Ein Ende ist immer auch ein Anfang.

So, das war sie also, die Saison 2015/16 in der Regionalliga West, mit einem gelungenen Abschluss im Niederrhein-Pokalfinale gegen die Typen aus dem Zoo. Mit Ende der Saison möchte ich etwas ganz neues versuchen: Meinen eigenen Blog zum Thema RWE.

Kurz zu mir: Ich bin seit fast 30 Jahren RWE-Fan, seit fast 20 davon gehe ich mehr oder weniger zu den Spielen, bin bei so gut wie jedem Heimspiel dabei und fahre jede Saison zu einer Handvoll Auswärtsspielen. Ich bin kein Teil der sogenannten „aktiven Szene“, gehöre keinem Fanclub an sondern treffe mich mit meinen Leuten einfach an „unserem“ Platz in W3.

Als ersten Beitrag möchte ich versuchen, die Saison mit all ihren „Höhepunkten“ aus meiner Sicht zusammenzufassen. Falls ich einige Dinge nicht mehr korrekt im Hinterkopf habe, bitte ich um Verzeihung. Die Detaildaten habe ich übrigens nachgeguckt. 😉

Die nächsten Einträge werden kürzer, versprochen. Aber hier geht es um einen Rückblick.

Also: Los geht’s!

In der Sommerpause kamen gleich zwölf neue Spieler zu uns, die mehr (Rabihic, Fritz, Heller, Windmüller, Cokkosan) oder weniger bis gar nicht (Gubini, Al Khalaf) zum Einsatz kommen sollten. Mit Tim Hermes und Kai Nakowitsch verließen uns gleich zwei Identifikationsfiguren an die Emscher, und die Abgänge von Dombrowka und vor allem Freiberger ließen große Fragezeichen in den Gesichtern der Fans erscheinen.

Nach der üblichen Vorbereitungsspielserie, die für mich persönlich immer die Aussagekraft eines leeren Blattes Papier hat, starteten wir wie immer voller Hoffnung auf einen positiven Saisonverlauf in die neue Saison. Der erste Gegner, der SC Wiedenbrück, konnte als Dorfverein ja nur abgeschossen werden. In einer eigentlich zähen Partie mit ein paar halbgaren Chancen auf beiden Seiten fielen allerdings die Tore auf der falschen Seite. Innerhalb von 10 Minuten kassierte RWE in der Schlussphase drei Tore (davon zwei von Bednarski, der wohl zur kommenden Saison zu uns wechseln soll, wenn man dem Reviersport glauben darf). Egal. Was soll’s, so einen Ausrutscher hat doch jeder mal. Passiert halt.

Eine knappe Woche später gab es dann die Belohnung für das gewonnene Pokalfinale gegen Oberhausen: DFB-Pokal, Fortuna Düsseldorf schaute vorbei. Eine begeisternde Partie, in der RWE durchaus Siegchancen hatte (inkl. nicht gegebenem Elfer, ich sag nur „Schuh aus dem Strafraum schieben“), wurde dann leider im Elfmeterschießen verloren. (Ich glaube, wir sind auch die einzige Mannschaft, die zwei Jahre in Folge mehr Elfer verschießt als trifft. #England.) Auch hier – kein Beinbruch, der Gegner spielt zwei Ligen höher, die Mannschaft hat toll gekämpft. Robin Heller hat sich in diesem Spiel seinen vorläufigen Stammplatz erkämpft.

Weiter ging’s im Liga-Alltag. SV Rödinghausen. Noch so ein Dorfverein. Auch diese Partie fiel eher nicht unter „Glanzlicht“, es war ein ziemlich ausgeglichenes Spiel. Und wieder mit Rückstand für RWE: Ballverlust im Mittelkreis, und der Rödinghauser schießt aus 35m per „Bogenlampe“ über den zu weit vor dem Kasten stehenden Robin Heller (Heimann wäre vom Hof gejagt worden – nur meine Meinung…). Zum Glück konnte Windmüller kurz nur wenig später den Ausgleich und damit das erste Tor für RWE der noch jungen Saison erzielen.

Es folgte die erste Runde im Niederrhein-Pokal gegen den SV Mülheim 02. Zu diesem Spiel kann ich nichts sagen.

