der vorletzte Bielefelder Schütze im Anlauf stehengeblieben, oder täusche ich mich da? 
Man hat heute gesehen, wie wichtig Frank Löning fürs Essener Spiel (noch?) ist. Der „alte Mann“ hat so viele Kilometer abgerissen, so viele Bälle gesichert und weitergeleitet, dass er eigentlich allein dafür schon das Weiterkommen verdient gehabt hätte.

So aber bleibt unter dem Strich mal wieder das Gefühl, unverdient und äußerst ärgerlich ausgeschieden zu sein. Selbstvertrauen für die Liga sollte es aber trotzdem geben. Ähnliches habe ich letztes Jahr nach dem Spiel gegen Düsseldorf aber auch gedacht. Ich bin aber zuversichtlich, dass dieses Jahr alles besser wird. Dann wird diese Saison vielleicht doch noch perfekt. Auch ohne zweite Pokalrunde. 

NUR DER RWE!!!

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