Als nächstes durfte sich der TuS Erndtebrück erstmals (?) an der Hafenstraße vorstellen. Ein Abend, der vielen noch lange in Erinnerung bleiben dürfte: Von Anfang an wurde nach vorne gespielt und mit zwei Toren von Fritz und Studtrucker eine 2:0 Führung herausgespielt. Ein sehenswertes Eigentor (!) von Huckle brachte kurz Hoffnung für die Erndtebrücker, erneut Studtrucker brachte RWE dann mit 3:1 in Führung. Nach dem Wechsel gab es dann noch 6 (!!!) weitere Tore von Baier (3x, davon ein Elfer), Platzek (2x) und erneut Studtrucker, und wir sind sogar beinahe wütend geworden, als Kevin Grund quasi mit dem Abpfiff das 10:1 verpasste. Das war das, was viele von RWE erwarten: Dominanz von vorne bis hinten, Dorfclubs abschießen! So konnte es weitergehen.

Ging es auch. Ganze 30 Minuten. Im Live-Spiel auf Sport1 bei den Nachbarn aus Wattenscheid war RWE in der ersten halben Stunde feldüberlegen, die Gastgeber trafen dann mit ihrem ersten Schuss und brachten eine unbegreifliche Nervosität ins RWE-Team, dass zu keinem Zeitpunkt wieder zurück zu alter Stärke finden konnte. Verdiente Niederlage, leider.

Gegen den FC Wegberg-Beeck sollte dann am besten wieder ein Erndtebrück-Ergebnis her. RWE schaffte es jedoch (wie später noch häufiger) nicht, sich gegen einen Gegner, der sich im eigenen Sechzehner einigelt, Torchancen zu erspielen. „Angriff“ um „Angriff“ (man beachte die Anführungszeichen) verpuffte wirkungslos. Und doch konnte Fritz uns in der 88. Minute (ich glaube nach einer Ecke) erlösen und das 1:0 erzielen.

Das eigentlich fest eingeplante Auswärtsspiel musste ich kurzfristig doch sausen lassen. Ich weiß noch, dass ich per Whatsapp-Ticker vom Tor hörte und dann nur noch von Velberter Chancen las. Was damals noch niemand ahnte – dieses Spiel sollte für fast 7 Monate der letzte Auswärtssieg sein. Rückblickend gesehen unfassbar.

Auch die Spiele gegen beim 1. FC Köln II (Nachholspiel vom 2. Spieltag, 0:2) bzw. Borussia Mönchengladbach II (1:3) habe ich nur vor dem heimischen Webradio verfolgt. Beide Spiele waren allerdings erinnerungsgemäß auch keine knappen, unverdienten Niederlagen.

An das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf II kann ich mich dagegen noch ziemlich gut erinnern. Wir hatten nach einer anfänglichen Führung kurz vor der Pause den Rückstand erleiden müssen, den wir aber kurz nach der Pause durch den zweiten Treffer von Soukou ausgleichen konnten. Dann hatte Kevin Behrens seinen Auftritt. Er lief alleine auf den Keeper zu und versuchte, frei vor diesem den Ball auf den mitgelaufenen Mitspieler (Soukou?) abzulegen. Dabei spielte er aber viel zu lasch und Düsseldorf konnte klären. Ein eigensinniger Versuch, selbst zu treffen, wäre vielleicht besser gewesen. Auf jeden Fall aber explodierte einer meiner Kumpels neben mir, so dass das ganze Stadion für einen Moment erschrocken inne zu halten schien. „W*chser“ war noch das harmloseste Wort, was da fiel. Ausgerechnet jener Kevin Behrens jedoch traf dann eine runde Viertelstunde vor Schluss zum 3:2-Siegtreffer.

Und dann war sie wieder da: Die verdammte Schluss-Seuche der letzten Minuten, die RWE in den letzten 10 Jahren gefühlt 100 Punkte gekostet hat. Beim SC Verl, den trotz langjähriger, solider Ligenzugehörigkeit trotzdem viele immer noch nicht als gleichwertigen Gegner sehen, erzielte Behrens die Führung eine Viertelstunde vor Schluss, doch in der 90+4. Minute fiel der Ausgleich. Ich weiß noch, wie ich hier geflucht habe…

Auch gegen die geliebte Tante Viktoria aus Köln gingen wir in Führung, auch hier mussten wir in einer engen Partie den Ausgleichstreffer hinnehmen. Tenor nach dem Spiel war allerdings, dass man gegen Viktoria mit einem Punkt noch leben könne.

Es folgte ein weiteres Highlight. An einem schönen Spätsommertag trafen wir im Pokal erneut auf einen durchaus ambitionierten Rivalen aus grauer Vorzeit: KFC Uerdingen. Nach früher Führung durch Zeiger nach einer Ecke und dem Ausgleich ging es in einer Partie mit offenem Visier, in der Kevin Behrens die neue Position des „Defensivstürmers“ definierte (und sein bestes Spiel im RWE-Trikot machte) in die Verlängerung, die durch Tore von Windmüller, Studtrucker und Soukou vielleicht einen Tacken zu hoch zu unseren Gunsten ausfiel. Krass erneut der Unterschied zwischen engagierten Leistungen im Pokal und tristem Gekicke in der Liga…

Nächstes Radio-Match: Sportfreunde Lotte (1:3). Zwischendurch ausgeglichen, zur erhofften, aber nicht erwarteten Überraschung beim seit Jahren konstant oben mitspielenden Club vom Autobahnkreuz hat es nicht gereicht.

Warum ich – trotz Alkoholabstinenz im Stadion – keine Erinnerungen an den Heimsieg gegen Ahlen mehr habe – ich weiß es nicht. Baier und Binder haben die Tore zum 2:0-Sieg erzielt.

Dann gab es Ende Oktober die Partie bei Alemannia Aachen. War diese Begegnung nach der Winterpause der Vorsaison mit 30.000 Zuschauern noch der Anfang vom Ende der Aufstiegsträume unter Fascher, so war es diesmal eine Partie zwischen zwei Teams, die beide den eigenen Erwartungen hinterherliefen. Leider wieder mal mit dem schlechteren Resultat für unser Team: 0:2…

Pokal – Sterkrade-Nord. 6:1 RWE, ’nuff said.

Partien gegen die blauen Nachbarn sind – auch wenn es nur die zweite Mannschaft ist – immer etwas Besonderes für die RWE-Anhängerschaft. So auch beim – in meiner Erinnerung – ungefährdeten 2:0-Sieg in einer hart geführten Partie.

Dann wieder ein TV-Live-Spiel. Diesmal WDR, diesmal in Oberhausen. Da ich wegen einer Schulaufführung meiner Tochter in der Lichtburg nicht rechtzeitig vor dem Empfangsgerät sein konnte, wurde das Handy weggepackt, das Radio im Auto auf sicheres WDR2 eingestellt, der Recorder (Festplatte, nicht VHS) programmiert und dann von der Dame des Hauses ohne mein Zutun zurückgespult, so dass ich quasi mit eigentlichem Anpfiff der zweiten Hälfte erst begann, mir anzusehen, wie RWE zwar ordentlich mitspielte, aber wie so oft in Oberhausen zwei Tore kassierte, eines selbst erzielte und schließlich trotz aller Bemühungen mal wieder ohne Punkte dastand. Ich selbst habe noch NIE!!! ein gutes Spiel von RWE in Oberhausen gesehen. Ich hoffe, das ändert sich bald mal…

Da kam der Pokal mal wieder zur rechten Zeit. Hönnepel-Niedermörmter verzichtete zugunsten einer größeren Besucherzahl und geringerer Schwierigkeiten bei der Organisation auf das eigentliche Heimrecht, RWE bedankte sich mit zwei Treffern von Baier.

Das folgende Spiel gegen den FC Kray stellte dann den Beginn der nächsten unfassbaren Serie dar: 10 Unentschieden in Folge. Nach früher Führung für die Außenseiter von der Buderusstraße durch Yesilova (den RWE in der folgenden Winterpause dann zu sich holte) konnte Fritz kurz vor der Pause ausgleichen. Ansonsten das selbe Bild wie immer – viel Krampf, ein Gegner, der nicht mitspielt, sondern nur verteidigt und viel zu wenige Torchancen.

Die letzte Partie der Hinrunde: BVB, zweite Mannschaft. Es war eine recht gute Partie, in der RWE in der ersten Hälfte durch Platzek in Führung ging, um dann, wie schon in Verl, in der Nachspielzeit doch noch den Ausgleich hinnehmen zu müssen.

Bevor es dann in die verdiente (für die Fans) Winterpause ging, stand noch eine Reise nach Ostwestfalen an, Wiedenbrück, erstes Spiel der Rückrunde. Diesmal schaffte RWE das Kunststück, eine 2:0 Führung in der Nachspielzeit noch zu einem 2:2 werden zu lassen (wieder mal Bednarski)… Es wurde echt Zeit, dass die Pause kam…

Zu diesem Zeitpunkt war der Aufstieg und auch das Ziel, lange oben mit dran zu bleiben, natürlich in weite Ferne gerückt. Mit Abschluss der Hinrunde (bereinigte Tabelle inkl. Nachholspielen) stand RWE zu diesem Zeitpunkt auf Platz 12, 15 Punkte hinter Lotte, einen Punkt vor den Königsblauen, die auf dem ersten Abstiegsplatz standen. Jan Siewert stand lange schon in der Kritik, auch, weil er die späten Gegentore vielleicht verhindern hätte können, wenn er seine Wechselmöglichkeiten in den Schlussminuten noch ausgereizt hätte. Die Mannschaft spielte irgendwo zwischen stark-schwungvoll-dominant und grottenschlecht-ängstlich-verunsichert. Von „Störfaktor“ Behrens hatte man sich „gütlich“ getrennt, Soukou hat seinen Wechsel durch fragwürdige Leistungen erzwungen. In der Winterpause wurde personell nochmal durchgewechselt: Für den eigentlich zumindest als Spieler zum Nachlegen gut geeigneten Grebe und die eher glanzlos gebliebenen Al Khalaf und Olwa-Luta kamen mit Ivan und Löning zwei Spieler, die sich einen Stammplatz erspielen sollten, Osvold blieb bei seinen wenigen Einsätzen eher blass und Pascal Nagel (Tor), Yesilova (verletzt beim Transfer…), Thelen (anyone?), Gulden (Pfeiffersches Drüsenfieber) und Druschky (ebenfalls beim Transfer wohl schon nicht ganz fit) blieben sogar ohne jegliche Spielpraxis.

Nach einer weiteren Runde Testspiele ging es dann mit einem trostlosen Spiel gegen die zweite Mannschaft des „Effzeh“ weiter. 0:0. So lautete dann auch das Ergebnis beim SV Rödinghausen.

Dann der Auftritt des Dustin Sikorski. Bis heute weiß ich nicht, was den Schiedsrichter an diesem Nachmittag geritten hat. Nach frühem Rückstand durch ein Eigentor glich RWE per „den macht er nur einmal“-Schuss (O-Ton Wattenscheider Trainer, wenn der wüsste) von Baier aus und ging knapp 10 Minuten nach dem Seitenwechsel auch in Führung. Es war eines dieser besseren Spiele, in denen der Gegner auch mitspielte und nicht nur das Spiel zerstörte. Wenig später dann ein klares Foul (Stadion-Eindruck) / Schwalbe (Video) an/von Ivan samt gelb-roter Karte. Und dann wieder die Nachspielzeit. Langer Ball von Wattenscheid, deren Stürmer legt sich den Ball in bester Volleyball-Manier vor, so dass er Weber an den Arm springt. Doch statt Freistoß RWE gibt es zum Erstaunen aller Elfmeter für Wattenscheid. Der nächste mittlerweile wichtige Dreier, der sicher geglaubt war – futsch.

Also auf zum FC Wegberg-Beeck. Zu diesem Zeitpunkt hatte Wegberg ganze 5 Punkte auf dem Konto, was sollte da schief gehen? Auch der Hammer von „den macht er nur einmal“-Baier passte ins Bild. Wie konnte es da passieren, dass RWE auch hier den Faden total verliert und den Ausgleich kassiert, ja, knapp an der Niederlage vorbeischrappt? Waren bisher die „Siewert raus“-Rufe hauptsächlich in digitaler Form in den sozialen Netzwerken zu finden, wurde es nun richtig ungemütlich.

Kleiner Exkurs: Da ich ein Statistik-Fetischist bin, habe ich zu diesem Zeitpunkt verglichen, gegen wen RWE 12. Platz, 28 Punkte) und die Konkurrenz von Dortmund (8. Platz, 32 Punkte) bis einschließlich Erndtebrück (17. Platz, 22 Punkte) noch antreten müsste. Kray und Wegberg habe ich da als Absteiger betrachtet. Meine Prognose lautete, dass wir mit 51 Punkten ganz sicher die Liga halten würden. Allerdings besagte sie auch, dass Jan Siewert wohl eher nicht zu halten sein würde, denn aus den nun folgenden Spielen gegen Gladbach, Düsseldorf, Verl, Viktoria und Lotte sah ich nur 5 von 15 Punkten, was auch so eintraf. Rückblickend gesehen kann man an dieser Stelle wohl sagen, dass – vorausgesetzt natürlich, die Ergebnisse wären die selben gewesen – Siewert noch im Amt wäre, wenn diese Spiele später oder nicht geballt stattgefunden hätten.

Unbenannt

Das Spiel gegen Gladbach musste ich aus – sagen wir mal – verdauungstechnischen Gründen von zu Hause verfolgen. Ich habe mir aber sagen lassen, dass es ein sehr ansehnliches Spiel unseres Teams war, in dem wir leider zwei Führungen verspielt haben, aber auch kurz vor Schluss durch Löning den mehr als verdienten Ausgleich erzielen konnten.

Im Pokal kam es dann zum zweiten von drei Aufeinandertreffen mit dem FC Kray. Nach guter Anfangsphase konnte RWE durch Ivan in Führung gehen, durch Zeiger erhöhen. Nach dem Wechsel kam Kray dann zum Anschluss und hatte auch die Chance zum Ausgleich, bevor Grund durch ein sehenswertes Kontertor den Deckel draufmachte und Ivan selbigen noch festschraubte. Auch hier wieder – vielleicht ein Tor zu hoch, aber wer wird schon kritisch sein.

Warum ich mir das Spiel bei Düsseldorf II dann gegeben habe – ich kann es mir nicht erklären. Fakt ist aber, dass dies eins der schlimmsten Spiele war, die ich je gesehen habe. Beide Mannschaften neutralisierten sich im Mittelfeld, Torchancen gab es auf beiden Seiten nicht, es war kalt, es war still (ich habe zum allerersten Mal gehört, wie der Schiri mit den Spielern redet), kurz: Es war Scheiße. Innerlich war nicht nur ich schon auf dem Rückweg, sondern auch der kurz vorher eingewechselte Studtrucker, der den armen Timo Becker nicht beim Verteidigen unterstützte, Querpass, drin. 0:1. Schnauze voll. Aber: Die Unentschieden-Serie war gebrochen. Endlich. Na ja.

„Es geht doch!“ lautete dann mein Gefühl nach dem Spiel gegen Verl. Wegen eines freien Tickets eines Bekannten auf die „Rahn“ umgezogen, wurde ich Zeuge einer wie ausgewechselt spielenden Rot-Weissen Bande. Das Spiel, vom Boykott der „Aktiven“ samt Sperrung des W2 gekennzeichnet, war im Grunde nie gefährdet, zu dominant der Auftritt unserer Mannschaft, zu harmlos der Gegner, der mit dem 1:0-Endergebnis am Gründonnerstag noch bestens bedient war.

Bedient war ich dann wiederum schon Ostermontag. Hatte ich nach dem letzten Spiel schon von der Auferstehung unserer Mannschaft geträumt, machte uns die Tochter von König Krösus, Viktoria die Erste, dann wiederum einen Strich durch die Rechnung. Ausgerechnet Candan, der im Winter auch in Essen als Transfer gehandelt wurde, dann aber dem Zaster nach Köln folgte, entschied diese Partie eine Viertelstunde vor Schluss, in der RWE sogar seit der 46. Minute in Überzahl spielen durfte.

Das Spiel gegen Lotte war dann die letzte Partie für Siewert. Schneller Rückstand, nach 16 Minuten in Unterzahl, 0:2 zur Pause – da ging nichts mehr. Nach dem Spiel hatte Lotte auf Platz 1 der Liga fast doppelt so viele Punkte wie RWE, die – auch wegen 3 Spielen weniger – auf dem ersten Abstiegsplatz standen. Dem Verein blieb trotz allen Aussagen der vorhergegangenen Wochen nur noch die Option, mit einem neuen Mann an der Seitenlinie noch mal am Ruder zu zerren. Dieser Neue war dann Sven Demandt.

Und dieser führte sich gleich prächtig ein, hatte aber auch Glück, dass der Verband nicht den 2:1-Sieg noch aberkannte, nachdem einige Unverbesserliche meinten, bei 2:0-Führung fürs eigene Team eine Pyroshow abzufackeln, wie es sie lange nicht mehr gegeben hatte. Eine mehr als 20minütige Unterbrechung samt Ansage, beim nächsten Zwischenfall nicht mehr anzupfeifen, und eine spätere dicke Geldstrafe waren die Folge. Ich hoffe, der Verein bekommt das Geld über die Verursacher zurück. Stadionverbot? Zurecht!

Und hatte man gehofft, nun erstmals eine positive Serie starten zu können – man wurde wieder enttäuscht. Der TuS Erndtebrück wahrte zunächst seine wohl letzte Chance auf den Klassenerhalt in diesem Nachholspiel aus Januar (?) und RWE verlor mit 0:1.

So hieß es dann „Wiedergutmachung“ in der Partie gegen die Alemannia. Eine frühe Führung, die eigentlich Sicherheit hätte geben sollen, wurde beinahe wieder verspielt, doch mit 2:1 ging es in die Pause. Nach dem Seitenwechsel dann wieder mehr Schwung und das 3:1. Ein Torwart-Fehler brachte Aachen nochmal ran, Binder kratzte den Ausgleich noch von der Linie, aber am Ende stand ein sehr wichtiger Sieg.

Die Auswärtspartie bei den Meineidlern wird bei mir wohl nur dadurch in Erinnerung bleiben, dass die Sitztribüne eifrig mit Coach „EY, DU BIST AUS DER COACHINGZONE RAUS“-Luginger und Jörg „NICHT PROVOZIEREN LASSEN“-Böhme kommuniziert hat. Beide Teams mit ein paar halbgaren Torchancen, aber unter dem Strich ein gerechtes 0:0.

Nachholspiel gegen Velbert. Zweimalige Führung für RWE, zweimal Ausgleich Velbert. Einer davon mit einem höchst fragwürdigen Elfer, bei dem der Assistent noch „kein Foul“ anzeigt, der Schiri gefühlte 20 Minuten überlegt hat und dann doch gepfiffen hat. Am Ende dann aber Frank Löning nach toller Freistoß-Variante, dessen Knoten nun geplatzt schien, mit dem wichtigen 3:2-Siegtreffer kurz vor Schluss.

Dann kamen wieder unsere Freunde aus Oberhausen. Ein Sieg für uns und der Abstiegskampf wäre Geschichte, weil die anderen Teams auch nicht so richtig die Klasse halten wollten. RWO hatte anscheinend auch keine Lust auf Fußball, und so hätte alles so schön sein können. Wenn, ja wenn wir denn mal eine Torchance erspielt hätten. Am Ende hieß es 0:2, wobei in Oberhausen heute noch gerätselt wird, wie man denn überhaupt ohne eigene Angriffsbemühungen zwei Tore schießen konnte.

Damit war die Ausgangslage klar: Ein Sieg gegen Kray im „Auswärtsspiel zu Hause“ musste her. Ein medienwirksamer Einsatz von RWE-Legende Lippens wurde abgesagt. Die Kölner als direkter Konkurrent um den Klassenerhalt in den letzten Wochen „joot dropp“, BVB II unser letzter Gegner sicherer Liga-Vierter, da rechnete keiner damit, dass am letzten Spieltag ein Sieg für RWE herausspringen würde. Nein, HEUTE musste es sein. Und so ging es auch schwungvoll los, nach gut 20 Minuten macht Frank „Lebensversicherung“ Löning seine Bude. Doch statt Selbstvertrauen war da unten Unsicherheit zu spüren, nervöses Fehlpassfestival auf beiden Seiten. Lag es an den unangekündigten „13 Schweigeminuten für 13 Stadionverbote“ des „Stimmungsblocks“, für den der Verein ja über allem steht? War die Aktion vielleicht ein Eigentor? Aus einer Standardsituation aus dem Halbfeld macht Kray das 1:1, die RWE-Innenverteidigung nicht wach. Mit dem Halbzeitpfiff rot für Kray nach rüdem Foul im Mittelkreis. Da MUSSTE noch was gehen. Doch stattdessen: fast identisch zum Ausgleich ein langer Freistoß von Kray, wieder kommt einer von denen an den Ball und wieder ist er drin. 1:2 – das war’s. Köln mittlerweile nach 0:1 mit 3:1 vorne gegen Wattenscheid. Abstieg. Unfassbar. Flanke Binder – Kopfball Löning – DRIN! JAAAAAAAAA! Ausgleich. Hoffnung! Schnell den Freunden in aller Welt per Whatsapp-Ticker geschickt, Blick zurück aufs Spielfeld, aus dem Hintergrund müsste Platzek schießen, Platzek schießt – TOOOOOOOOOOOOOOOOOR! 3:2! Das klassischste aller Ergebnisse. Aus! Aus! Aus! Das Spiel ist aus! Klassenerhlt.

Völlig entspannt im Vergleich zum Kray-Spiel dann die letzte Partie gegen Borussia Dortmund II, da es für beide Mannschaften um nichts mehr ging. Okay, für RWE galt es, nochmal Selbstvertrauen fürs Pokalfinale zu holen, aber ansonsten stand „nicht verletzen“ wohl im Vordergrund. So gab es bei sommerlichen Temperaturen einen „Last-Minute-Sieg“ für RWE, erneut Löning und Windmüller für den Sieg nach zwischenzeitlichem Ausgleich durch die einzig nennenswerte BVB-Chance.

Was dann aber im Pokalfinale geschehen sollte, hat wohl niemand geahnt. Die Wuppertaler als souveräner, frühzeitig feststehender Aufsteiger angereist beim gerade eben so drin gebliebenen RWE. Doch wer ein knappes, enges Spiel erwartet hatte, hatte sich getäuscht. Von Anfang bis Ende spielte nur eine einzige Mannschaft, und das war die in Rot. Zwar hatte Wuppertal die erste dicke Chance, die nur durch Einsatz von Zeiger zum Kullerball des Wuppertalers wurde, so dass Heimann entschärfen konnte, doch die Tore fielen auf der richtigen Seite. Zunächst noch nicht gegeben wegen angeblichem Abseits (die TV-Bilder sprechen eine andere Sprache), dann „in echt“: Distanzschuss Rabihic, gerade noch so gehalten, und Fritz (der schon als Abgang zu BVB II feststand!) drückt ihn über die Linie. Das 2:0 aus der Kategorie „Tor des Monats“ aus etwa 20m vom Strafraumeck von Leon Binder (der wohl auch gehen soll?) kurz nach dem Seitenwechsel. Dann ein toller Pfostenknaller eines Wuppertalers, da hätte es nochmal eng werden können, wenig später dann aber sorgt wieder Fritz nach Freistoßvariante von Baier/Löning für „Ruhe im Puff“!

Ein versöhnlicher Abschluss nach ziemlich enttäuschender Saison. Jetzt heißt es, die richtigen Schlüsse aus den Fehlern zu ziehen und die kommende Saison von Anfang an so zu spielen, wie die gerade abgelaufene geendet hat.

NUR DER RWE!

6 Kommentare zu „Ein Ende ist immer auch ein Anfang.“

  1. Sehr gute Aufarbeitung der vergangenen Saison! Bin gespannt wie es weiter geht. Wünsch Dir alles Gute und ein herzliches GlückAuf unserem RWE! Mike4you

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